Kurz vor der Wahl:
Opposition zerlegt die Regierungsbilanz von Rot-Rot
Wenige Monate vor der Landtagswahl hat die Opposition die Bilanz der rot-roten Landesregierung scharf kritisiert. SPD und Linke weisen die Vorwürfe zurück.

Wenige Monate vor der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern hat die Opposition im Landtag eine kritische Bilanz der Arbeit von SPD und Linken gezogen. Vertreter von AfD, CDU, Grünen und FDP warfen der Landesregierung vor, zentrale Probleme nicht ausreichend gelöst zu haben.
Der AfD-Fraktionsvorsitzende Enrico Schult bezeichnete die Bilanz der Koalition als „obszön schlecht“. Die Regierung verwalte seit Jahren vor allem Krisen und verkaufe Stillstand als Fortschritt, sagte er im Landtag. Als Kritikpunkte nannte Schult unter anderem die wirtschaftliche Entwicklung, den Verlust von Arbeitsplätzen sowie Probleme im Bildungsbereich.
Kritik an Wirtschaft, Bildung und Digitalisierung
Auch die CDU äußerte deutliche Vorbehalte. Die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Ann Christin von Allwörden sprach von einer „verheerenden Bilanz“ gemessen an den ursprünglichen Versprechen der Koalition.
Nach ihrer Einschätzung seien insbesondere in den Bereichen Wirtschaft, Arbeitsmarkt, Bildung, Sicherheit und Digitalisierung zentrale Ziele nicht erreicht worden.
Die Fraktionsvorsitzende der Grünen, Constanze Oehlrich, warf der Regierung vor, den Status quo zu verwalten, statt Zukunftsthemen aktiv voranzutreiben. Kritik äußerte sie unter anderem bei der Klima- und Energiepolitik. Auch FDP-Politiker David Wulff sah Defizite bei der Unterstützung der Kommunen sowie im Bildungsbereich.
Regierung verweist auf erreichte Ziele
Die Landesregierung weist die Vorwürfe zurück. Ministerpräsidentin Manuela Schwesig hatte bereits in der vergangenen Woche eine positive Bilanz der zurückliegenden fünf Jahre gezogen. Trotz zahlreicher Krisen seien die wesentlichen Vorhaben des Koalitionsvertrages umgesetzt worden.
Die stellvertretende Ministerpräsidentin und Bildungsministerin Simone Oldenburg verwies insbesondere auf Fortschritte im Bildungsbereich, räumte jedoch zugleich weiteren Handlungsbedarf ein.
Bis zur Landtagswahl am 20. September will die Landesregierung noch mehrere Vorhaben abschließen. Dazu gehören unter anderem Regelungen zur Ganztagsbetreuung an Schulen, weitere Schritte im „Zukunftsplan Kita“ sowie Unterstützungsangebote für Unternehmen beim Einsatz von Künstlicher Intelligenz.




