Ortsbeirat zu Gast in der SPIELBANK SCHWERIN

Im Anschluss an die 47. öffentlichen Sitzung in der Musik- und Kunstschule ATARAXIA kamen die Mitglieder des Ortsbeirates Altstadt, Feldstadt, Paulsstad, Lewenberg am vergangenen Dienstag noch zu einem verspäteten Eröffnungsbesuch in der Spielbank Schwerin zusammen.

Der Ortsbeirat mit dem Geschäftsführer der Spielbanken Mv GmbH Thomas Fritz
Foto: Schwerin-Lokal | Dario Rochow

Schon nach dem Überwinden der kleinen Stufen am Eingang wurde klar, dass auch ein Ortsbeirat, selbst wenn er eingeladen ist, die strengen Vorgaben für den Einlass in die Spielbank erfüllen muss. Alle mussten sich mit Personalausweis oder Pass ausweisen und ein zentraler Computer in Wiesbaden checkte, ob ein freier Zugang möglich ist oder eventuell eine Spielbanksperre vorliegt.

Strenger Zugangsregeln gelten auch für Ortsbeirat

„Dass wir diesen Teil des Abends nicht auch im Rahmen der öffentlichen Sitzung abhalten konnten liegt in diesen strengen Vorgaben der Spielbank begründet. Denn eine öffentliche Sitzung erfordert stets den Zugang für wirklich alle interessierten Gäste. Da die Spielbank aus Gründen der individuellen Sicherheit Einzelner Zugangsbeschränkungen hat, haben wir uns zu einem Besuch außerhalb des Sitzungsgeschehens entschieden“, so Ortsbeiratsvorsitzender Stephan Haring.

Thomas Fritz, Geschäftsführer aller zukünftig vier Spielbanken in Mecklenburg-Vorpommern, und der Marketing-Leiter Roger Cziwerny begrüßten die Gäste gleich hinter der Zugangs“schranke“ sehr herzlich und erklärten in der folgenden Führung durch die Ende 2018 am Südufer des Pfaffenteichs eröffnete Spielbank Schwerin, dass an den prüfenden Zentralcomputer in Wiesbaden alle Spielbanken deutschlandweit angeschlossen seien.

Schutz der Menschen durch Sperren interessiert Mitglieder besonders

Speziell bei diesem Punkt fragten die Mitglieder des Ortsbeirates sehr intensiv nach und erfuhren, dass solche Sperren in vielen Fällen von den Personen selbst als eine Art Eigenschutz ausgehen, dass aber auch nahe Angehörige solche Sperren beantragen und entsprechend befugte Stellen sie verfügen können. Eine solche Sperre wieder aufheben zu lassen, ist dann aber schwieriger und kann erst nach einer Wartezeit und nur mit einer Bescheinigung eines Psychologen erfolgen.

Foto: Schwerin-Lokal | Dario Rochow

„Die große Offenheit, mit der uns unsere Fragen zu diesem sensiblen Thema beantwortet wurden, hat sicherlich vielen noch ein Stück eventuell vorhandener Skepsis genommen. Gerade Spielsucht und die damit verbundenen Probleme sind natürlich immer wieder gesellschaftliche und damit auch politische Themen. Heute ist aber sehr deutlich geworden, dass die Spielbank Schwerin ebenso wie die in Stralsund, Wismar und zukünftig auch Rostock in dieser Hinsicht nicht nur strenge Vorgaben erfüllen müssen, sondern dies auch ohne Wenn und Aber aus eigenem Antrieb wollen“, so der Ortsbeiratsvorsitzende über diese immer wieder diskutierte Problematik.

Automaten und vollautomatisiertes Roulette bestimmen Angebot

Neben diesem Thema konnten sich die Ortsbeiratsmitglieder im Rahmen des Besuches auch ein ausführliches Bild von den Angeboten der Spielbank Schwerin machen. Thomas Fritz und Roger Cziwerny erklärten die Entwicklung der Spielautomaten mit früher einem Einzelspiel und einer Gewinnreihe je Automat hin zu heute volldigitalen Maschinen mit kristallklaren Displays, teilweise über 20 Gewinnreihen und zig verschiedenen Spielen. Mit viel Interesse betrachteten die Ehrenamtler die vollautomatisierte Roulette-Variante. Nicht mehr an Tischen mit Croupiers sondern an kleinen Touchscreens werden hier die Einsätze getätigt und eine vollautomatisierte Maschine lässt die Kugel rollen.

Ortsbeirat wird Verwendung der Spielbankabgabe zukünftig im Blick haben

Und natürlich kamen auch die finanziellen und rechtlichen Themen in den Schilderungen der Spielbank-Verantwortlichen nicht zu kurz. Die direkten Kontrollinstanzen im Innen- und im Finanzministerium, die hohen prozentualen Abführungen an das Finanzamt und natürlich auch die avisierten Zahlungen an die Stadtkasse – hier war von bis zu 50.000 € jährlich die Rede – stießen auf viel Interesse. „Für den Ortsbeirat wird es spannend sein zu sehen, für welche Projekte die kommunale Spielbankabgabe zukünftig in unserer Stadt eingesetzt wird. Denn es müssen gemeinnützige Zwecke sein“, so Stephan Haring.

Einmal am Rad drehen

Im Anschluss luden Thomas Fritz und Roger Cziwerny ihre kommunalpolitisch aktiven Gäste noch zu einer lockeren Gesprächsrunde mit kleinem Glücksraddreh – bei dem übrigens vor allem Schirmmützen erdreht wurden – ein.  „Es war eine tolle Geste, dass Thomas Fritz und Roger Cziwerny unseren Ortsbeirat noch so kurz vor Ende unserer Amtszeit hier in die neue Spielbank Schwerin eingeladen haben. Da es zur offiziellen Eröffnung aus Platzgründen nicht möglich war, konnten wir heute hier in diese absolut interessante Location kommen und in Ruhe all unsere Fragen stellen. Wir wünschen Thomas Fritz und seinem Schweriner Team viel Erfolg – und den Gästen natürlich viele schöne Stunden und den einen oder anderen Gewinn.“

 

 

 

Stefan Rochow

Journalist, Unternehmer und Gründer der digitalen Tageszeitung Schwerin-Lokal.de. Sie erreichen mich per E-Mail unter redaktion@schwerinlokal.de

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