Kaninchenwerder:
Mit der Ortsteilvertretung auf die Insel
Die Ortsteilvertreter wurden über die Insel geführt und bekamen Informationen über anstehende Veränderungen.

Die Insel Kaninchenwerder hat zwei Eigentümer: Ein Großteil der Insel gehört dem Land Mecklenburg-Vorpommern. Das sind größtenteils Wald- und Wiesenflächen und die werden vom Forstamt Gädebehn verwaltet. Im Süden gehören rund 2 Hektar der Insel der Stadt Schwerin. Dort befinden sich ein denkmalgeschütztes Gebäude, ein Toilettenhaus, eine alte Holzbaracke und der neu gebaute Hafen. Für das alles soll in Zukunft ein neuer Pächter verantwortlich sein. Auf den kommen einige Aufgaben zu, das erklärt Michael Helms vom städtischen Betrieb ZGM den Mitgliedern der Ortsteilvertretung Mueß bei einem Termin auf der Insel.

Viele Aufgaben
Zurzeit kümmert sich das ZGM um die Insel. Das bedeutet: Wege freischneiden, Liege-Tickets im Hafen kontrollieren, Toiletten reinigen und Gebäude instand halten. “Wir bräuchten hier eigentlich schon eine Außenstelle vom ZGM”, scherzt der Verantwortliche Michael Helms. Zur Zeit werden diese Aufgaben sporadisch übernommen. Auch ob im Naturschutzgebiet gezeltet wird, kann nicht immer kontrolliert werden. In Zukunft soll der neue Pächter diese Aufgaben übernehmen. Dafür fällt die Pacht für die Gebäude und die Flächen geringer aus als üblich.

Gebäude müssen saniert werden
Für rund 700.000 Euro führt das ZGM Reparaturen an den Gebäuden durch. “Das ist erstmal nur der Anfang. Für alles braucht man hier mehrere Millionen.”, so Helms. Da alle Baumaterialien über den Schweriner See gebracht werden müssen, sollen die Kosten deutlich höher sein als es üblich ist. Bei der alten Holzbaracke wurde bisher das Dach abgedichtet und die Konstruktion wird gestützt. Irgendwann soll dort ein Naturlabor rein in Zusammenarbeit mit dem Museumsdorf Mueß. Das Hauptgebäude auf der Insel besteht aus einem großen Saal und einem Anbau mit mehreren Räumen. In Zukunft soll der neue Pächter hier wieder Essen und Trinken an die Inselbesucher verkaufen.

Ortsteilvertretung hofft auf Boots-Shuttle
Die Mueßer Ortsteilvertretung besuchte Kaninchenwerder zuletzt vor mehr als 5 Jahren. Seitdem gab es einen Rechtsstreit zwischen dem ehemaligen Pächter und der Stadt Schwerin. Die Ortsteilvertreter hoffen in Zukunft auf Fortschritt auf der Insel. Wenn das Museumsdorf in Mueß fertig ist, soll es sogar einen Boots-Shuttle zur Insel geben. Laut dem Vorsitzenden der Ortsteilvertretung Hasko Schubert (CDU) soll die Insel in das Museumsdorf eingebunden werden. Ein besonderes Thema dabei: Die Sichtverbindung zum Schweriner Schloss.
Umweltschutz und Sichtachsen
“Vom Aussichtsturm aus konnte man mal das Schweriner Schloss sehen”, erklärt Schubert. Mittlerweile sind die Bäume so hoch, dass der Blick versperrt ist. Die Reppiner Burg ist jedoch weiterhin sichtbar. Ob die Sichtverbindung zum Schweriner Schloss wiederhergestellt werden kann, ist zur Zeit unklar. Laut den Verantwortlichen der Schweriner Naturschutzbehörde soll ein vorsichtiges Eingreifen in den Baumbestand möglich sein. Eine komplette Sichtschneise zum Schloss soll es aber nicht geben. Um diese Sichtverbindung werden seit Jahren Gespräche geführt, eine Lösung gab es noch nicht. Auch die Stadtvertretung hat eine Überprüfung angeordnet, um herauszufinden, ob und wie die Sicht zum Schweriner Schloss wieder ermöglicht werden kann.

Grünes Klassenzimmer bleibt
Über den Winter war der Aussichtsturm verschlossen. Das ZGM plant den Aussichtsturm für die kommende Saison wieder zu öffnen. Wer der neue Pächter ist, der dann auch den Turm sauber und ordentlich halten soll, das will die Stadtverwaltung mitteilen, wenn alle Verträge unterschrieben sind. Einiges wird sich auf der Insel also verändern, einiges bleibt aber auch gleich. Auf einer Fläche des Landes wurde ein grünes Klassenzimmer eingerichtet. Das wird von ehrenamtlichen Naturschutzwarten unterstützt und soll auch in Zukunft erhalten bleiben.

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