Streit um Parkhaus in der Weststadt:
Ortsteilvertretung diskutiert über Bauprojekt
Am Donnerstag wird in der Hyparschale erneut über das umstrittene Parkhaus in der Weststadt diskutiert. Viele Bürgerinnen und Bürger sehen darin eine Bedrohung für Grünflächen und das architektonische Ensemble.

Foto: LB GmbH
Kaum ein Bauvorhaben sorgt in der Weststadt derzeit für so viel Gesprächsstoff wie das geplante Parkhaus zwischen Hochhaus und Hyparschale. Der rund fünf Millionen Euro teure Neubau mit etwa 360 Stellplätzen soll auf einer Grünfläche entstehen, die bislang als Hundeauslauf genutzt wird. Die Stadt verspricht sich davon eine Entlastung des ruhenden Verkehrs – besonders bei Großveranstaltungen in der nahegelegenen Sport- und Kongresshalle. Doch die Kritik an dem Projekt wächst.
Am kommenden Donnerstag steht das Thema auf der Tagesordnung der Ortsteilvertretung Weststadt, die ab 18 Uhr in der Hyparschale tagt. Es wird eine öffentliche Sitzung. Und vermutlich eine mit Zündstoff.
Breiter Widerstand gegen das Bauprojekt
Viele Anwohnerinnen und Anwohner sehen in dem geplanten Parkhaus keine Entlastung, sondern eine zusätzliche Belastung. Sie befürchten mehr Verkehr, den Verlust eines beliebten Grünstreifens und die Beeinträchtigung des Stadtbildes.
Zu den engagiertesten Gegnern zählt Galerist Stephan Schrör, Eigentümer der Hyparschale. Er sprach im Juli im Gespräch mit SNO mit Blick auf das Parkhaus von einer „Bausünde im Herzen der Weststadt“ und hatte im Juli eine Online-Petition gestartet, die bis heute fast 1.300 Unterstützerinnen und Unterstützer zählt. Schon in den ersten 48 Stunden kamen damals über 300 Unterschriften zusammen. Das war ein deutliches Zeichen, wie sehr das Thema die Schwerinerinnen und Schweriner bewegt.

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„Dieses Areal ist ein Stück Stadtgeschichte“, sagte Schrör damals. „Jeder kennt es – sei es vom Tanzen im Achteck, von Konzerten in der Sport- und Kongresshalle oder vom Essen im alten Panorama-Restaurant. Dieses Ensemble ist Teil der Identität, kein Parkplatz.“
Ensemble unter Denkmalschutz stellen
Unterstützung kam damals auch von einer neu gegründeten Bürgerinitiative. Die Bürgerinitiative konzentriert sich auf die klima- und verkehrspolitischen Folgen des Bauprojekts. Sie kritisiert die geplante Versiegelung der Grünfläche, den Verlust von Erholungsraum und stellt die Frage, ob die vorhandene Infrastruktur den zusätzlichen Verkehr überhaupt aufnehmen kann.
Parallel dazu hat der Schweriner Ronny Alex einen Einwohnerantrag eingereicht, den knapp 1.000 Menschen unterzeichnet haben. Sein Vorwurf: Mit dem Parkhaus werde „wichtiger Lebensraum für Flora und Fauna“ vernichtet.
Die Petition fordert, das gesamte Areal rund um Hyparschale, Achteck und Kongresshalle als denkmalgeschütztes Ensemble einzustufen. Drei der Bauten stehen bereits unter Schutz, das Achteck jedoch nicht – aus Sicht der Initiatoren zu Unrecht. Die Sichtachsen und die architektonische Einheit würden durch das Parkhaus zerstört, heißt es in der Begründung.
Investor um Einvernehmen bemüht
Der Bauherr, die Lambrechtsgrund Betriebsgesellschaft, reagiert auf die Kritik und zeigt sich kompromissbereit. So wurde die geplante Bauhöhe reduziert – das Parkhaus soll nun rund zwölf Meter hoch werden. Außerdem wurde eine Studie zur Denkmalverträglichkeit in Auftrag gegeben, die klären soll, wie stark der Neubau das historische Ensemble beeinträchtigen würde.
Zusätzlich sollen ein Umweltgutachten und ein Artenschutzbericht erstellt werden. Erst danach, so die Stadtverwaltung, werde eine endgültige Entscheidung getroffen.
Zwischen Parkdruck und Stadtbild
Unstrittig ist, dass bei Großveranstaltungen in der Sport- und Kongresshalle Parkplätze knapp sind. Befürworter sehen das Parkhaus als notwendige Ergänzung, um die Weststadt verkehrlich zu entlasten. Kritiker hingegen verweisen auf Alternativen – etwa Flächen unter dem geplanten Radsportzentrum oder auf dem Stadiongelände.
Wie es mit dem umstrittenen Projekt weitergeht, könnte die Sitzung am Donnerstag entscheidend prägen. Neben dem Parkhaus steht auch die Planung für das Weststadtfest 2026 auf der Tagesordnung. Die Veranstaltung der Ortsteilvertretung ist öffentlich.


