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Streit um Parkhaus in der Weststadt:
Ortsteilvertretung diskutiert über Bauprojekt

Am Donnerstag wird in der Hyparschale erneut über das umstrittene Parkhaus in der Weststadt diskutiert. Viele Bürgerinnen und Bürger sehen darin eine Bedrohung für Grünflächen und das architektonische Ensemble.

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  • Veröffentlicht Oktober 21, 2025
So soll das Parkhaus ein­mal ausse­hen. Nicht alle Schw­er­iner­i­nen und Schw­er­iner freuen sich über diese Pläne.
Foto: LB GmbH

Kaum ein Bau­vorhaben sorgt in der West­stadt derzeit für so viel Gesprächsstoff wie das geplante Parkhaus zwis­chen Hochhaus und Hyparschale. Der rund fünf Mil­lio­nen Euro teure Neubau mit etwa 360 Stellplätzen soll auf ein­er Grün­fläche entste­hen, die bis­lang als Hun­deaus­lauf genutzt wird. Die Stadt ver­spricht sich davon eine Ent­las­tung des ruhen­den Verkehrs – beson­ders bei Großver­anstal­tun­gen in der nahegele­ge­nen Sport- und Kon­gresshalle. Doch die Kri­tik an dem Pro­jekt wächst.

Am kom­menden Don­ner­stag ste­ht das The­ma auf der Tage­sor­d­nung der Ort­steil­vertre­tung West­stadt, die ab 18 Uhr in der Hyparschale tagt. Es wird eine öffentliche Sitzung. Und ver­mut­lich eine mit Zünd­stoff.

Breiter Widerstand gegen das Bauprojekt

Viele Anwohner­in­nen und Anwohn­er sehen in dem geplanten Parkhaus keine Ent­las­tung, son­dern eine zusät­zliche Belas­tung. Sie befürcht­en mehr Verkehr, den Ver­lust eines beliebten Grün­streifens und die Beein­träch­ti­gung des Stadt­bildes.

Zu den engagiertesten Geg­n­ern zählt Galerist Stephan Schrör, Eigen­tümer der Hyparschale. Er sprach im Juli im Gespräch mit SNO mit Blick auf das Parkhaus von ein­er „Bausünde im Herzen der West­stadt“ und hat­te im Juli eine Online-Peti­tion ges­tartet, die bis heute fast  1.300 Unter­stützerin­nen und Unter­stützer zählt. Schon in den ersten 48 Stun­den kamen damals über 300 Unter­schriften zusam­men. Das war ein deut­lich­es Zeichen, wie sehr das The­ma die Schw­er­iner­in­nen und Schw­er­iner bewegt.

Der Galerist Stephan Schrör gehört zu den Kri­tik­ern der Bau­pläne des Parkhaus­es in der West­stadt. Foto: Marc Eis­ing 

» Lesen Sie auch: Schw­er­iner kämpfen für ihr architek­tonis­ches Erbe – Peti­tion gegen Parkhaus find­et Zus­pruch

„Dieses Are­al ist ein Stück Stadt­geschichte“, sagte Schrör damals. „Jed­er ken­nt es – sei es vom Tanzen im Achteck, von Konz­erten in der Sport- und Kon­gresshalle oder vom Essen im alten Panora­ma-Restau­rant. Dieses Ensem­ble ist Teil der Iden­tität, kein Park­platz.“

Ensemble unter Denkmalschutz stellen

Unter­stützung kam damals auch von ein­er neu gegrün­de­ten Bürg­erini­tia­tive. Die Bürg­erini­tia­tive konzen­tri­ert sich auf die kli­ma- und verkehrspoli­tis­chen Fol­gen des Baupro­jek­ts. Sie kri­tisiert die geplante Ver­siegelung der Grün­fläche, den Ver­lust von Erhol­ungsraum und stellt die Frage, ob die vorhan­dene Infra­struk­tur den zusät­zlichen Verkehr über­haupt aufnehmen kann.

Par­al­lel dazu hat der Schw­er­iner Ron­ny Alex einen Ein­wohn­er­antrag ein­gere­icht, den knapp 1.000 Men­schen unterze­ich­net haben. Sein Vor­wurf: Mit dem Parkhaus werde „wichtiger Leben­sraum für Flo­ra und Fau­na“ ver­nichtet.

Die Peti­tion fordert, das gesamte Are­al rund um Hyparschale, Achteck und Kon­gresshalle als denkmalgeschütztes Ensem­ble einzustufen. Drei der Baut­en ste­hen bere­its unter Schutz, das Achteck jedoch nicht – aus Sicht der Ini­tia­toren zu Unrecht. Die Sich­tach­sen und die architek­tonis­che Ein­heit wür­den durch das Parkhaus zer­stört, heißt es in der Begrün­dung.

Investor um Einvernehmen bemüht

Der Bauherr, die Lam­brechts­grund Betrieb­s­ge­sellschaft, reagiert auf die Kri­tik und zeigt sich kom­pro­miss­bere­it. So wurde die geplante Bauhöhe reduziert – das Parkhaus soll nun rund zwölf Meter hoch wer­den. Außer­dem wurde eine Studie zur Denkmalverträglichkeit in Auf­trag gegeben, die klären soll, wie stark der Neubau das his­torische Ensem­ble beein­trächti­gen würde.

Zusät­zlich sollen ein Umweltgutacht­en und ein Arten­schutzbericht erstellt wer­den. Erst danach, so die Stadtver­wal­tung, werde eine endgültige Entschei­dung getrof­fen.

Zwischen Parkdruck und Stadtbild

Unstrit­tig ist, dass bei Großver­anstal­tun­gen in der Sport- und Kon­gresshalle Park­plätze knapp sind. Befür­worter sehen das Parkhaus als notwendi­ge Ergänzung, um die West­stadt verkehrlich zu ent­las­ten. Kri­tik­er hinge­gen ver­weisen auf Alter­na­tiv­en – etwa Flächen unter dem geplanten Rad­sportzen­trum oder auf dem Sta­dion­gelände.

Wie es mit dem umstrit­te­nen Pro­jekt weit­erge­ht, kön­nte die Sitzung am Don­ner­stag entschei­dend prä­gen. Neben dem Parkhaus ste­ht auch die Pla­nung für das West­stadt­fest 2026 auf der Tage­sor­d­nung. Die Ver­anstal­tung der Ort­steil­vertre­tung ist öffentlich.