Mehr Platz für SSC-Fans:
Fünf Millionen für die Palmberg Arena – Jetzt beginnt der Ausbau
Der Ausbau der Palmberg Arena in Schwerin beginnt. Das Land finanziert das Vorhaben mit fünf Millionen Euro. Ab der Saison 2027/28 sollen 400 zusätzliche Sitzplätze zur Verfügung stehen.

In Kürze:
- Die Palmberg Arena erhält 400 zusätzliche Sitzplätze und soll künftig insgesamt 2.500 Zuschauer fassen.
- Das Land Mecklenburg-Vorpommern stellt für den Ausbau fünf Millionen Euro aus dem Infrastruktur-Sondervermögen bereit.
- Die neuen Tribünen sollen zur Saison 2027/28 nutzbar sein und unter anderem die Voraussetzungen für Champions-League-Spiele verbessern.
Der Ausbau der Palmberg Arena in Schwerin geht in die nächste Phase. Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) übergab am Donnerstag beim symbolischen Baustart einen Förderbescheid über fünf Millionen Euro an die Stadt. Mit dem Geld sollen an der Ost- und Südseite der Halle zusätzliche Tribünen mit insgesamt 400 Sitzplätzen entstehen.
Nach Abschluss der Arbeiten soll die Zuschauerkapazität von derzeit rund 2.100 auf 2.500 Plätze steigen. Die neuen Plätze werden allerdings nicht mehr für die bevorstehende Volleyball-Saison fertig. Nach aktuellem Zeitplan sollen die beiden neuen Tribünen ab der Saison 2027/28 genutzt werden können.
Für den SSC Palmberg Schwerin hat der Ausbau vor allem mit dem internationalen Spielbetrieb zu tun. Die größere Kapazität soll eine wichtige Voraussetzung dafür schaffen, dass der Verein künftig weiterhin Champions-League-Spiele in seiner Heimhalle austragen kann. SSC-Geschäftsführer Michael Evers verwies beim Baustart darauf, dass die Anforderungen des europäischen Volleyballverbandes CEV ein wesentlicher Grund für das Projekt seien.
Die Erweiterung war bereits länger geplant. Noch im vergangenen Jahr war eine frühere Fertigstellung im Gespräch. Ende Juli hatte der SSC jedoch mitgeteilt, dass die zusätzlichen Plätze nicht wie zunächst erhofft zur kommenden Saison zur Verfügung stehen werden. Für Fans bedeutet das unter anderem, dass zunächst keine zusätzlichen Sitzplatz-Dauerkarten angeboten werden können.
Palmberg Arena wird an zwei Seiten erweitert
Die 400 neuen Plätze entstehen auf zusätzlichen Tribünen an der Ost- und Südseite. Ähnlich wie bei der bereits umgesetzten Erweiterung an der Nordseite sollen die neuen Sitzreihen als zweiter Rang in die bestehende Halle hineinragen. An der Ostseite ist dafür ein etwa drei Meter breiter Anbau vorgesehen. Dieser soll vor allem dazu dienen, die zusätzlichen Zuschauerplätze zu erschließen. Bestehende Treppenhäuser können nach Angaben der Stadt weiter genutzt werden. An der Südseite soll der notwendige Zuschauergang innerhalb der vorhandenen Boxhalle verlaufen und von außen nicht sichtbar sein.
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Gebaut wird in zwei Abschnitten. Zunächst ist die Ostseite an der Reihe. Bei einem optimalen Verlauf könnte dieser Teil bis zum Jahresende fertiggestellt sein. Anschließend folgt die Südseite. „Ziel ist es, dass beide Tribünen ab der Spielzeit 2027/28 genutzt werden können“, erklärte Wieland Schaible, Geschäftsführer der Lambrechtsgrund Betriebsgesellschaft (LBG). Die Gesellschaft ist Pächterin der Arena und übernimmt die Projektsteuerung.
Fünf Millionen Euro aus Sondervermögen
Finanziert wird die aktuelle Erweiterung mit fünf Millionen Euro aus dem Sondervermögen für Infrastruktur. Schwesig betonte beim Baustart, dass das Geld zusätzlich bereitgestellt worden sei und dafür keine Mittel bei anderen Sportvereinen gekürzt werden sollten. Nach Darstellung der Ministerpräsidentin hatte SSC-Geschäftsführer Evers frühzeitig auf die absehbaren Probleme mit der Hallenkapazität und den Anforderungen für internationale Wettbewerbe hingewiesen. Eine Finanzierung sei zunächst jedoch offen gewesen. Erst zusätzliche Mittel aus dem Infrastruktur-Sondervermögen hätten die Förderung ermöglicht.

Schwesig verwies zugleich auf die regelmäßig hohe Auslastung der Halle. Mit den zusätzlichen Plätzen könnten künftig mehr Zuschauer die Spiele besuchen. Gleichzeitig schaffe die Erweiterung bessere Voraussetzungen für internationale Begegnungen. Oberbürgermeister Sebastian Ehlers (CDU) bezeichnete die Investition als Beitrag zur Wettbewerbsfähigkeit des Schweriner Volleyballs. „Wir sichern hiermit die Wettbewerbsfähigkeit, dass wir weiterhin auch hier Champions League spielen können, dass wir weiter um die deutsche Meisterschaft mitspielen können“, sagte Ehlers.
Evers: Arena bleibt städtische Sporthalle
SSC-Geschäftsführer Michael Evers dankte Land und Stadt für die Unterstützung, betonte zugleich aber, dass die Palmberg Arena keine Vereinshalle des SSC sei. „Das ist eine Halle der Stadt“, sagte Evers. Sie stehe den Sportlern der Landeshauptstadt zur Verfügung, auch wenn sie für den SSC die wichtigste Spielstätte sei. Evers verwies auf die sportliche Bedeutung des Vereins und die langjährige Unterstützung durch die öffentliche Hand. Ohne die Hilfe von Stadt und Land wäre die Entwicklung des Schweriner Spitzenvolleyballs in dieser Form nach seiner Einschätzung nicht möglich gewesen.

Gleichzeitig geht der SSC-Geschäftsführer davon aus, dass auch die vergrößerte Arena irgendwann an ihre Grenzen kommen könnte. „Wir werden bald wieder an die Grenzen stoßen. Da bin ich überzeugt“, sagte Evers. Mit 2.500 Plätzen sei die bauliche Kapazität der bestehenden Halle allerdings weitgehend ausgeschöpft. Die Palmberg Arena wird zudem nicht ausschließlich für Volleyball genutzt. Auch andere Sportveranstaltungen finden dort statt. Ehlers betonte deshalb, dass von der Erweiterung nicht allein der SSC profitieren werde.
Palmberg Arena wurde bereits 2022 erweitert
Es ist bereits die zweite größere Erweiterung der Halle innerhalb weniger Jahre. 2022 investierte die Stadt rund drei Millionen Euro in einen VIP- und Cateringbereich sowie einen Multifunktionsraum. Hintergrund waren damals unter anderem Anforderungen der Deutschen Volleyball Liga an Spielstätten von Spitzenvereinen.
Mit dem jetzigen Ausbau rückt stärker der internationale Wettbewerb in den Mittelpunkt. Für den SSC ist eine ausreichende Hallenkapazität entscheidend, wenn Champions-League-Spiele dauerhaft in Schwerin stattfinden sollen. Für die Fans bleibt zunächst allerdings Geduld gefragt. In der kommenden Saison verändert sich die Zahl der Sitzplätze noch nicht. Erst mit der Spielzeit 2027/28 sollen die zusätzlichen Tribünen vollständig zur Verfügung stehen.




