Motorschaden beim „Petermännchen“:
Wie geht es mit der Pfaffenteichfähre weiter?
Motorschaden statt Fährbetrieb: Das „Petermännchen“ liegt still. Warum die Zukunft der Schweriner Pfaffenteichfähre plötzlich offen ist und welche Fragen die Stadt jetzt beantworten muss.

Die Zukunft der Pfaffenteichfähre „Petermännchen“ ist ungewisser als bislang angenommen. Nach ersten Störungen Anfang Juni steht inzwischen fest, dass die Fähre einen erheblichen Motorschaden hat. Der Motor wurde ausgebaut und wird derzeit von einem Fachbetrieb untersucht. Wie teuer eine Reparatur wird und wann das beliebte Schweriner Verkehrsmittel wieder fahren kann, ist noch offen.
Das geht aus einer Antwort der Stadtverwaltung auf eine Anfrage der Fraktion Unabhängige Bürger/FDP hervor, die SNO vorliegt. Demnach war zunächst von einem begrenzten technischen Defekt ausgegangen worden. Inzwischen habe sich jedoch gezeigt, dass eine vollständige Überholung des Motors erforderlich sei. Mit einem Ergebnis der Untersuchung werde innerhalb von zwei Wochen gerechnet. Erst danach könne die Stadt belastbare Angaben zu Schadensumfang, Reparaturkosten und Zeitplan machen.
Der Ausfall trifft die Stadt zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Eigentlich sollte das „Petermännchen“ noch mehrere Jahre über den Pfaffenteich fahren. Nach den bisherigen Planungen sollte eine sogenannte Landrevision den Betrieb der bestehenden Fähre bis etwa 2030 sichern. Dabei sollten unter anderem Motor, Wellen und Propeller überprüft, der Schiffsrumpf auf Korrosion und Schäden untersucht sowie der Unterwasseranstrich und sicherheitsrelevante Anlagen erneuert werden.
Ob dieser Plan nach dem Motorschaden noch Bestand haben kann, ist offen. Die Stadt will zunächst das Ergebnis der technischen Begutachtung abwarten.
Noch keine Vorbereitungen für Ersatzfähre
Brisant ist vor allem eine weitere Aussage der Verwaltung: Konkrete Schritte für einen Neubau oder die Beschaffung einer Ersatzfähre wurden bislang nicht unternommen. Als Grund nennt die Stadt, dass sie von einem Weiterbetrieb der vorhandenen Fähre ausgegangen sei.
Dabei beschäftigt die Zukunft des „Petermännchens“ die Schweriner Politik bereits seit Jahren. Die Stadtvertretung hatte sich ausdrücklich für den Erhalt des Fährangebotes ausgesprochen. Im vergangenen Jahr hatte die Verwaltung mehrere Möglichkeiten für die Zukunft der Verbindung geprüft: die Sanierung der Dieselfähre, einen Umbau auf Elektroantrieb oder den Neubau eines Elektro-Katamarans.
Für einen solchen Neubau lag nach damaligen Angaben ein Kostenvoranschlag über 490.000 Euro vor. Aus fachlicher Sicht galt diese Variante als die langfristig sinnvollste Lösung. Die Kosten sollten demnach aus städtischen Mitteln finanziert und in einem kommenden Doppelhaushalt berücksichtigt werden.
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Trotzdem war ein Ersatzneubau bislang erst für die Zeit nach dem geplanten Weiterbetrieb der jetzigen Fähre bis etwa 2030 vorgesehen. Auch die Sanierung der Fähranleger sollte nach bisherigem Stand nicht vor 2028 erfolgen. Nun muss die Stadt prüfen, ob dieser Zeitplan angesichts des Motorschadens noch realistisch ist.
UB/FDP fordert Klarheit über weitere Pläne
Die Fraktion Unabhängige Bürger/FDP hatte die Verwaltung nach Bekanntwerden des Schadens mit acht Fragen konfrontiert. Sie wollte unter anderem wissen, wie schwer der Schaden ist, welche Zukunftsvariante die Stadt verfolgt, ob neue Wirtschaftlichkeitsberechnungen vorliegen und welche Vorbereitungen für eine Ersatzbeschaffung getroffen wurden.
Die Fraktion stellt zudem infrage, ob der frühere Beschluss zum Erhalt des Fährangebotes tatsächlich als umgesetzt gelten kann. Noch im Mai 2025 hatte die Verwaltung erklärt, dass sowohl das Fährzeugnis als auch die wasserrechtliche Genehmigung bis Ende 2026 gültig seien. Damals hieß es abschließend: „Hiermit ist der Beschluss umgesetzt.“
Der aktuelle Ausfall hat diese Einschätzung zumindest in ein neues Licht gerückt. Die Fraktion fordert deshalb eine transparente Darstellung des technischen Zustands und Klarheit darüber, wie viel Geld und Zeit für einen dauerhaften Erhalt der Verbindung benötigt werden.
Wann das „Petermännchen“ wieder Passagiere über den Pfaffenteich bringen kann, bleibt vorerst offen. Die Stadt kündigte an, die Stadtvertretung und die Öffentlichkeit nach Abschluss der technischen Untersuchung über den Schadensumfang, Reparaturmöglichkeiten, Kosten und den weiteren Zeitplan zu informieren.




