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Motorschaden beim „Petermännchen“:
Wie geht es mit der Pfaffenteichfähre weiter?

Motorschaden statt Fährbetrieb: Das „Petermännchen“ liegt still. Warum die Zukunft der Schweriner Pfaffenteichfähre plötzlich offen ist und welche Fragen die Stadt jetzt beantworten muss.

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  • Veröffentlicht Juli 10, 2026
Petermännchenfähre
Das „Peter­män­nchen“ am Anleger des Schw­er­iner Pfaf­fen­te­ichs. Nach einem erhe­blichen Motorschaden ist die Zukun­ft der beliebten Fähre derzeit ungewiss.

Die Zukun­ft der Pfaf­fen­te­ich­fähre „Peter­män­nchen“ ist ungewiss­er als bis­lang angenom­men. Nach ersten Störun­gen Anfang Juni ste­ht inzwis­chen fest, dass die Fähre einen erhe­blichen Motorschaden hat. Der Motor wurde aus­ge­baut und wird derzeit von einem Fach­be­trieb unter­sucht. Wie teuer eine Reparatur wird und wann das beliebte Schw­er­iner Verkehrsmit­tel wieder fahren kann, ist noch offen.

Das geht aus ein­er Antwort der Stadtver­wal­tung auf eine Anfrage der Frak­tion Unab­hängige Bürger/FDP her­vor, die SNO vor­liegt. Dem­nach war zunächst von einem begren­zten tech­nis­chen Defekt aus­ge­gan­gen wor­den. Inzwis­chen habe sich jedoch gezeigt, dass eine voll­ständi­ge Über­hol­ung des Motors erforder­lich sei. Mit einem Ergeb­nis der Unter­suchung werde inner­halb von zwei Wochen gerech­net. Erst danach könne die Stadt belast­bare Angaben zu Schaden­sum­fang, Reparaturkosten und Zeit­plan machen.

Der Aus­fall trifft die Stadt zu einem ungün­sti­gen Zeit­punkt. Eigentlich sollte das „Peter­män­nchen“ noch mehrere Jahre über den Pfaf­fen­te­ich fahren. Nach den bish­eri­gen Pla­nun­gen sollte eine soge­nan­nte Lan­drevi­sion den Betrieb der beste­hen­den Fähre bis etwa 2030 sich­ern. Dabei soll­ten unter anderem Motor, Wellen und Pro­peller über­prüft, der Schiff­s­rumpf auf Kor­ro­sion und Schä­den unter­sucht sowie der Unter­wasser­anstrich und sicher­heit­srel­e­vante Anla­gen erneuert wer­den.

Ob dieser Plan nach dem Motorschaden noch Bestand haben kann, ist offen. Die Stadt will zunächst das Ergeb­nis der tech­nis­chen Begutach­tung abwarten.

Noch keine Vorbereitungen für Ersatzfähre

Brisant ist vor allem eine weit­ere Aus­sage der Ver­wal­tung: Konkrete Schritte für einen Neubau oder die Beschaf­fung ein­er Ersatzfähre wur­den bis­lang nicht unter­nom­men. Als Grund nen­nt die Stadt, dass sie von einem Weit­er­be­trieb der vorhan­de­nen Fähre aus­ge­gan­gen sei.

Dabei beschäftigt die Zukun­ft des „Peter­män­nchens“ die Schw­er­iner Poli­tik bere­its seit Jahren. Die Stadtvertre­tung hat­te sich aus­drück­lich für den Erhalt des Fährange­botes aus­ge­sprochen. Im ver­gan­genen Jahr hat­te die Ver­wal­tung mehrere Möglichkeit­en für die Zukun­ft der Verbindung geprüft: die Sanierung der Die­selfähre, einen Umbau auf Elek­troantrieb oder den Neubau eines Elek­tro-Kata­ma­rans.

Für einen solchen Neubau lag nach dama­li­gen Angaben ein Kosten­vo­ran­schlag über 490.000 Euro vor. Aus fach­lich­er Sicht galt diese Vari­ante als die langfristig sin­nvoll­ste Lösung. Die Kosten soll­ten dem­nach aus städtis­chen Mit­teln finanziert und in einem kom­menden Dop­pel­haushalt berück­sichtigt wer­den.


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Trotz­dem war ein Ersatzneubau bis­lang erst für die Zeit nach dem geplanten Weit­er­be­trieb der jet­zi­gen Fähre bis etwa 2030 vorge­se­hen. Auch die Sanierung der Fähran­leger sollte nach bish­erigem Stand nicht vor 2028 erfol­gen. Nun muss die Stadt prüfen, ob dieser Zeit­plan angesichts des Motorschadens noch real­is­tisch ist.

UB/FDP fordert Klarheit über weitere Pläne

Die Frak­tion Unab­hängige Bürger/FDP hat­te die Ver­wal­tung nach Bekan­ntwer­den des Schadens mit acht Fra­gen kon­fron­tiert. Sie wollte unter anderem wis­sen, wie schw­er der Schaden ist, welche Zukun­ftsvari­ante die Stadt ver­fol­gt, ob neue Wirtschaftlichkeits­berech­nun­gen vor­liegen und welche Vor­bere­itun­gen für eine Ersatzbeschaf­fung getrof­fen wur­den.

Die Frak­tion stellt zudem infrage, ob der frühere Beschluss zum Erhalt des Fährange­botes tat­säch­lich als umge­set­zt gel­ten kann. Noch im Mai 2025 hat­te die Ver­wal­tung erk­lärt, dass sowohl das Fährzeug­nis als auch die wasser­rechtliche Genehmi­gung bis Ende 2026 gültig seien. Damals hieß es abschließend: „Hier­mit ist der Beschluss umge­set­zt.“

Der aktuelle Aus­fall hat diese Ein­schätzung zumin­d­est in ein neues Licht gerückt. Die Frak­tion fordert deshalb eine trans­par­ente Darstel­lung des tech­nis­chen Zus­tands und Klarheit darüber, wie viel Geld und Zeit für einen dauer­haften Erhalt der Verbindung benötigt wer­den.

Wann das „Peter­män­nchen“ wieder Pas­sagiere über den Pfaf­fen­te­ich brin­gen kann, bleibt vor­erst offen. Die Stadt kündigte an, die Stadtvertre­tung und die Öffentlichkeit nach Abschluss der tech­nis­chen Unter­suchung über den Schaden­sum­fang, Reparatur­möglichkeit­en, Kosten und den weit­eren Zeit­plan zu informieren.