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Teure Pflegeplätze:
Pflegeheim in MV kostet erstmals mehr als 3.000 Euro Eigenanteil im Monat

Die Kosten für einen Pflegeheimplatz in MV steigen weiter. Im ersten Jahr werden inzwischen mehr als 3000 Euro Eigenanteil fällig. Der Ersatzkassenverband fordert Konsequenzen.

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  • Veröffentlicht Juli 14, 2026
Pflegeheim Kosten MV
 Ein Pfleger hil­ft einem Bewohn­er in einem Pflege­heim. Die Kosten für einen Heim­platz in Meck­len­burg-Vor­pom­mern sind deut­lich gestiegen. Erst­mals liegt der Eigenan­teil im ersten Jahr bei mehr als 3.000 Euro im Monat.

 

Die Kosten für einen Platz im Pflege­heim steigen in Meck­len­burg-Vor­pom­mern weit­er deut­lich. Erst­mals müssen Pflegebedürftige im ersten Jahr ihres Heimaufen­thalts durch­schnit­tlich mehr als 3000 Euro pro Monat aus eigen­er Tasche bezahlen. Nach ein­er aktuellen Auswer­tung des Ver­bands der Ersatzkassen (vdek) liegt die monatliche Eigen­beteili­gung bei 3032 Euro. Das sind zehn Prozent mehr als noch vor einem Jahr. Für Betrof­fene und ihre Fam­i­lien bedeutet die Entwick­lung eine immer größere finanzielle Belas­tung.

„Für die Pflegebedürfti­gen stellt diese Entwick­lung eine wach­sende Her­aus­forderung dar“, sagt Clau­dia Straub, Lei­t­erin der vdek-Lan­desvertre­tung Meck­len­burg-Vor­pom­mern. Gute Pflege und faire Löhne für Pflegekräfte seien richtig und notwendig. Es könne aber nicht sein, dass Pflegebedürftige und ihre Ange­höri­gen dadurch zunehmend finanziell über­fordert wür­den.

So teuer ist ein Pflegeheimplatz in MV

Wie hoch der Eigenan­teil aus­fällt, hängt auch davon ab, wie lange ein Pflegebedürftiger bere­its in ein­er sta­tionären Ein­rich­tung lebt. Die Pflegekassen beteili­gen sich seit 2022 mit Zuschüssen, die mit der Aufen­thalts­dauer steigen. Im ersten Jahr müssen Heim­be­wohn­er in Meck­len­burg-Vor­pom­mern derzeit durch­schnit­tlich 3032 Euro monatlich selb­st bezahlen. Im zweit­en Jahr sind es 2721 Euro, im drit­ten Jahr 2307 Euro. Erst ab dem vierten Jahr sinkt die durch­schnit­tliche Belas­tung auf 1790 Euro im Monat.

Die Zuschüsse der Pflegekassen brem­sen den Kos­te­nanstieg zwar ab. Stop­pen kon­nten sie ihn bis­lang jedoch nicht. Ein Grund für die steigen­den Eigenan­teile sind nach Angaben des Ersatzkassen­ver­bands die höheren Per­son­alkosten in der Pflege. Gle­ichzeit­ig müssen Bewohn­er von Pflege­heimen neben den pflegebe­d­ingten Kosten auch für Unterkun­ft und Verpfle­gung sowie Investi­tions- und Aus­bil­dungskosten aufkom­men.

Vdek fordert Nachbesserungen bei Pflegereform

Die neuen Zahlen wer­den zu einem Zeit­punkt veröf­fentlicht, an dem die Bun­desregierung eine größere Reform der Sozialen Pflegev­er­sicherung vor­bere­it­et. Das geplante Pfle­geneuord­nungs­ge­setz soll noch im Juli das Bun­desk­abi­nett passieren. Der Geset­zen­twurf enthält aus Sicht des vdek zwar wichtige Ansätze. Dazu gehören eine stärkere Aus­rich­tung auf Präven­tion und eine regelmäßige Erhöhung der Leis­tungs­be­träge ab dem Jahr 2028.

Bei der finanziellen Ent­las­tung von Pflegebedürfti­gen und ein­er gerechteren Finanzierung bleibe der Entwurf jedoch hin­ter den Erwartun­gen zurück, kri­tisiert der Ver­band. „Der vom Bund vorgelegte Entwurf für ein Pfle­geneuord­nungs­ge­setz verteilt die Las­ten allerd­ings weit­er­hin zu ein­seit­ig“, sagt Straub. Pflegebedürftige und Beitragszahlende wür­den zusät­zlich belastet, während sich Bund und Län­der finanziell stark zurück­hiel­ten.

Der vdek fordert deshalb Nachbesserun­gen im weit­eren Geset­zge­bungsver­fahren.

Land könnte Pflegebedürftige um 519 Euro im Monat entlasten

Ein zen­traler Kri­tikpunkt des Ver­bands sind die Investi­tions- und Aus­bil­dungskosten. Diese soll­ten nach Auf­fas­sung des vdek stärk­er von den Län­dern über­nom­men wer­den. Allein die Über­nahme der Investi­tion­skosten durch das Land würde Bewohn­er von Pflege­heimen in Meck­len­burg-Vor­pom­mern derzeit um durch­schnit­tlich 371 Euro pro Monat ent­las­ten.

Wür­den zusät­zlich die Aus­bil­dungskosten über­nom­men, kön­nte die monatliche Belas­tung nach Berech­nun­gen des Ver­bands sog­ar um ins­ge­samt 519 Euro sinken. Die Aus­bil­dungskosten liegen derzeit bei durch­schnit­tlich 148 Euro pro Monat. Für viele Betrof­fene bleibt der Umzug in ein Pflege­heim den­noch ein erhe­blich­es finanzielles Risiko. Reichen Einkom­men, Rente und Ver­mö­gen nicht aus, sind Pflegebedürftige unter Umstän­den auf staatliche Unter­stützung durch die soge­nan­nte Hil­fe zur Pflege angewiesen.

Der vdek fordert deshalb ein stärk­eres finanzielles Engage­ment von Bund und Län­dern. Die steigen­den Eigenan­teile seien ein deut­lich­er Beleg dafür, dass die Finanzierung der Pflegev­er­sicherung grundle­gend reformiert wer­den müsse.