„Plattenspringer“ wollen stadthistorisches Projekt über den Dreesch fortsetzen

Friedrich Engels Str

 

(pm/red) Ein erster großer Erfolg ist den „Plattenspringern“ vom Großen Dreesch schon gelungen: In dieser Woche lief erstmals auf dem offenen Kanal „Fernsehen in Schwerin“ der Dokumentationsfilm „Meine Platte, mein Dreesch, mein zu Hause“ und er wird auch noch am Wochenende dort zu sehen sein, danach soll er in der Mediathek jederzeit abrufbar sein.
Die Plattenspringer, Jugendliche aus dem AWO-Treffpunkt Déjà vu, haben sich im Oktober mit einem groß angelegten Projekt zur Stadtgeschichte zu Wort gemeldet.

Im Rahmen des Projektes Zeitensprünge der Stiftung Demokratische Jugend beschäftigten sie sich mit der Zeitgeschichte des Plattenbaus und ihrer Heimat, dem Dreesch Schwerin. Sie wollten der Entstehungsgeschichte auf den Grund gehen, dokumentieren und interessierten Bürgern einen Einblick darüber geben, wie es auf dem Großen Dreesch früher ausgesehen hatte, man wollte zudem der Frage nachgehen, wo es sonst noch Plattenbauten in Deutschland und anderen Ländern gäbe und auch der Frage nachgehen, warum in vielen Städten die Platte einen so schlechten Ruf hat und warum das auch bezüglich einzelner Nachbarschaften des seit einigen Jahren regelrecht erblühenden Dreesch immer noch der Fall ist.



Um diese Fragen beantworten zu können, sind die Jugendlichen weit in die Zeit zurück gesprungen. Die Wurzeln einer Bauweise, die sich auf vorgefertigte Plattenelemente stützt, reichen bis in das 12. Jahrhundert zurück. Damit hätte von den Jugendlichen keiner gerechnet. Eine echte Überraschung. Sogar Leonardo da Vinci bediente sich dieser Bauweise und entwickelte Gartenpavillons in Tafelbauweise. Es folgte eine wechselvolle Geschichte der Platte mit vielen Höhen und Tiefen. Immer wieder kam ihr große Bedeutung zu, wenn es darum ging möglichst schnell und wirtschaftlich Wohnungen für viele Menschen zu errichten – und das weltweit!

Prominente Zeitzeugen erzählen über den Dreesch

Die Plattenspringer wurden in ihren Recherchen von Zeitzeugen unterstützt. Sie befragten langjährige Anwohnerinnen und Anwohner vom Dreesch, die Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow sowie den ehemaligen Mitarbeiter des städtischen Bauamtes Schwerin Hans Joachim Peters. Die Bürgerinnen und Bürgern waren ebenfalls interaktiv aufgerufen, die Plattenspringer zu unterstützen. Per Facebook und WhatsApp erhielten sie Bilder vom Dreesch früher und heute, auch aus der Bevölkerung konnten und können sich immer noch Menschen, denen der Dreesch ans Herz gewachsen ist, an der Mitgestaltung des Geschichtsprojekts beteiligen.

Die gesamten Ergebnisse in Form von Info-Plakaten, Modellbauten der gängigsten Plattenbautypen WBS 70 und P2 und einem Dokumentationsfilm präsentierten die Plattenspringer auf dem 10. Jugendgeschichtstag im Schweriner Schloss. Doch damit nicht genug. Die Plattenspringer möchten weiter machen und allen Interessierten die Geschichte des Plattenbaus und des Schweriner Dreesch nahe bringen.

Plattenspringer brauchen weiter Eure Hilfe!

Und deshalb sind alle Interessierten, insbesondere Schulen, Kinder- und Jugendclubs sowie andere Einrichtungen, herzlich dazu aufgerufen, sich bei den Plattenspringern zu melden! Informationen zur Ausstellung gibt es direkt im AWO Treffpunkt Déjà vu, Parchimer Straße 2, 19063 Schwerin, unter 0385 3922104 oder bei Facebook „Jugendhaus Déjà vu“, Facebook „Plattenspringer“ oder direkt bei Denis Gottschalk, Christiane Dankert oder Anika Peschel vom Team Plattenspringer.

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