Serie von Vandalismus an Schweriner Schulen:
Polizei ermittelt wegen Brandstiftung und verfassungsfeindlicher Symbole
In Schwerin häufen sich Angriffe auf Schulen: Eine brennende Mülltonne, ein aufgesprühtes Hakenkreuz und beschädigte Alarmanlagen geben der Polizei Rätsel auf – die Ermittlungen laufen.

In Schwerin ist es erneut zu mehreren Vorfällen von Vandalismus an Schulen gekommen. Am Montagabend brannte eine Mülltonne an einer Grundschule in der Friedrich-Engels-Straße, wenig später wurde ein Hakenkreuz an einer weiteren Schule in der Andrej-Sacharow-Straße aufgesprüht. Bereits am Wochenende war es im Stadtteil Mueßer Holz zu erheblichen Sachbeschädigungen an einer Schule gekommen. Die Polizei ermittelt und prüft mögliche Zusammenhänge.
Brennende Mülltonne und Hakenkreuze
Gegen 20 Uhr meldeten Anwohner am Montag einen Brand in der Friedrich-Engels-Straße. Nach ersten Erkenntnissen setzten bislang unbekannte Täter eine Papiermülltonne in Brand, die direkt an der Fassade der dortigen Grundschule stand. Die alarmierte Feuerwehr konnte das Feuer löschen, bevor es auf das Gebäude übergriff. Die Mülltonne brannte jedoch fast vollständig nieder. Der entstandene Sachschaden wird auf etwa 300 Euro geschätzt. Die Polizei sicherte vor Ort Spuren und leitete ein Ermittlungsverfahren wegen Brandstiftung ein.
Nur wenig später wurde der Polizei die nächste Tat gemeldet: Zwischen 21 und 22.45 Uhr sprühten Unbekannte mit schwarzer Farbe ein etwa 50 mal 50 Zentimeter großes Hakenkreuz auf die Fassade eines Schulgebäudes in der Andrej-Sacharow-Straße. Auch hier sicherten die Beamten Spuren. Es wurde Anzeige wegen Sachbeschädigung und Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen erstattet.
Die Entfernung der verfassungsfeindlichen Schmiererei wurde nach Polizeiangaben umgehend veranlasst. Der Schaden an der Fassade wird vorläufig auf rund 200 Euro beziffert. „Wir nehmen solche Taten sehr ernst und ermitteln mit Nachdruck“, heißt es aus Polizeikreisen. Ob die Täter in beiden Montagsfällen identisch sind, ist derzeit noch unklar.
Vandalismus schon am Wochenende gemeldet
Bereits am Samstagabend hatten Unbekannte eine Schule im Stadtteil Mueßer Holz angegriffen. Ziel war der „Campus am Turm“ in der Hamburger Allee. Dort zerstörten die Täter nach bisherigen Erkenntnissen fünf elektronische Schalttafeln der Alarmanlage, offenbar durch den Einsatz von Pyrotechnik. Am Tatort stellten die Beamten Reste pyrotechnischer Erzeugnisse sicher. Die Schalttafeln sind seit der Tat unbrauchbar und müssen vollständig ersetzt werden. Der Sachschaden beläuft sich auf etwa 2.500 Euro. Die Kriminalpolizei ermittelt wegen Sachbeschädigung.
Ob es einen Zusammenhang zwischen den Sachbeschädigungen am Wochenende und den Vorfällen vom Montagabend gibt, ist Gegenstand der laufenden Ermittlungen. Die Polizei spricht von einer „deutlichen Häufung“ von Vorfällen an Schulen und kündigt verstärkte Präsenz und Kontrollen in Schulnähe an.
Polizei bittet um Hinweise
Für die Tat am „Campus am Turm“ am Samstagabend sucht die Polizei weiterhin Zeugen. Wer zwischen 19.45 Uhr und 22.50 Uhr verdächtige Personen in der Hamburger Allee bemerkt hat oder andere Hinweise geben kann, wird gebeten, sich bei der Polizei zu melden – telefonisch unter 0385 5180 2224 oder per E‑Mail an kk-schwerin@polmv.de.
Auch zu den Taten vom Montagabend an der Grundschule in der Friedrich-Engels-Straße und an der Schule in der Andrej-Sacharow-Straße bittet die Polizei um Hinweise aus der Bevölkerung. Jede Beobachtung, so gering sie zunächst erscheinen mag, könne bei der Aufklärung helfen.



