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Nach tötlichem Messerangriff:
Neue Polizeiwache am Marienplatz eröffnet – Was jahrelang unmöglich schien, ging plötzlich doch

Jahrelang wurde eine Rückkehr der Polizei an den Marienplatz als kaum möglich dargestellt. Nach dem tödlichen Messerangriff 2025 kam Bewegung in die Debatte. Jetzt ist die Wache eröffnet.

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  • Veröffentlicht Mai 30, 2026
Polizeiwache Marienplatz Schwerin
Nach 13 Jahren wieder zurück am Marien­platz: Die neue Polizeis­ta­tion wurde am Fre­itag offiziell eröffnet.
(Foto: max­press)

 

13 Jahre nach der Schließung der Polizei­wache am Marien­platz hat das Land Meck­len­burg-Vor­pom­mern am Fre­itag eine neue Sta­tion im Herzen der Schw­er­iner Innen­stadt eröffnet. Bemerkenswert ist dabei nicht nur die Rück­kehr der Polizei an einen der bekan­ntesten Plätze der Lan­deshaupt­stadt. Bemerkenswert ist auch, wie schnell plöt­zlich möglich wurde, was zuvor jahre­lang als kaum umset­zbar galt. Erst nach dem tödlichen Messeran­griff auf einen Jugendlichen im Feb­ru­ar 2025 kam Bewe­gung in die Debat­te um eine feste Polizei­wache.

Min­is­ter­präsi­dentin Manuela Schwe­sig (SPD) und Innen­min­is­ter Chris­t­ian Pegel (SPD) feierten die neue Wache in der Marien­platz-Galerie als wichti­gen Beitrag für mehr Sicher­heit im Zen­trum der Lan­deshaupt­stadt. Die Sta­tion erset­zt die bish­erige mobile Über­gangslö­sung und soll dauer­haft für mehr Präsenz und eine bessere Erre­ich­barkeit der Polizei sor­gen.

Die Wache verschwand 2013

Bere­its 2013 war die dama­lige Polizeis­ta­tion am Marien­platz geschlossen wor­den. Die Polizei zog in die Schlossstraße um. Seit­dem fehlte am wichtig­sten Verkehrsknoten­punkt der Stadt eine dauer­hafte Anlauf­stelle für Bürg­er und eine sicht­bare Polizeipräsenz mit fes­ten Räum­lichkeit­en.

Dabei entwick­elte sich der Marien­platz in den fol­gen­den Jahren zunehmend zu einem Bren­npunkt. Gewalt­straftat­en, Dro­gen­de­lik­te, Dieb­stäh­le und wiederkehrende Auseinan­der­set­zun­gen sorgten regelmäßig für Schlagzeilen. Kom­mu­nalpoli­tik­er, Geschäft­sleute und Anwohn­er forderten immer wieder eine stärkere Präsenz der Polizei und die Rück­kehr ein­er fes­ten Wache.

Aus dem Innen­min­is­teri­um kamen über Jahre jedoch keine Sig­nale für eine Rück­kehr. Als die Forderun­gen nach ein­er Polizei­wache am Marien­platz lauter wur­den, ver­wies das Land wieder­holt auf fehlende räum­liche Möglichkeit­en. Geeignete Stan­dorte seien nicht ver­füg­bar, eine Umset­zung daher nicht real­is­tisch.

Stattdessen set­zte die Polizei auf ver­stärk­te Kon­trollen, Streifen und später auf Videoüberwachung. Eine feste Wache blieb jedoch außer­halb des poli­tisch Mach­baren.

Der Messerangriff verändert die Lage

Der Wen­depunkt kam Anfang 2025. Am 4. Feb­ru­ar wurde ein 17-Jähriger nahe des Marien­platzes bei einem Messeran­griff tödlich ver­let­zt. Der Fall löste weit über Schw­erin hin­aus Entset­zen aus und führte zu ein­er neuen Debat­te über die Sicher­heit­slage in der Innen­stadt.

Bemerkenswert war die Geschwindigkeit, mit der sich die poli­tis­che Hal­tung danach änderte. Nur wenige Tage nach der Tat kündigte Innen­min­is­ter Chris­t­ian Pegel an, die Polizei werde auf den Marien­platz zurück­kehren. Zunächst wurde eine mobile Polizei­wache ein­gerichtet.

Was zuvor über Jahre als kaum umset­zbar dargestellt wor­den war, wurde nun inner­halb kurz­er Zeit auf den Weg gebracht.

Von der Containerlösung zur festen Station

Die mobile Wache sollte ursprünglich eine Über­gangslö­sung sein. Par­al­lel begann die Suche nach geeigneten Räu­men. Ende 2025 präsen­tierte das Innen­min­is­teri­um schließlich die Lösung: Die neue Polizeis­ta­tion sollte in der Marien­platz-Galerie entste­hen.

Am Fre­itag wurde sie nun offiziell eröffnet. Die Sta­tion erset­zt die bish­erige Con­tain­er­lö­sung und dient kün­ftig als dauer­hafter Stan­dort der Polizei im Zen­trum Schw­erins. Der Anzeige­di­enst soll mon­tags bis sam­stags von 10 bis 19 Uhr geöffnet sein. Zudem wer­den dort die Kon­tak­t­bere­ichs­beamten für mehrere Schw­er­iner Stadt­teile ihren Arbeit­splatz haben.

Regierung spricht von dauerhaftem Sicherheitskonzept

Min­is­ter­präsi­dentin Manuela Schwe­sig beze­ich­nete die neue Wache als Erfül­lung eines Wun­sches viel­er Schw­er­iner. Täglich wür­den rund 45.000 Men­schen den Marien­platz passieren. „Die meis­ten davon friedlich, aber lei­der nicht alle“, sagte sie bei der Eröff­nung.

Innen­min­is­ter Pegel ver­wies auf die Erfahrun­gen der ver­gan­genen Monate. Sicht­bare Polizeipräsenz wirke und erhöhe das Sicher­heits­ge­fühl. Gemein­sam mit mod­ernisiert­er Videoüberwachung und ver­stärk­ten Streifen sei die neue Sta­tion Teil eines umfassenden Sicher­heit­skonzeptes.

Mit der Eröff­nung endet vor­erst eine mehr als zehn­jährige Diskus­sion. Gle­ichzeit­ig dürfte die Frage bleiben, warum die Rück­kehr ein­er Polizei­wache am Marien­platz erst nach einem tödlichen Gewaltver­brechen möglich wurde.

Denn die Prob­leme des Platzes waren lange bekan­nt. Die Forderun­gen nach ein­er fes­ten Polizeipräsenz eben­falls. Geän­dert hat sich die poli­tis­che Lin­ie erst, nach­dem der Druck durch den Messeran­griff Anfang 2025 mas­siv gestiegen war.

Heute ste­ht dort wieder eine Polizei­wache. Genau an dem Ort, an dem sie schon vor 13 Jahren geschlossen wor­den war.

 


Der lange Weg zurück zur Polizeiwache

🔹 2013: Wache am Marien­platz schließt
Die Polizei gibt ihren Stan­dort am Marien­platz auf und zieht in die Schlossstraße um.

🔹 2013 bis 2024: Krim­i­nal­ität nimmt zu
Der Marien­platz entwick­elt sich zunehmend zum Bren­npunkt. Immer wieder gibt es Berichte über Gewalt, Dro­gen­han­del und Dieb­stäh­le.

🔹 Jahre­lange Forderun­gen bleiben erfol­g­los
Kom­mu­nalpoli­tik­er, Geschäft­sleute und Bürg­er ver­lan­gen eine stärkere Polizeipräsenz. Das Innen­min­is­teri­um ver­weist wieder­holt auf fehlende Möglichkeit­en für eine feste Wache.

🔹 4. Feb­ru­ar 2025: Tödlich­er Messeran­griff
Ein 17-Jähriger wird nahe des Marien­platzes erstochen. Der Fall löst lan­desweit Entset­zen aus und ver­schärft die Debat­te über die Sicher­heit­slage.

🔹 Wenige Tage später: Kur­swech­sel des Lan­des
Innen­min­is­ter Chris­t­ian Pegel kündigt die Rück­kehr der Polizei an den Marien­platz an. Eine mobile Polizei­wache wird aufgestellt.

🔹 2025: Suche nach dauer­haftem Stan­dort
Das Land begin­nt, geeignete Räume für eine feste Polizeis­ta­tion zu suchen.

🔹 Novem­ber 2025: Stan­dort ste­ht fest
Das Innen­min­is­teri­um präsen­tiert Räume in der Marien­platz-Galerie als kün­fti­gen Stan­dort der Polizei.

🔹 29. Mai 2026: Offizielle Eröff­nung
13 Jahre nach der Schließung wird die neue Polizeis­ta­tion am Marien­platz eröffnet. Sie erset­zt die bish­erige Con­tain­er­lö­sung.