Profi-Fußball in Corona-Zeiten

Nach mehreren Wochen des harten Lockdowns fehlen so vielen Menschen die alltägliche Normalität und Geselligkeit. Kein Einkaufsbummel, kein Restaurant, keine Konzerte und keine Feiern.

Wer den Fernseher anschaltet, sieht aber, wie die Bundesliga weiter läuft. Zwar ohne Publikum, aber der Profisport scheint in dieser Ausnahmezeit zu funktionieren.

Wie funktioniert der Profisport trotz Lockdown?

Während die Bundesbürger in allen Grundrechten eingeschränkt sind, scheint der Profisport im Fernsehen unverändert zu laufen. Das stößt Kritikern auf. So kommt es immer wieder zu Diskussionen auch auf Sporticos Fußball heute. Während Millionen Hobbykicker nicht auf dem Fußballplatz dürfen, wurde vermehrt die Forderung laut, der Profisport solle sich solidarisch zeigen und eine Pause einlegen.

So bedauernswert die jetzige Situation für ganz Deutschland ist, so unlogisch ist die Forderung nach einer Pause für die Profifußballer. Schließlich wird in diesen Tagen bei VW weiter produziert und die Handwerker erledigen ihre Aufträge. Die Deutsche Bahn hat ebenfalls ihren Verkehr nicht eingestellt. Der Großteil der Profis teilt die Meinung, das Gegenteil einer Pause ist die richtige Reaktion. Die Fußballer wollen arbeiten, den Fans spannende Spiele liefern und das unter sehr strengen Sicherheitskriterien. Darauf aufbauend hat die erste Bundesliga ein striktes und aufwändiges Gesundheitskonzept entwickelt, an die sich alle Mannschaften sowie der gesamte Trainerstab zu halten haben.

Bundesliga überzeugt Skeptiker

So hat sich die Vorbildrolle darauf verschoben, die Corona-Vorgaben und Einschränkungen genauestens einzuhalten. Noch im April letzten Jahres sah die Mehrheit der Deutschen nach den Ergebnissen einer Umfrage der DW den Start der Bundesliga skeptisch entgegen. Der DFL Chef Christian Seifert musste sehr viel Nerven und Stärke beweisen, um sein Konzept auch politisch zu rechtfertigen. Doch die Vergangenheit hat gezeigt, dass es ein paar Geisterspiele dauern sollte, bis sich diese Zweifel verflüchtigten.

Andere Sportarten sind im Windschatten von Fußball gefolgt, wie zum Beispiel der Radsport und Tennis, die ihre eigene Corona-Bubble aufbauten. Gemeint ist die Blase, in der sich die Sportler bewegen und keinen beziehungsweise fast keinen Kontakt zu anderen Menschen haben, während sie sich auf Wettkampfreise befinden. Ausgehend von mehreren Sportjournalisten verwendeten andere Organisationen das Fußballkonzept als Blaupause, um zurück zum Alltag der Profiliga zurückzukehren. Temporäre Ausbrüche, wie zum Beispiel in Hoffenheim und Köln, konnten unter großen Anstrengungen schnell wieder eingedämmt werden. Keine Frage, die 1. Bundesliga kann sich diese Anstrengungen leisten. Dafür notwendig sind regelmäßige und funktionierende Tests sowie ein hoher Hygiene-Standard auf den Reisen und eine lückenlose Verfolgung aller Kontakte für die Sportler. All diese Anforderungen lassen sich nun mal von keinem Hobbymannschaft oder Hobbysportler erfüllen.

Das ist schmerzhaft aber leider Realität. Die Profisportler bewegen sich nur in ihrem eigenen Umfeld ohne Kontakt zur Außenwelt, um das Infektionsrisiko nahezu ausschließen zu können. Wenn dann doch ein positiver Test durchrutscht, werden die Sportler, Trainer und Angestellte sofort isoliert und die Kontakte konsequent nachverfolgt. Schließlich steht der gesamte Bundesligabetrieb, Spiele und Turniere auf dem Spiel. Der Großteil der Fußballfans weiß es zu schätzen, die Spiele der Lieblingsmannschaft zu verfolgen und damit wenigstens ein Stück Normalität in den recht eintönigen und trostlosen Alltag zurück zu bekommen.

Redaktion

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