Do, 21. Mai 2026
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Vom Problemgebiet zum Treffpunkt:
Quartiersplatz in der Werdervorstadt geplant

Vom Problemgebiet zum Quartiersplatz: In Schwerin wird Am Werder weiterentwickelt. Am 9. Mai öffnet die Stadt das Gelände erstmals und zeigt, wie alte Planungen heute Realität werden.

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  • Veröffentlicht Mai 4, 2026
Quartiersplatz soll Stadtteil beleben. Foto: LHS
An dieser Stelle soll in Zukun­ft ein inte­gri­ert­er Quartier­splatz entste­hen. Foto: LHS

 

Die Schw­erin treibt ihre Entwick­lung zur „Stadt am Wass­er“ weit­er voran – und macht einen weit­eren Baustein dieser Strate­gie für die Bürg­er sicht­bar. Am 9. Mai 2026 öffnet die Lan­deshaupt­stadt im Rah­men des bun­desweit­en Tages der Städte­bauförderung das Gelände Am Werder 2 in der Werder­vorstadt. Auf der bis­lang weit­ge­hend abgeschot­teten Fläche soll in den kom­menden Jahren ein inte­gri­ert­er Quartier­splatz entste­hen.

Ein Areal im Wandel

Das rund 3.000 Quadrat­meter große Grund­stück liegt zwis­chen dem neuen Wohn­quarti­er Waisen­gärten und den Rand­bere­ichen der his­torischen Werder­vorstadt – in direk­ter Nähe zum Schw­er­iner See. Jahrzehn­te­lang war die Fläche rein pri­vat genutzt, vor allem gewerblich geprägt und im Stadt­ge­füge kaum ver­net­zt. Erst 2025 gelang es der Stadt, die Liegen­schaft mit Mit­teln der Städte­bauförderung anzukaufen.

Nun ist geplant, hier unter Ein­beziehung eines beste­hen­den Wohn- und Geschäft­shaus­es einen Quartier­splatz zu entwick­eln. Dieser soll kün­ftig als sozialer und räum­lich­er Mit­telpunkt des Vier­tels dienen und die Verbindung zwis­chen den umliegen­den Wohnge­bi­eten stärken.

Inter­essierte kön­nen sich am 9. Mai selb­st ein Bild machen: Ab 10 Uhr starten stündlich Führun­gen über das Gelände, die let­zte begin­nt um 13 Uhr. Der Zugang erfol­gt über die Born­höved­straße.

Rückblick: Deutliche Mängel im Jahr 2008

Dass genau diese Fläche heute im Fokus ste­ht, hat mit ihrer Vorgeschichte zu tun. Bere­its im April 2008 hat­te ein Abschluss­bericht zu vor­bere­i­t­en­den Unter­suchun­gen die Sit­u­a­tion in der Werder­vorstadt umfassend analysiert. Das mit einem ernüchtern­den Ergeb­nis.

 

Stad­ten­twick­lung am Wass­er: In der Werder­vorstadt von Schw­erin soll Am Werder ein Quartier­splatz entste­hen. Foto: LHS

 

Das Gebi­et „Werdervorstadt/Wasserkante Born­höved­straße“ wurde damals als „zer­gliedert und beziehungs­los“ beschrieben. Große Teile seien „über­wiegend ohne stadträum­liche Ord­nung“, geprägt von Brach­flächen, unge­ord­neten Nutzun­gen und funk­tionalen Defiziten. Beson­ders kri­tisch war die Sit­u­a­tion ent­lang des Wassers. Obwohl die Werder­vorstadt direkt am See liegt, war dieser für die Öffentlichkeit kaum zugänglich. Im Bericht heißt es dazu, die rund einen Kilo­me­ter lange Wasserkante sei „fak­tisch nicht für eine Nutzung durch die All­ge­mein­heit zugängig“.

Ursachen waren vor allem pri­vate Nutzun­gen, gewerbliche Struk­turen, Boot­shäuser und fehlende Wege­beziehun­gen. Große Flächen – etwa das ehe­ma­lige Klär­w­erk – wirk­ten zusät­zlich als Bar­ri­eren zwis­chen Stadt und Wass­er. Auch der Bere­ich Am Werder wurde kri­tisch bew­ertet. Er sei „stadträum­lich und funk­tionell unge­ord­net“ und nutze seine Lage am See „völ­lig unzure­ichend“.

Politischer Beschluss und langfristige Strategie

Auf Grund­lage dieser Analyse beschloss die Stadtvertre­tung am 7. Juli 2008 die förm­liche Fes­tle­gung des Sanierungs­ge­bi­etes „Werdervorstadt/Wasserkante Born­höved­straße“. Ziel war es, die fest­gestell­ten Missstände sys­tem­a­tisch zu beseit­i­gen und die Ufer­bere­iche über ein zusam­men­hän­gen­des Grün- und Frei­flächen­sys­tem öffentlich zugänglich zu machen.

Die Leitlin­ien waren klar for­muliert: mehr öffentliche Räume am Wass­er, bessere Ver­net­zung der Quartiere, Aufw­er­tung brach­liegen­der Flächen und eine ins­ge­samt höhere Leben­squal­ität für die Bewohn­er.

Fortschritte seit 2008

In den Jahren nach dem Beschluss wur­den zahlre­iche Maß­nah­men umge­set­zt. Ins­ge­samt rund 2,7 Mil­lio­nen Euro aus Städte­bauför­der­mit­teln flossen in die Entwick­lung des Gebi­etes. Damit kon­nten wesentliche Sanierungsziele erre­icht wer­den. Vor allem die Bere­iche „Am Werder“ und „Hafen Born­höved­straße“ haben deut­lich an Attrak­tiv­ität gewon­nen. Straßen­räume wur­den erneuert, Zugänge verbessert und erste Ufer­bere­iche geöffnet.

Die angestrebte Öff­nung des Seeufers ist heute zumin­d­est teil­weise Real­ität. Gle­ichzeit­ig zeigt sich: Der Prozess ist langfristig angelegt, viele Maß­nah­men befind­en sich weit­er­hin in Pla­nung oder Umset­zung.

Neue Impulse durch „Zukunft Stadtgrün“

Ein weit­er­er wichtiger Schritt fol­gte 2019. Die Stadtvertre­tung beschloss das Förderge­bi­et „Stadt­Grün Werdervorstadt/Wasserkante Born­höved­straße“ und sicherte sich damit Mit­tel aus dem Bund-Län­der-Pro­gramm „Zukun­ft Stadt­grün“.

Rund 1,2 Mil­lio­nen Euro ste­hen sei­ther für zusät­zliche Maß­nah­men zur Ver­fü­gung. Geplant sind unter anderem ein durchge­hen­der Ufer­weg und ein Stadt­strand am Schw­er­iner See. Ziel ist es, die grüne Infra­struk­tur zu stärken und die Aufen­thalt­squal­ität weit­er zu erhöhen.

Der Schw­er­punkt dieser neuen Maß­nah­men liegt im Bere­ich „Am Werder Ufer“ – und damit genau dort, wo nun auch das Pro­jekt Am Werder 2 umge­set­zt wird.

Mehr als ein Einzelgebiet

Die Entwick­lung des Gelän­des Am Werder 2 ist somit mehr als ein Einzel­pro­jekt. Sie ist Teil ein­er langfristi­gen Strate­gie, die bere­its vor fast zwei Jahrzehn­ten begonnen hat und nun Schritt für Schritt umge­set­zt wird. Der geplante Quartier­splatz soll kün­ftig eine wichtige Funk­tion im Stadt­teil übernehmen: als Tre­ff­punkt für die Nach­barschaft, als verbinden­des Ele­ment zwis­chen alten und neuen Wohn­quartieren und als Zugangspunkt zum Wass­er.

Damit wird ein zen­trales Ziel der Stad­ten­twick­lung sicht­bar: aus ehe­mals abgeschot­teten und min­der­genutzten Flächen lebendi­ge öffentliche Räume zu schaf­fen.

Bürger können sich informieren

Der Tag der Städte­bauförderung bietet nun die Gele­gen­heit, diesen Wan­del vor Ort zu erleben. Besuch­er kön­nen nicht nur einen Blick auf das Gelände wer­fen, son­dern auch mehr über die Pla­nun­gen und die Entwick­lung der Werder­vorstadt erfahren. Gle­ichzeit­ig zeigt das Pro­jekt, wie lang­wierig Stad­ten­twick­lung sein kann und wie kon­se­quent Schw­erin seinen Weg zur „Stadt am Wass­er“ ver­fol­gt.

Was 2008 als Prob­lemge­bi­et beschrieben wurde, entwick­elt sich heute Schritt für Schritt zu einem attrak­tiv­en Stad­traum. Der Quartier­splatz Am Werder kön­nte dabei zu einem sicht­baren Sym­bol dieses Wan­dels wer­den.