Sa, 11. Juli 2026
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Mit Fördermitteln oder Investoren:
Was für ein Quartiersplatz wird aus der Premium-Fläche am Schweriner See?

Die Verwaltung möchte auf der Fläche “Am Werder 2” einen Quartiersplatz errichten. Nun sollten Anwohner sich das Grundstück anschauen und auch Ideen einbringen.

  • Veröffentlicht Juni 23, 2026
Der amtierende Oberbürgermeister eröffnete den ersten Rundgang über das Gelände für den neuen Quartiersplatz in der Werdervorstadt. (Foto: Chris Loose)
Der amtierende Ober­bürg­er­meis­ter eröffnete den ersten Rundgang über das Gelände für den neuen Quartier­splatz in der Werder­vorstadt. (Foto: Chris Loose)

Eine 3.000 Quadrat­meter große Fläche in der Werder­vorstadt – wenige Meter bis zur Badestelle am Schw­er­iner See und fußläu­fig zur Innen­stadt. Auf der Fläche der ehe­ma­li­gen Beleuch­tungs­fir­ma Heber­mehl soll ein Quartier­splatz entste­hen. Die Stadt kaufte die Fläche im ver­gan­genen Jahr mit För­der­mit­teln. Wie soll dieser Quartier­splatz ausse­hen? In diese Entschei­dung sollen die Anwohner­in­nen und Anwohn­er mit ein­be­zo­gen wer­den. “Die Ver­wal­tung hat natür­lich viele Ideen”, scherzte der amtierende Ober­bürg­er­meis­ter Bernd Not­te­baum (CDU) bei sein­er Eröff­nungsansprache. Am Ende stellt sich aber auch immer die Frage nach der Finanzierung.

Flohmarkt mit “Kutterscholle und Speckstippe”

Das Event “Dein Platz im Quarti­er” war gut besucht. Bere­its kurz nach­dem die Tore geöffnet wur­den, schaut­en sich rund 100 Men­schen das Gelände an. Musikalis­che Unter­malung lieferte das Schw­er­iner Duo “Kut­ter­scholle mit Speck­stippe”. Es gab einen Flohmarkt, Hot Dogs und noch mehr. Um die Ideen der Anwohner­in­nen und Anwohn­er einzusam­meln hat­te die Ver­wal­tung eine “Mit­mach­box” aufgestellt in die Vorschläge einge­wor­fen wer­den kon­nten. Außer­dem gab es sechs ver­schiedene Auf­steller mit Fra­gen. Dort kon­nten mit Post-Its Ideen und Anre­gun­gen hin­ter­lassen wer­den.

Mit diesen Plakaten wollte die Verwaltung zum Mitmachen anregen. (Foto: Chris Loose)
Mit diesen Plakat­en wollte die Ver­wal­tung zum Mit­machen anre­gen. (Foto: Chris Loose)

Sport, Natur oder Garagen?

Die angepin­nten Vorschläge waren vielfältig: Sport­geräte und Fahrrad­stän­der, anmi­et­bare Gara­gen für die Anwohn­er, eine Zweirad­w­erk­statt oder auch ein Super­markt. Vielle­icht aber auch eine Ver­mi­etung für Kajaks und Kanus um auf dem Schw­er­iner See zu pad­deln. Ideen wur­den viele einge­bracht, nun muss die Ver­wal­tung prüfen, was davon umset­zbar ist. Ein ähn­lich­es Work­shop-For­mat gab es für die Badestelle und die umliegende Fläche “Am Werder” schon ein­mal. Dort ent­stand auch die Idee eines Stadt­stran­des, die wurde aber nicht mehr inten­siv weit­er ver­fol­gt, auch aus Kosten­grün­den.

Ohne Fördermittel kein Quartiersplatz?

Der Stadtvertreter Gerd Güll (FDP) ist von der Ver­wal­tungs-Idee des Quar­tisplatzes nicht überzeugt: “Hier wird Wun­schdenken ohne Nach­haltigkeit ver­mit­telt.” Laut Güll solle man eher darüber nach­denken auf der Fläche Läden des täglichen Bedarfs anzusiedeln. Einen Super­markt gibt es in den Waisen­gärten und im östlichen Teil der Werder­vorstadt nicht, obwohl hier in den ver­gan­genen Jahren viele Woh­nun­gen geschaf­fen wur­den. “Man sollte hier keinen zusät­zlichen Verkehr erzeu­gen, son­dern fußläu­fig Einkauf­s­möglichkeit­en bieten”, so Güll weit­er.

Große Verän­derun­gen wird Schw­erin aus eigen­er finanzieller Kraft auf der Fläche “Am Werder 2” nicht voll­brin­gen kön­nen. “Ohne För­der­mit­tel wird das nichts”, weiß auch Not­te­baum. Damit För­der­mit­tel beantragt wer­den kön­nen braucht es zuerst ein Konzept, das muss die Ver­wal­tung erar­beit­en. Auch die Stadtvertre­tung muss dann noch mit ein­be­zo­gen wer­den. In der ein­er Vor­lage für die kom­mende Sitzung wird das Vorhaben zumin­d­est schon­mal erwäh­nt. Dort heißt es aber auch, dass das Pro­jekt erst­mal weit­er “qual­i­fiziert” wer­den soll.

Meinung: Warten oder Handeln?

Von Christoph Loose

Ein Quartier­splatz für die Werder­vorstadt mit viel Pflanzen und Grün klingt erst­mal toll. Beson­ders, da er an ein­er Stelle liegen soll, an der der Zugang zum Wass­er nicht durch Boot­shäuser block­iert ist. Ärg­er­lich ist es, wenn so eine tolle Idee am Geld scheit­ert. Die Kassen sind auf Bundes‑, Lan­des- und Kom­mu­nalebene irgend­wie immer leer und die Konkur­renz um För­der­mit­tel wird in den näch­sten Jahren wohl mehr wer­den.

Das Gute ist, dass der Stadt die Fläche bere­its gehört. Die Stadt­poli­tik muss nun entschei­den, ob sie auf För­der­mit­tel hof­fen will. Die kön­nten dann auch wieder an Bedin­gun­gen gekop­pelt sein. Oder ob die Stadt ver­suchen will das Pro­jekt sel­ber mit Unter­stützung von Inve­storen auf die Beine zu stellen.

Vielle­icht lässt sich am Ende auch alles kom­binieren: Ein Quartier­splatz muss ja nicht unbe­d­ingt auf Bodenebene sein. Warum kein Super­markt im Erdgeschoss, darüber Park­plätze und ganz oben ein Quartier­splatz mit viel Grün und ein biss­chen Gas­tronomie. Vielle­icht wird ein öffentlich­er Quartier­splatz dann keine finanzielle Belas­tung für die Stadt und die öffentliche Hand, son­dern trägt sich selb­st. Und Bier mit Blick über den Schw­er­iner See kön­nte es auch noch geben.


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