Rabbi Wolff – Hommage an einen kleinen, großen Schweriner

Am 10. September ab 17:30 Uhr, dem ersten Todestag des ehemaligen Landesrabbiners William Wolff, zeigen der Leiter des Kulturausschusses, Dr. Daniel Trepsdorf, und das Filmtheater CAPITOL den wunderbaren Dokumentarfilm „Ein Gentleman vor dem Herrn“.

Schwerins Ehrenbürger prägte den intereligiösen Dialog

Vor einem Jahr starb mit Rabbi Wolff eine wichtige Integrationsfigur des öffentlichen Lebens sowie des interreligiösen Dialogs in Mecklenburg-Vorpommern. Heute gibt es 19 Synagogen in MV, doch lediglich in Rostock und Schwerin wird ein regelmäßiges Gemeindeleben gepflegt. Dennoch sind die Synagogen des Landes entlang der ostdeutschen Ostseeküste erneut Orte der Begegnung, des Austausches, religiöser Reflexion, Stätten von Kunst und Kultur.

Ein Jahr nach dem Tod Rabbi Wolffs dient ein Gedenkabend dafür, um über jüdisches Leben in Deutschland und MV zu sprechen. Denn jüdisches Leben gehört seit 1.700 Jahren zur Mitte Europas, so wie sich die Völker des Kontinents stets in einem interessanten wie auch spannungsreichen und doch sich wechselseitig inspirierenden Austausch befunden haben.

Im Zusammenhang mit dem Gedenken haben die Schwerinerinnen und Schweriner die Möglichkeit, den mehrfach ausgezeichneten Dokumentarfilm „Rabbi Wolff – ein Gentleman vor dem Herrn“ 10. Sep. ab 17:30h, noch einmal auf der großen Kinoleinwand im historischen Saal 1 des Filmtheaters CAPITOL zu sehen. Regie führte bei diesem eindrücklichen Werk Britta Wauer, die dem engagierten Rabbi aus MV damit ein filmisches Denkmal setzte, welches die Zeit überdauern wird. Der Eintritt ist frei.

 

Anschließendes Filmgespräch über Wolffs Vermächtnis und das jüdisch-deutsche Leben

Gemeinsam mit Dr. Hansjörg Schmutzler, dem Beauftragten für jüdisches Leben in MV, sowie weiteren spannenden Gästen, wird in einem Filmgespräch über ausgewählte Perspektiven jüdisch-deutschen Lebens gesprochen. Mit dabei ist der Leiter des Moses-Mendelssohn-Zentrums in Potsdam, Peter Schüler, dessen Eltern die Shoah im britischen Exil überlebten. In der Biographie des Bürgerrechtlers Schüler selbst laufen viele bemerkenswerte Aspekte jüdischen Lebens in der ehem. DDR und der Berliner Republik zusammen. Ein weiterer Teilnehmer des Podiums, der Schweriner Stadtpräsident Sebastian Ehlers (CDU), ist u. a. als Vorsitzender des Fördervereins Jüdisches Gemeindezentrum Schwerin seit langem dem Dialog der Religionen verbunden. – Vor kurzem eröffnete in Mecklenburg-Vorpommern die Dokumentations- & Informationsstelle Antisemitismus in MV (DIA-MV). Von dieser neuen Institution wird ebenfalls eine Mitarbeiterin vor Ort im CAPITOL sein, um über ihre Arbeit zu berichten.

Rabbi Wolff war religionsübergreifend eine Integrationsfigur, die weit über die Landeshauptstadt Schwerin und MV hinaus auf die Menschen wirkte. Er war fraglos ein Versöhner aber auch ein Mahner, der uns aufgefordert hat, uns kritisch mit den Brüchen und Irrwegen des menschlichen Miteinanders in der Geschichte auseinanderzusetzen. Jemand, der uns aufgezeigt hat, das gelebte Menschlichkeit und Zugewandtheit die wirklich relevanten Tugenden eines gelingenden Zusammenlebens sind.

„Die Welt braucht echte Charaktere. Menschen, die kantig, vielleicht auch auf sympathische Art und Weise ein wenig skurril, unverwechselbar und in jedem Fall auch authentisch sind. Persönlichkeiten, wie Landesrabbiner William Wolff es zweifellos gewesen ist. Personen, die geistige Orientierung geben und die uns beweisen, dass man das Leben nicht gemäß ‚Schema F‘ leben muss, sondern wir im Gegenteil aufgefordert sind, unserem Leben eine eigene Prägung zu verleihen und dabei offen für die Bedürfnisse und die Freiheits- und Beteiligungswünsche anderer zu bleiben.“, so Dr. Daniel Trepsdorf, Organisator des Abends, Stadtvertreter der Linken und Vorsitzender des Kulturausschusses der Landeshauptstadt, „Genau so eine Persönlichkeit war Rabbi Wolff und deshalb erinnern wir uns in Schwerin und MV so gern an ihn. Zudem mahnt uns selbstverständlich sein Andenken, in unserem Engagement gegen Rassismus und Antisemitismus auch in Mecklenburg-Vorpommern nicht nachzulassen!“

Die Veranstaltung wird rechtzeitig vor Sonnenuntergang, also noch vor Einsetzen des Shabbat, beendet werden.

 

Kartenvorverkauf über das Capitol

Kontakt Dr. Trepsdorf unter 0160-7474028 oder kontakt@daniel-trepsdorf.de

Aufgrund der gelten COVID19-Hygieneregeln wird um rechtzeitige Buchung der Freikarten gebeten unter:

Filmpalast Capitol Schwerin
in den Schweriner Höfen
Wismarsche Straße 128
19053 Schwerin

Die Karten für den Rabbi-Wolff-Abend sind auch online mit wenigen Klicks buchbar:
https://capitol.filmpalast.de/detail/93043/Hommage%20an%20Rabbi%20Wolff

Die Karten können im CAPITOL abgeholt werden. Sollten Sie Ihre Karten doch nicht nutzen oder anderweitig verhindert sein, wird darum gebeten im CAPITOL Bescheid zu geben. So können andere Schwerinerinnen und Schweriner an dem Filmerlebnis teilhaben.


Telefon: (03 85) 59 18 018
E-Mail: schwerin@filmpalast.de

Da das Platzkontingent beschränkt ist, sichert eine rechtzeitige Buchung einen guten Platz.

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