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Eis statt Sicherheit:
Radfahrer kritisieren Schweriner Winterdienst

Während Straßen geräumt sind, bleiben viele öffentliche Radwege vereist – ADFC und Radentscheid fordern ein Umdenken bei den Prioritäten.

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  • Veröffentlicht Februar 7, 2026
Vereiste Radwege wie hier in Schwerin machen das Radfahren im Winter zur gefährlichen Herausforderung.
Vereiste Rad­wege wie hier in Schw­erin machen das Rad­fahren im Win­ter zur gefährlichen Her­aus­forderung, Foto: max­press

Schw­erin zeigt sich dieser Tage win­ter­lich, doch für viele Rad­fahrer wird jede Fahrt zum Risiko. Zwar sind Neben­straßen, Gehwege vor Pri­vat­grund­stück­en und große Verkehrsach­sen inzwis­chen weit­ge­hend schnee- und eis­frei, auf vie­len öffentlichen Rad­we­gen herrschen jedoch weit­er­hin gefährliche Bedin­gun­gen. Fest­ge­fahren­er Schneematsch und dicke Eiskrusten prä­gen das Bild – aus­gerech­net dort, wo täglich zahlre­iche Men­schen mit dem Fahrrad unter­wegs sind.

Beson­ders brisant: Selb­st zen­trale Orte wie der Bere­ich vor dem Schloss, öffentliche Park­plätze an der Werder­straße, der Obotriten­ring oder Wege im Schloss­park sind betrof­fen. Für Fahrrad­pendler bedeutet das Auswe­ichen auf vereiste Spuren oder riskante Fahrten auf der Straße. „Man fragt sich schon, warum nicht ein­mal die Haupt­fahrradrouten geräumt wer­den“, heißt es in einem Leser­brief, der die Sit­u­a­tion deut­lich kri­tisiert.

Winterdienst mit klarer Priorität

Auch der All­ge­meine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) greift das The­ma auf. Der Tenor: Der Win­ter­di­enst funk­tion­iert – allerd­ings fast auss­chließlich für den Autoverkehr. Während die Straßen wieder befahrbar sind, dienen abge­tren­nte Fahrrad­spuren häu­fig als Ablage­fläche für den geräumten Schnee. Rad­fahrer und Fußgänger sollen sich offen­bar mit den Gefahren arrang­ieren.

Der ADFC stellt dabei nicht grund­sät­zlich infrage, dass die Lan­deshaupt­stadt den Rad­verkehr fördern will. Doch ger­ade in Zeit­en knap­per Ressourcen zeige sich, wo die Pri­or­itäten liegen. Aus Sicht des Ver­ban­des gäbe es dur­chaus Alter­na­tiv­en: So kön­nten weniger wichtige Straßen später geräumt wer­den, um Per­son­al und Mate­r­i­al gezielt für zen­trale Fahrrad­trassen einzuset­zen. Aut­o­fahrer, so das Argu­ment, kön­nten sich eher auf win­ter­liche Fahrbah­n­ver­hält­nisse ein­stellen als Rad­fahrer auf vereiste Wege.

ADFC sammelt Erfahrungen – Diskussion angekündigt

Angesichts des ver­gle­ich­sweise harten Win­ters möchte der ADFC das Gespräch mit der Stadt suchen. Dafür wer­den konkrete Erfahrun­gen und Vorschläge aus der Bevölkerung gesam­melt. Rad­fahrende Schw­er­iner sind aufgerufen, ihre Beobach­tun­gen per E‑Mail an kontakt@adfc-schwerin.de zu schick­en.

Auch der Radentscheid Schw­erin greift das The­ma auf und lädt zur öffentlichen Diskus­sion ein – am Don­ner­stag, 12. März, 18 Uhr im Wich­ern­saal (Apothek­er­straße 48).
Ziel ist es, gemein­sam Lösun­gen zu find­en, damit Schw­erin nicht nur im Som­mer eine fahrrad­fre­undliche Stadt ist.