Trotz Verzögerungen:
Stadt plant bereits Parkgebühren an der neuen Radsporthalle
Bis zu 500.000 Euro Einnahmen pro Jahr erwartet die Stadt: Obwohl die Radsporthalle noch nicht fertig ist, soll auf den neuen Parkflächen am Lambrechtsgrund bereits ab Oktober kassiert werden.

Foto: Stefan Rochow
Während der Bau der neuen Radsporthalle am Lambrechtsgrund nach der Kündigung der Stahlbaufirma erheblich unter Druck geraten ist, treibt die Stadt Schwerin die Planungen rund um das Projekt weiter voran. So soll auf den neu entstehenden Parkflächen bereits ab Oktober eine entgeltliche Parkraumbewirtschaftung eingeführt werden. Das geht aus einer Beschlussvorlage hervor, die in den kommenden Wochen in den politischen Gremien beraten werden soll.
Die Pläne kommen zu einem Zeitpunkt, an dem die Zukunft des Millionenprojekts erneut intensiv diskutiert wird. Erst Ende Mai war bekannt geworden, dass die Stadt die beauftragte Stahlbaufirma gekündigt hat. Das betroffene Gewerk muss europaweit neu ausgeschrieben werden. Nach internen Einschätzungen könnte sich die Fertigstellung der Halle dadurch bis Anfang 2028 verzögern.
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Trotz dieser Probleme hält die Stadt am Projekt fest. Auf dem Gelände am Lambrechtsgrund sollen künftig rund 500 Stellplätze zur Verfügung stehen. Die Verwaltung begründet die geplante Einführung von Parkentgelten mit einer geordneten Steuerung des ruhenden Verkehrs sowie der Refinanzierung der Investitionen und laufenden Betriebskosten.
Bis zu 500.000 Euro Einnahmen pro Jahr erwartet
Nach den Berechnungen der Verwaltung könnten mit der Bewirtschaftung der Parkflächen jährlich bis zu 500.000 Euro an Bruttoeinnahmen erzielt werden. Nach Abzug von Betriebskosten und vertraglich geregelten Erlösanteilen rechnet die Stadt mit jährlichen Nettoerlösen zwischen 250.000 und 300.000 Euro.
Diese Einnahmen sollen dazu beitragen, die Investitionen in den neuen Parkplatz teilweise zu refinanzieren. Allein für den Neubau der Parkflächen wurden im Wirtschaftsplan des Eigenbetriebes Zentrales Gebäudemanagement zusätzlich eine Million Euro veranschlagt.
Die geplanten Tarife liegen inzwischen ebenfalls vor. Demnach sollen Autofahrer künftig 1,50 Euro je angefangene Stunde zahlen. Ein Tagesticket soll zehn Euro kosten. Wer weniger als 20 Minuten auf dem Gelände parkt, soll dagegen kostenlos bleiben. Für Dauerparker ist ein Monatstarif von 47,60 Euro vorgesehen.
Antrag Ehrenamtliche zu befreien
Die Einführung der Parkgebühren stößt allerdings nicht überall auf Zustimmung. Deshalb haben die Fraktion Unabhängige Bürger/FDP und die SPD-Fraktion einen gemeinsamen Ergänzungsantrag eingebracht. Dieser sieht vor, ehrenamtlich tätige Trainer, Übungsleiter, Betreuer und Schiedsrichter von den Parkentgelten zu befreien.
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Zur Begründung verweisen die Antragsteller auf die große Bedeutung des Ehrenamts für den Sportbetrieb am Lambrechtsgrund. Viele Trainer und Betreuer würden mehrmals pro Woche direkt nach ihrer Arbeit zu Trainings- und Wettkampfstätten fahren. Zusätzliche Parkkosten könnten für diese Personengruppe zu einer regelmäßigen finanziellen Belastung werden.
„Die Landeshauptstadt Schwerin bezeichnet sich zu Recht als Sportstadt. Dieser Anspruch sollte sich auch in den Rahmenbedingungen für die ehrenamtliche Vereinsarbeit widerspiegeln“, heißt es in dem Antrag.
Parkplatz auch für Großveranstaltungen wichtig
Eine besondere Rolle soll der Parkplatz künftig bei Veranstaltungen spielen. Die Flächen stehen in engem Zusammenhang mit der Palmberg-Arena und der Sport- und Kongresshalle. Für Veranstaltungstage ist deshalb eine gesonderte Regelung vorgesehen. Ein Teil der Einnahmen aus dem Parkbetrieb soll nach Abzug der Bewirtschaftungskosten an die Lambrechtsgrund Betriebsgesellschaft weitergeleitet werden.
Gleichzeitig soll der Parkplatz weiterhin als Park-and-Ride-Standort erhalten bleiben. Darüber hinaus prüft die Stadt gemeinsam mit dem Nahverkehr Schwerin die Einführung eines Kombitickets, das Parken und die Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs miteinander verbindet.
Signal für den Weiterbau
Die Vorlage macht deutlich, dass die Stadt trotz der Schwierigkeiten beim Hallenbau weiter von einer Fertigstellung des Projekts ausgeht. Während über die Zukunft des Stahlbaus und mögliche Mehrkosten noch verhandelt wird, laufen die Planungen für den Betrieb des gesamten Areals bereits auf Hochtouren.
Mit der neuen Halle soll Schwerin langfristig zu einem zentralen Standort des Bahnradsports in Mecklenburg-Vorpommern werden. Die aktuelle Debatte zeigt jedoch auch: Selbst bevor die ersten Sportler ihre Runden auf der Bahn drehen können, wird bereits darüber diskutiert, wie die Infrastruktur rund um das Großprojekt finanziert werden soll.




