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Trotz Verzögerungen:
Stadt plant bereits Parkgebühren an der neuen Radsporthalle

Bis zu 500.000 Euro Einnahmen pro Jahr erwartet die Stadt: Obwohl die Radsporthalle noch nicht fertig ist, soll auf den neuen Parkflächen am Lambrechtsgrund bereits ab Oktober kassiert werden.

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  • Veröffentlicht Juni 11, 2026
Radsporthalle Schwerin
Rund um die neue Rad­sporthalle entste­hen etwa 500 Stellplätze. Kün­ftig sollen Nutzer für das Parken dort bezahlen.
Foto: Ste­fan Rochow

 

Während der Bau der neuen Rad­sporthalle am Lam­brechts­grund nach der Kündi­gung der Stahlbau­fir­ma erhe­blich unter Druck ger­at­en ist, treibt die Stadt Schw­erin die Pla­nun­gen rund um das Pro­jekt weit­er voran. So soll auf den neu entste­hen­den Park­flächen bere­its ab Okto­ber eine ent­geltliche Par­kraum­be­wirtschaf­tung einge­führt wer­den. Das geht aus ein­er Beschlussvor­lage her­vor, die in den kom­menden Wochen in den poli­tis­chen Gremien berat­en wer­den soll.

Die Pläne kom­men zu einem Zeit­punkt, an dem die Zukun­ft des Mil­lio­nen­pro­jek­ts erneut inten­siv disku­tiert wird. Erst Ende Mai war bekan­nt gewor­den, dass die Stadt die beauf­tragte Stahlbau­fir­ma gekündigt hat. Das betrof­fene Gew­erk muss europaweit neu aus­geschrieben wer­den. Nach inter­nen Ein­schätzun­gen kön­nte sich die Fer­tig­stel­lung der Halle dadurch bis Anfang 2028 verzögern.

 


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Trotz dieser Prob­leme hält die Stadt am Pro­jekt fest. Auf dem Gelände am Lam­brechts­grund sollen kün­ftig rund 500 Stellplätze zur Ver­fü­gung ste­hen. Die Ver­wal­tung begrün­det die geplante Ein­führung von Parkent­gel­ten mit ein­er geord­neten Steuerung des ruhen­den Verkehrs sowie der Refi­nanzierung der Investi­tio­nen und laufend­en Betrieb­skosten.

Bis zu 500.000 Euro Einnahmen pro Jahr erwartet

Nach den Berech­nun­gen der Ver­wal­tung kön­nten mit der Bewirtschaf­tung der Park­flächen jährlich bis zu 500.000 Euro an Brut­toein­nah­men erzielt wer­den. Nach Abzug von Betrieb­skosten und ver­traglich geregel­ten Erlösan­teilen rech­net die Stadt mit jährlichen Net­to­er­lösen zwis­chen 250.000 und 300.000 Euro.

Diese Ein­nah­men sollen dazu beitra­gen, die Investi­tio­nen in den neuen Park­platz teil­weise zu refi­nanzieren. Allein für den Neubau der Park­flächen wur­den im Wirtschaft­s­plan des Eigen­be­triebes Zen­trales Gebäude­m­an­age­ment zusät­zlich eine Mil­lion Euro ver­an­schlagt.

Die geplanten Tar­ife liegen inzwis­chen eben­falls vor. Dem­nach sollen Aut­o­fahrer kün­ftig 1,50 Euro je ange­fan­gene Stunde zahlen. Ein Tage­stick­et soll zehn Euro kosten. Wer weniger als 20 Minuten auf dem Gelände parkt, soll dage­gen kosten­los bleiben. Für Dauer­park­er ist ein Monat­starif von 47,60 Euro vorge­se­hen.

Antrag Ehrenamtliche zu befreien

Die Ein­führung der Parkge­bühren stößt allerd­ings nicht über­all auf Zus­tim­mung. Deshalb haben die Frak­tion Unab­hängige Bürger/FDP und die SPD-Frak­tion einen gemein­samen Ergänzungsantrag einge­bracht. Dieser sieht vor, ehre­namtlich tätige Train­er, Übungsleit­er, Betreuer und Schied­srichter von den Parkent­gel­ten zu befreien.

 


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Zur Begrün­dung ver­weisen die Antrag­steller auf die große Bedeu­tung des Ehre­namts für den Sport­be­trieb am Lam­brechts­grund. Viele Train­er und Betreuer wür­den mehrmals pro Woche direkt nach ihrer Arbeit zu Train­ings- und Wet­tkampf­stät­ten fahren. Zusät­zliche Parkkosten kön­nten für diese Per­so­n­en­gruppe zu ein­er regelmäßi­gen finanziellen Belas­tung wer­den.

„Die Lan­deshaupt­stadt Schw­erin beze­ich­net sich zu Recht als Sport­stadt. Dieser Anspruch sollte sich auch in den Rah­menbe­din­gun­gen für die ehre­namtliche Vere­in­sar­beit wider­spiegeln“, heißt es in dem Antrag.

Parkplatz auch für Großveranstaltungen wichtig

Eine beson­dere Rolle soll der Park­platz kün­ftig bei Ver­anstal­tun­gen spie­len. Die Flächen ste­hen in engem Zusam­men­hang mit der Palm­berg-Are­na und der Sport- und Kon­gresshalle. Für Ver­anstal­tungstage ist deshalb eine geson­derte Regelung vorge­se­hen. Ein Teil der Ein­nah­men aus dem Park­be­trieb soll nach Abzug der Bewirtschaf­tungskosten an die Lam­brechts­grund Betrieb­s­ge­sellschaft weit­ergeleit­et wer­den.

Gle­ichzeit­ig soll der Park­platz weit­er­hin als Park-and-Ride-Stan­dort erhal­ten bleiben. Darüber hin­aus prüft die Stadt gemein­sam mit dem Nahverkehr Schw­erin die Ein­führung eines Kom­b­i­tick­ets, das Parken und die Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs miteinan­der verbindet.

Signal für den Weiterbau

Die Vor­lage macht deut­lich, dass die Stadt trotz der Schwierigkeit­en beim Hal­len­bau weit­er von ein­er Fer­tig­stel­lung des Pro­jek­ts aus­ge­ht. Während über die Zukun­ft des Stahlbaus und mögliche Mehrkosten noch ver­han­delt wird, laufen die Pla­nun­gen für den Betrieb des gesamten Are­als bere­its auf Hoch­touren.

Mit der neuen Halle soll Schw­erin langfristig zu einem zen­tralen Stan­dort des Bah­n­rad­sports in Meck­len­burg-Vor­pom­mern wer­den. Die aktuelle Debat­te zeigt jedoch auch: Selb­st bevor die ersten Sportler ihre Run­den auf der Bahn drehen kön­nen, wird bere­its darüber disku­tiert, wie die Infra­struk­tur rund um das Großpro­jekt finanziert wer­den soll.