Nach Problemen beim Stahlbau:
Wie geht es mit der Radsporthalle weiter?
Trotz Kündigung beim Stahlbau hält die Stadt an der neuen Radsporthalle fest. Doch die Probleme bringen das Millionenprojekt weiter unter Druck. Mit Folgen für Zeitplan und Kosten.

Die neue Radsporthalle am Lambrechtsgrund in Schwerin soll trotz der massiven Probleme beim Stahlbau weitergebaut werden. Das geht aus einer internen Mitteilung der Stadtverwaltung an die Stadtvertretung hervor, die SNO vorliegt. Demnach wird das betroffene Gewerk nach der Kündigung des bisherigen Unternehmens nun europaweit neu ausgeschrieben. Einen Baustopp sieht die Verwaltung derzeit nicht.
Die Kündigung hat allerdings erhebliche Folgen für den weiteren Ablauf. Laut interner Einschätzung wird aktuell erst zu Jahresbeginn 2028 mit einer Fertigstellung gerechnet. Gleichzeitig könnten durch die Verzögerung zusätzliche Kosten bei weiteren Gewerken entstehen. Wie hoch die finanziellen Auswirkungen tatsächlich ausfallen, lasse sich aber erst nach Abschluss der Neuausschreibung genauer beziffern.
Die Stadt bereitet die Ausschreibung derzeit gemeinsam mit einer Kanzlei vor. Hintergrund ist unter anderem, dass die bereits erstellte Werk- und Montageplanung weiter genutzt werden soll. Außerdem sollen die Anforderungen an künftige Bieter verschärft werden. Ziel sei es, Unternehmen mit mangelnder Leistungsfähigkeit oder Zuverlässigkeit künftig von Zuschlägen auszuschließen.
Trotz der Probleme laufen andere Arbeiten auf der Baustelle nach Angaben der Verwaltung weiter planmäßig. Genannt werden unter anderem der Innenausbau des Funktionstraktes, Erschließungsarbeiten, die Herstellung der Außenanlagen sowie die Wiederherstellung des Stadions Lambrechtsgrund. Auch mögliche rechtliche Schritte spielen inzwischen eine Rolle. Laut dem internen Papier werden Schadensersatzansprüche geprüft. Eine SNO-Anfrage an das gekündigte Unternehmen blieb unbeantwortet.
Fördermittelgeber informiert
Die Schwierigkeiten rund um den Stahlbau beschäftigen inzwischen auch die Fördermittelgeber. Das zuständige Ministerium sei über die Kündigung sowie die daraus entstehenden zeitlichen Verschiebungen informiert worden. Dabei sei auch über mögliche Mehrkosten gesprochen worden, konkrete Summen gebe es bislang jedoch nicht.
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Der Eigenanteil der Stadt an dem Projekt liegt laut der Mitteilung derzeit bei rund 3,5 Millionen Euro. Sollte sich die Finanzierungslage weiter verschärfen, sollen die Fördermittelgeber erneut eingebunden und gemeinsam nach Lösungen gesucht werden.
Warum die Halle gebaut wird
Mit der neuen Halle soll Schwerin zu einem wichtigen Standort für den Bahnradsport in Mecklenburg-Vorpommern werden. Bislang gibt es im Land keine moderne überdachte Trainings- und Wettkampfstätte für diese Sportart. Vereine und Nachwuchsathleten mussten deshalb häufig auf Anlagen außerhalb des Bundeslandes ausweichen.
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Die Halle soll künftig sowohl dem Leistungs- und Nachwuchssport als auch Vereinen und Schulen zur Verfügung stehen. Das Projekt gilt deshalb seit Jahren als bedeutendes Vorhaben für die Sportinfrastruktur in Mecklenburg-Vorpommern.
Lange Vorgeschichte
Die Planungen für die Radsporthalle laufen bereits seit mehreren Jahren. Diskussionen gab es immer wieder über Standort, Finanzierung und Baukosten. Nachdem das Projekt schließlich auf den Weg gebracht worden war, kam es mehrfach zu Verzögerungen.
Mit den Problemen beim Stahlbau hat das Vorhaben nun einen weiteren schweren Rückschlag erlitten. Nach Einschätzung der Stadt soll die Halle dennoch weiterhin in der ursprünglich geplanten Form umgesetzt werden.




