„Schlechtester Platz der Stadt“:
Stadtvertretung soll Geld für Neumühle bereitstellen
Der Rasenplatz in Neumühle gilt nach Einschätzung vieler Nutzer als der schlechteste in Schwerin. Die UB/FDP-Fraktion fordert deshalb jetzt Geld für eine umfassende Sanierung im Doppelhaushalt 2027/2028.

Der Rasenplatz in Neumühle soll umfassend saniert werden. Dafür setzt sich die Fraktion Unabhängige Bürger/FDP in der Schweriner Stadtvertretung ein. Mit einem Antrag für die kommenden Beratungen fordert die Fraktion die Aufnahme entsprechender Finanzmittel in den Doppelhaushalt 2027/2028 der Landeshauptstadt.
Der Oberbürgermeister soll beauftragt werden, die notwendigen finanziellen Mittel für die Erneuerung der Sportanlage im Haushaltsentwurf vorzusehen und der Stadtvertretung einen konkreten Finanzierungsvorschlag vorzulegen. Nach Ansicht der Antragsteller besteht dringender Handlungsbedarf. Der Rasenplatz befinde sich bereits seit längerer Zeit in einem unzureichenden Zustand und weise erhebliche Mängel auf. Die Qualität der Spielfläche habe sich in den vergangenen Jahren kontinuierlich verschlechtert.
Nach Einschätzung vieler Nutzerinnen und Nutzer gilt die Anlage inzwischen sogar als der schlechteste Rasenplatz im gesamten Schweriner Stadtgebiet. Trainings- und Spielbetrieb seien dadurch erheblich eingeschränkt.
Trainingsbedingungen seit Jahren ein Problem
Die schlechten Platzverhältnisse wirken sich nach Angaben der Fraktion unmittelbar auf den Vereinsbetrieb aus. Unebenheiten und Abnutzungserscheinungen erschweren den Trainingsalltag und beeinträchtigen die Durchführung von Punktspielen. Besonders betroffen ist der Neumühler SV. Der Verein zählt zu den größten Breitensportvereinen der Landeshauptstadt und engagiert sich seit Jahren intensiv im Kinder- und Jugendsport.
Die Antragsteller betonen, dass eine moderne und sichere Sportinfrastruktur eine wichtige Voraussetzung für erfolgreiche Vereinsarbeit sei. Gerade für Kinder und Jugendliche müssten verlässliche Trainingsbedingungen geschaffen werden. Zugleich verweisen sie darauf, dass die Bereitstellung und Unterhaltung kommunaler Sportstätten Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge sei und deshalb eine besondere Verantwortung der Stadt bestehe.
Fördermittel brachten bereits Verbesserungen
Ganz ohne Investitionen blieb die Sportanlage in Neumühle in den vergangenen Jahren allerdings nicht. Bereits im Rahmen des Bundesförderprogramms „Sanierung kommunaler Sportstätten“ wurden Verbesserungen auf den Weg gebracht. Aus dem bundesweiten Fördertopf, der insgesamt rund 330 Millionen Euro umfasst, erhielt die Landeshauptstadt Mittel für mehrere Sportprojekte. Davon profitierte auch die Anlage in Neumühle.
So wurde die Erneuerung der Flutlichtanlage vorgesehen. Die bisherige Beleuchtung soll durch moderne und energieeffiziente LED-Technik ersetzt werden. Darüber hinaus wurde die Errichtung eines neuen Ballfangzaunes geplant. Die Maßnahmen verbessern die Infrastruktur rund um den Sportplatz deutlich. An der grundsätzlichen Problematik des sanierungsbedürftigen Rasens ändern sie jedoch nichts. Genau hier setzt nun der aktuelle Antrag der UB/FDP-Fraktion an.
Haushaltssituation erschwert Investitionen
Die Forderung kommt zu einer Zeit, in der Schwerin finanziell unter Druck steht. Die Landeshauptstadt kämpft seit Jahren mit angespannten Haushalten und ist bei Investitionen zunehmend auf Fördermittel angewiesen. Umso intensiver wird in Politik und Verwaltung darüber diskutiert, welche Projekte finanziert werden können und welche zunächst zurückgestellt werden müssen. Gerade im Bereich Sport konkurrieren zahlreiche Vorhaben um begrenzte Mittel.
So warten auch andere Vereine auf Investitionen. Die SG Dynamo Schwerin setzt sich seit längerem für die Umwandlung eines Trainingsplatzes in Lankow zu einem Kunstrasenplatz ein. Ein entsprechender Vorstoß scheiterte bislang an fehlenden Haushaltsmitteln.Auch die Sporthalle an der Reiferbahn, Heimstätte des SV Grün-Weiß Schwerin, soll mit Hilfe von Fördermitteln modernisiert werden. Geplant sind dort unter anderem eine neue LED-Beleuchtung, eine Fluchttreppe sowie eine Dachsanierung.
Entscheidung soll noch in Haushaltsberatungen einfließen
Nach Auffassung der Antragsteller ist jetzt der richtige Zeitpunkt für eine Entscheidung. Die Aufstellung des Doppelhaushaltes 2027/2028 befinde sich bereits in einer fortgeschrittenen Phase.
Eine frühzeitige Beschlussfassung sei notwendig, damit die Sanierung des Rasenplatzes noch in die laufenden Haushaltsberatungen aufgenommen werden könne. Andernfalls drohe eine weitere Verschiebung des Projekts. Sollte die Stadtvertretung dem Antrag zustimmen, müsste die Verwaltung die Kosten ermitteln und einen Finanzierungsvorschlag vorlegen. Anschließend würden die Mittel im Rahmen der Haushaltsverhandlungen beraten.





