Schweriner Zoo plant Bereich für heimische Arten:
Rebhuhn-Bestände drastisch eingebrochen
Im Zoo Schwerin beraten Artenschützer über den Schutz heimischer Tierarten wie Rebhuhn, Kiebitz und Feldhamster.

Im Zoo Schwerin haben Fachleute aus Zoos, Wissenschaft und Naturschutzorganisationen über den Schutz bedrohter Tierarten beraten. Anlass war die zweitägige Artenschutz-Fachtagung der Stiftung Artenschutz und des Verband der Zoologischen Gärten, die nun zu Ende gegangen ist.
Rund 50 Expertinnen und Experten aus dem deutschsprachigen Raum nahmen an der mittlerweile zwölften Tagung der Arbeitsgruppe Artenschutz teil. Im Mittelpunkt standen dabei nicht nur internationale Schutzprogramme, sondern zunehmend auch bedrohte heimische Arten wie Rebhuhn, Feldhamster und Kiebitz.
Dramatischer Rückgang vieler heimischer Arten
Besonders alarmierend bewerten Fachleute die Entwicklung beim Rebhuhn. Nach Angaben der Tagungsteilnehmer sind die Bestände der Vogelart in Europa seit 1980 um rund 93 Prozent zurückgegangen. Ursachen seien vor allem intensive Landwirtschaft, der Verlust von Blühflächen und Heckenstrukturen sowie der Einsatz von Pestiziden.
Von gezielten Schutzmaßnahmen für das Rebhuhn würden zugleich zahlreiche weitere Tierarten profitieren, darunter Feldhasen, Feldhamster, Kiebitze und viele Insektenarten. Ziel der Fachkonferenz war es deshalb, Schutzprojekte künftig stärker an den positiven Auswirkungen auf ganze Ökosysteme auszurichten.
Der Geschäftsführer der Stiftung Artenschutz, Tobias Kohl, erklärte, Zoos und Naturschutzinstitutionen müssten sich enger vernetzen, um gefährdete Arten frühzeitig identifizieren und wirksam schützen zu können. Der Artenschutz „vor der eigenen Haustür“ dürfe dabei nicht vernachlässigt werden.
Schweriner Zoo plant Bereich für heimische Arten
Der Schweriner Zoo will seine Aktivitäten im regionalen Artenschutz weiter ausbauen. Geplant ist ein eigener Bereich für heimische Tierarten rund um die bestehende Teichanlage. Dort sollen Besucher künftig stärker für den Verlust biologischer Vielfalt sensibilisiert werden.
Nach Angaben des Zoos sind außerdem Zuchtstationen für bedrohte Arten sowie Projekte zur Wiederansiedlung vorgesehen. Unterstützt werden sollen die Vorhaben durch Kooperationen mit wissenschaftlichen Einrichtungen und Naturschutzorganisationen.
Zoodirektor Tim Schikora betonte, der Zoo wolle globale und regionale Artenschutzprojekte gleichermaßen fördern. Dafür sei inzwischen auch eine neue Stelle zur Koordination von Umwelt- und Artenschutz geschaffen worden, die sich insbesondere mit heimischen Arten befasse.
Besucher unterstützen Projekte mit Umwelteuro
Finanziell unterstützt werden regionale Schutzmaßnahmen unter anderem durch freiwillige Spenden der Besucherinnen und Besucher. Über den sogenannten Umwelteuro („UWE“) fließen Mittel gezielt in lokale Artenschutzprojekte.
Mit der Ausrichtung der Tagung unterstreicht der Schweriner Zoo nach eigenen Angaben seine Rolle als aktiver Partner im nationalen und internationalen Artenschutz. Das nächste Treffen der Arbeitsgruppe Artenschutz soll im Herbst in Münster stattfinden.




