Mo, 13. Juli 2026
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Schweriner Zoo plant Bereich für heimische Arten:
Rebhuhn-Bestände drastisch eingebrochen

Im Zoo Schwerin beraten Artenschützer über den Schutz heimischer Tierarten wie Rebhuhn, Kiebitz und Feldhamster.

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  • Veröffentlicht Mai 11, 2026
Mit­tels ein­er App kön­nen heimis­che Arten fotografiert und in ein­er europaweit­en Daten­bank doku­men­tiert wer­den. In den let­zten Wochen wur­den im Zoo Schw­erin bere­its über 150 heimis­che Arten beobachtet und einge­tra­gen. Foto: Zoo Schw­erin

 

Im Zoo Schw­erin haben Fach­leute aus Zoos, Wis­senschaft und Naturschut­zor­gan­i­sa­tio­nen über den Schutz bedro­hter Tier­arten berat­en. Anlass war die zweitägige Arten­schutz-Fach­ta­gung der Stiftung Arten­schutz und des Ver­band der Zool­o­gis­chen Gärten, die nun zu Ende gegan­gen ist.

Rund 50 Exper­tin­nen und Experten aus dem deutschsprachi­gen Raum nah­men an der mit­tler­weile zwölften Tagung der Arbeits­gruppe Arten­schutz teil. Im Mit­telpunkt standen dabei nicht nur inter­na­tionale Schutzpro­gramme, son­dern zunehmend auch bedro­hte heimis­che Arten wie Reb­huhn, Feld­ham­ster und Kieb­itz.

Dramatischer Rückgang vieler heimischer Arten

Beson­ders alarmierend bew­erten Fach­leute die Entwick­lung beim Reb­huhn. Nach Angaben der Tagung­steil­nehmer sind die Bestände der Voge­lart in Europa seit 1980 um rund 93 Prozent zurück­ge­gan­gen. Ursachen seien vor allem inten­sive Land­wirtschaft, der Ver­lust von Blüh­flächen und Heck­en­struk­turen sowie der Ein­satz von Pes­tiziden.

Von geziel­ten Schutz­maß­nah­men für das Reb­huhn wür­den zugle­ich zahlre­iche weit­ere Tier­arten prof­i­tieren, darunter Feld­hasen, Feld­ham­ster, Kieb­itze und viele Insek­te­narten. Ziel der Fachkon­ferenz war es deshalb, Schutzpro­jek­te kün­ftig stärk­er an den pos­i­tiv­en Auswirkun­gen auf ganze Ökosys­teme auszuricht­en.

Der Geschäfts­führer der Stiftung Arten­schutz, Tobias Kohl, erk­lärte, Zoos und Naturschutzin­sti­tu­tio­nen müssten sich enger ver­net­zen, um gefährdete Arten frühzeit­ig iden­ti­fizieren und wirk­sam schützen zu kön­nen. Der Arten­schutz „vor der eige­nen Haustür“ dürfe dabei nicht ver­nach­läs­sigt wer­den.

Schweriner Zoo plant Bereich für heimische Arten

Der Schw­er­iner Zoo will seine Aktiv­itäten im regionalen Arten­schutz weit­er aus­bauen. Geplant ist ein eigen­er Bere­ich für heimis­che Tier­arten rund um die beste­hende Teichan­lage. Dort sollen Besuch­er kün­ftig stärk­er für den Ver­lust biol­o­gis­ch­er Vielfalt sen­si­bil­isiert wer­den.

Nach Angaben des Zoos sind außer­dem Zucht­sta­tio­nen für bedro­hte Arten sowie Pro­jek­te zur Wieder­an­sied­lung vorge­se­hen. Unter­stützt wer­den sollen die Vorhaben durch Koop­er­a­tio­nen mit wis­senschaftlichen Ein­rich­tun­gen und Naturschut­zor­gan­i­sa­tio­nen.

Zood­i­rek­tor Tim Schiko­ra betonte, der Zoo wolle glob­ale und regionale Arten­schutzpro­jek­te gle­icher­maßen fördern. Dafür sei inzwis­chen auch eine neue Stelle zur Koor­di­na­tion von Umwelt- und Arten­schutz geschaf­fen wor­den, die sich ins­beson­dere mit heimis­chen Arten befasse.

Besucher unterstützen Projekte mit Umwelteuro

Finanziell unter­stützt wer­den regionale Schutz­maß­nah­men unter anderem durch frei­willige Spenden der Besucherin­nen und Besuch­er. Über den soge­nan­nten Umwel­teu­ro („UWE“) fließen Mit­tel gezielt in lokale Arten­schutzpro­jek­te.

Mit der Aus­rich­tung der Tagung unter­stre­icht der Schw­er­iner Zoo nach eige­nen Angaben seine Rolle als aktiv­er Part­ner im nationalen und inter­na­tionalen Arten­schutz. Das näch­ste Tre­f­fen der Arbeits­gruppe Arten­schutz soll im Herb­st in Mün­ster stat­tfind­en.