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Lokale Wirtschaft:
Red Rebane beendet Taschenproduktion in Schwerin

Nach 14 Jahren stellt Red Rebane die Taschenproduktion in Schwerin ein. Das Unternehmen nennt hohe Kosten und Fachkräftemangel. Wirtschaftsdaten zeigen ähnliche Probleme in Westmecklenburg.

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  • Veröffentlicht August 28, 2026
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In der Schw­er­iner Man­u­fak­tur von Red Rebane wur­den Taschen und Ruck­säcke in Han­dar­beit gefer­tigt. Nach 14 Jahren wird die Pro­duk­tion nun eingestellt. Archiv­fo­to: Stadt­mar­ket­ing

 


In Kürze:

  • Red Rebane been­det nach 14 Jahren die Taschen- und Ruck­sack­pro­duk­tion; das Insol­ven­zver­fahren über die GmbH wurde am 1. August eröffnet.
  • Das Unternehmen nen­nt Material‑, Energie- und Lohnkosten sowie Fachkräfte­man­gel als wesentliche Belas­tun­gen. IHK-Dat­en zeigen ähn­liche Prob­leme in der regionalen Wirtschaft.
  • Boot­s­pla­nen und Persen­nin­gen sowie Easy EXO sollen weit­erge­führt wer­den; neue Red-Rebane-Taschen wer­den nicht mehr pro­duziert.

 

Die Taschen­marke Red Rebane been­det nach 14 Jahren die Pro­duk­tion von Taschen und Ruck­säck­en in Schw­erin. Die Red Rebane GmbH befind­et sich im Insol­ven­zver­fahren. Das Unternehmen begrün­det das Ende der Fer­ti­gung vor allem mit Material‑, Energie- und Lohnkosten sowie Fachkräfte­man­gel.

Das Insol­ven­zver­fahren über die Red Rebane GmbH wurde am 1. August 2026 vom Amts­gericht Schw­erin eröffnet. Als Insol­ven­z­grund wird Zahlung­sun­fähigkeit genan­nt.

Auf ein­er eige­nen Inter­net­seite beschreibt Red Rebane die Entwick­lung der ver­gan­genen Jahre. Man habe neue Mitar­beit­er gesucht, Prozesse verän­dert und ver­schiedene Möglichkeit­en aus­pro­biert, die Pro­duk­tion wirtschaftlich fortzuführen. Let­ztlich sei das bish­erige Geschäftsmod­ell unter den gegen­wär­ti­gen Bedin­gun­gen nicht mehr tragfähig gewe­sen.

Damit endet eine Pro­duk­tion, die eng mit dem Stan­dort ver­bun­den war. 2012 begann die Geschichte von Red Rebane. Seit­dem ver­ließen nach Angaben des Unternehmens Tausende Taschen und Ruck­säcke die Werk­statt. Die Marke wurde nach eigen­er Darstel­lung auch über Deutsch­land hin­aus bekan­nt. Zeitweise beschäftigte das Unternehmen zehn Mitar­beit­er. Zum Schluss waren es vier.

Was hinter dem Produktionsstopp steckt

Einen einzel­nen Aus­lös­er für das Ende nen­nt Red Rebane nicht. Vielmehr beschreibt das Unternehmen eine Kom­bi­na­tion ver­schieden­er Belas­tun­gen. Mate­ri­alkosten, Energiepreise und Löhne hät­ten die Fer­ti­gung ver­teuert, zugle­ich sei es immer schwieriger gewor­den, geeignete Fachkräfte zu find­en.

Ger­ade für eine Man­u­fak­tur ist Per­son­al ein entschei­den­der Fak­tor. Taschen und Ruck­säcke wur­den nicht als anonyme Massen­ware gehan­delt, son­dern vor Ort gefer­tigt. Fehlen dafür qual­i­fizierte Beschäftigte oder steigen die Kosten der arbeitsin­ten­siv­en Pro­duk­tion, wirkt sich dies unmit­tel­bar auf das Geschäftsmod­ell aus.

Red Rebane selb­st schreibt, lange um die Fort­führung gekämpft zu haben. Neue Mitar­beit­er seien gesucht und Arbeitsabläufe verän­dert wor­den. Diese Maß­nah­men hät­ten let­ztlich nicht aus­gere­icht.

Mit­grün­der Chris­t­ian Kar­ius beschreibt die Sit­u­a­tion gegenüber dem „Nord­kuri­er“ so: „Lei­der war die Her­stel­lung unser­er Taschen und Ruck­säcke in Deutsch­land unter den heuti­gen wirtschaftlichen Bedin­gun­gen nicht mehr möglich. Deshalb mussten wir die Pro­duk­tion ein­stellen.“ Auch habe man in der Coro­n­azeit Kred­ite aufnehmen müssen, die nun fäl­lig gewor­den seien.

Ein schwieriges Umfeld für Unternehmen

Die von Red Rebane genan­nten Belas­tun­gen sind nicht auf die Taschen­man­u­fak­tur beschränkt. Aktuelle Dat­en der Indus­trie- und Han­del­skam­mer zu Schw­erin zeigen, dass Unternehmen in West­meck­len­burg mit mehreren ähn­lichen Prob­le­men kämpfen.

Der Kon­junk­turk­li­main­dex der IHK sank im Früh­som­mer 2026 gegenüber dem Jahres­be­ginn um 9,3 Punk­te auf 80,1 Punk­te. Nur sieben Prozent der befragten Unternehmen erwarteten für die kom­menden Monate eine bessere Geschäft­slage. 47 Prozent gin­gen dage­gen von ein­er Ver­schlechterung aus.

Auch die Kosten bleiben ein wichtiges The­ma. 64 Prozent der befragten Unternehmen beze­ich­neten Energiepreise als Geschäft­srisiko. Bei den Arbeit­skosten spricht die IHK von ein­er deut­lichen Mehrheit der Unternehmen, die diese als zu hoch bew­ertet.

Hinzu kom­men schwache Nach­frage und Per­son­al­prob­leme. Damit tre­f­fen mehrere Fak­toren, die Red Rebane für die eigene Entwick­lung nen­nt, auch andere Betriebe in der Region.

Die IHK-Dat­en erk­lären allerd­ings nicht die Insol­venz von Red Rebane. Sie zeigen lediglich, in welchem wirtschaftlichen Umfeld das Unternehmen zulet­zt pro­duzierte. Welche Belas­tung im konkreten Fall den größten Anteil hat­te, lässt sich ohne Ein­blick in die Geschäft­szahlen nicht bes­tim­men.

Strompreise zeigen ein differenziertes Bild

Bei den von Red Rebane genan­nten Energiekosten lohnt sich eine genauere Betra­ch­tung. Bun­desweite Dat­en zeigen nicht ein­fach eine kon­tinuier­liche Ver­teuerung von Strom.

Nach dem Mon­i­tor­ing­bericht von Bun­desnet­za­gen­tur und Bun­deskartel­lamt lag der durch­schnit­tliche Strompreis 2025 für Indus­triekun­den mit einem Jahresver­brauch zwis­chen 160.000 und 20 Mil­lio­nen Kilo­wattstun­den bei 18,31 Cent je Kilo­wattstunde. 2024 waren es 17,09 Cent.

Im länger­fristi­gen Ver­gle­ich rel­a­tiviert sich der Anstieg. 2019 lag der Wert für diese Ver­brauchs­gruppe bei 18,43 Cent je Kilo­wattstunde und damit leicht über dem Niveau von 2025. Im Jahr 2021 waren es 21,38 Cent.

Für Red Rebane lässt sich daraus allerd­ings keine konkrete Koste­nen­twick­lung ableit­en. Es ist nicht bekan­nt, ob der Betrieb auf­grund seines Ver­brauchs über­haupt in diese Kat­e­gorie fällt. Auch Angaben zum Energie­ver­brauch, zu Liefer­verträ­gen und zum Anteil der Energiekosten an den gesamten Pro­duk­tion­skosten liegen nicht öffentlich vor.

Fachkräfte bleiben ein Problem

Beim zweit­en großen The­ma, dem Per­son­al, zeigen auch die Wirtschafts­dat­en Belas­tun­gen. Bere­its zu Jahres­be­ginn 2026 beze­ich­neten Unternehmen in Meck­len­burg-Vor­pom­mern Arbeit­skosten beson­ders häu­fig als Geschäft­srisiko.

Nach der gemein­samen Kon­junk­tu­rum­frage der drei Indus­trie- und Han­del­skam­mern des Lan­des nan­nten 63 Prozent der antwor­tenden Unternehmen die Arbeit­skosten als ern­sthafte Belas­tung für ihre weit­ere wirtschaftliche Entwick­lung. Energie- und Rohstoff­preise fol­gten mit 59 Prozent.

Die Umfrage ist nicht direkt mit der Sit­u­a­tion bei Red Rebane gle­ichzuset­zen. Sie umfasst Unternehmen aus ganz Meck­len­burg-Vor­pom­mern und unter­schiedlichen Branchen. Sie zeigt aber, dass die vom Schw­er­iner Unternehmen genan­nten Kosten­prob­leme auch ander­norts eine Rolle spie­len.

Was von Red Rebane bleibt

Die Ein­stel­lung der Taschen- und Ruck­sack­pro­duk­tion bedeutet nicht das Ende aller Aktiv­itäten der Grün­der. Der Bere­ich Bootsverdecke und Persen­nin­gen beste­ht bere­its seit mehreren Jahren und soll kün­ftig stärk­er in den Mit­telpunkt rück­en.

Der Schw­er­punkt liegt nach Unternehmen­sangaben auf der Anfer­ti­gung, Reparatur und Änderung von Persen­nin­gen für Boote. Auch Easy EXO soll weit­er­hin in Deutsch­land hergestellt, weit­er­en­twick­elt und ver­trieben wer­den.

Einige Red-Rebane-Pro­duk­te bleiben zunächst eben­falls erhältlich. Rest­bestände sollen im Kreativ Kaufhaus im Klöres­gang in Schw­erin verkauft wer­den.

Für Besitzer bere­its gekaufter Taschen gibt es allerd­ings eine Ein­schränkung: Repara­turen kann Red Rebane nach eige­nen Angaben nicht mehr anbi­eten. Das Unternehmen begrün­det dies damit, dass die GmbH nicht mehr beste­he und entsprechen­des Fach­per­son­al nicht mehr beschäftigt werde. Kun­den wer­den für Repara­turen unter anderem an Schus­ter, Sat­tler und Änderungss­chnei­dereien ver­wiesen.

Nach 14 Jahren endet damit der Teil des Unternehmens, mit dem Red Rebane in Schw­erin bekan­nt gewor­den ist. Die öffentlich zugänglichen Angaben zeigen mehrere Belas­tun­gen gle­ichzeit­ig – von Pro­duk­tion­skosten über fehlende Fachkräfte bis zu einem ins­ge­samt schwieri­gen wirtschaftlichen Umfeld. Welch­er Fak­tor let­ztlich den Auss­chlag für die Zahlung­sun­fähigkeit gab, lässt sich ohne die Unternehmen­szahlen nicht beant­worten.