Von Schwerin ins Entwicklungsministerium:
Reem Alabali-Radovan im Gespräch bei „Man müsste mal …“
Reem Alabali-Radovan ist erneut im Podcast „Man müsste mal …“ zu Gast. Sie spricht über ihre neue Rolle als Entwicklungsministerin, Solidarität und die Widersprüche im politischen Alltag.

Foto: Selin Jasmin
Reem Alabali-Radovan ist die erste Gesprächspartnerin in den 135 Folgen des Podcasts „Man müsste mal …“, die bereits zum zweiten Mal eingeladen wurde. Vor fast genau drei Jahren stand sie dort erstmals Rede und Antwort – damals noch als frisch gewählte SPD-Abgeordnete für den Wahlkreis Schwerin – Ludwigslust – Parchim I – Nordwestmecklenburg im Deutschen Bundestag. Wenige Monate später wurde sie von Olaf Scholz in der Ampelkoalition zur Staatsministerin für Migration, Flüchtlinge und Integration sowie Beauftragten der Bundesregierung für Antirassismus berufen.
Inzwischen hat sich die politische Landschaft verändert. Der Bundestag ist heute von einer schwarz-roten Regierung geprägt. Reem Alabali-Radovan ist weiterhin Abgeordnete und übernahm am 6. Mai 2025 eine neue Aufgabe: das Amt der Bundesministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.
Solidarität als Leitmotiv
Auf ihrer Webseite betont die Politikerin, dass ihre Arbeit in der Bundesregierung von 2021 bis 2025 auf der Überzeugung basierte, dass eine starke Gemeinschaft auf Solidarität und gegenseitigem Respekt gründet. Diese Haltung wolle sie nun auch als Bundesministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung weitertragen. Themen wie globale Gerechtigkeit, Armutsbekämpfung, Menschenrechtsschutz und ein solidarisches Miteinander weltweit seien eng mit den Werten verbunden, für die sie auch in Deutschland eintrete. Zugleich unterstreicht sie ihre Verwurzelung in Mecklenburg-Vorpommern: Heimat bedeute für sie, dass jeder Mensch die Möglichkeit haben müsse, in Frieden und Sicherheit zu leben – ein Recht, das auch weltweit gelten solle.
Heute lebt Reem Alabali-Radovan in Schwerin. Als Bundesministerin leitet sie rund 1.200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Berlin, Bonn und zahlreichen weiteren Standorten weltweit. Das Ministerium verfügte 2024 über ein Budget von 11,22 Milliarden Euro – eine große Verantwortung und ein beträchtlicher Etat.
Politische Spannungsfelder
Der politische Alltag bleibt von Widersprüchen geprägt. Während der Rüstungshaushalt der Bundesregierung Rekordhöhen erreicht, wurden die Mittel für Entwicklungszusammenarbeit deutlich gekürzt. Gleichzeitig genehmigt die Bundesregierung umfangreiche Waffenlieferungen, unter anderem an Israel. Kritiker werfen vor, dass diese Waffen auch im Gazastreifen eingesetzt werden und sprechen teils von Völkermord an den Palästinensern.
Für das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung sind im Haushaltsentwurf 2025 noch 10,276 Milliarden Euro vorgesehen – fast eine Milliarde weniger als im Vorjahr. Dies wirft Fragen auf: Welche Auswirkungen hat die Kürzung auf die Arbeit des Ministeriums? Welche Folgen ergeben sich für kleine Initiativen und die zahlreichen ehrenamtlichen Projekte, etwa in Mecklenburg-Vorpommern?
Persönliche Dimensionen
Auch jenseits der Haushaltspolitik bleiben Fragen offen: Wie gelingt es der Ministerin, angesichts der offensichtlichen Widersprüche im politischen Alltag Bodenhaftung zu bewahren? Wann fand das letzte Klassentreffen statt? Und gab es schon Momente, in denen sie gemeinsam mit ihrer kleinen Tochter auf der Regierungsbank saß?
Wer mehr über die Bundesministerin aus Mecklenburg-Vorpommern erfahren möchte, erhält Einblicke in der aktuellen Folge des Podcasts „Man müsste mal …“ mit Andreas Lußky und Claus Oellerking.
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