Kritik an Kürzungen:
Prominente richten Appell an Bundesministerin Alabali Radovan aus Schwerin
Prominente aus Musik, Sport, Kirche und Social Media appellieren an Entwicklungsministerin Reem Alabali Radovan aus Schwerin, sich gegen weitere Kürzungen in der Entwicklungszusammenarbeit einzusetzen. Eine Videoaktion soll Druck machen.

Mit einer gemeinsamen Videoaktion und einem offenen Brief, der der Redaktion vorliegt, wenden sich mehrere bekannte Persönlichkeiten aus Deutschland an die Schweriner SPD-Bundestagsabgeordnete Reem Alabali Radovan, die im Kabinett Merz Bundesentwicklungsministerin ist. Die Unterzeichner appellieren an die Bundesentwicklungsministerin, sich stärker gegen geplante Kürzungen in der Entwicklungszusammenarbeit einzusetzen.
Initiiert wurde die Aktion von der Entwicklungsorganisation ONE Campaign. In einer Videobotschaft machen Prominente aus TV, Musik, Sport, Kirchen, Wirtschaft, Bundeswehr und sozialen Medien auf Erfolge der internationalen Zusammenarbeit aufmerksam – insbesondere im Bereich der globalen Gesundheit.
Zu den Unterstützern gehören unter anderem Sängerin Nadja Benaissa, Comedienne Carolin Kebekus, Influencerin Vreni Frost, der frühere Fußballprofi Neven Subotić sowie die EKD-Synodenpräses Anna-Nicole Heinrich und die ZdK-Präsidentin Irme Stetter-Karp. Auch Unternehmer Sven Dörrenbächer, Influencer Stève Hiobi und die Ärztin und Soldatin Dr. Sophia Wilk-Vollmann beteiligen sich an der Initiative.
Appell an die Ministerin
Parallel zum Video übergaben die Beteiligten ein schriftliches Statement an Alabali Radovan. Darin verweisen sie auf Erfolge der Entwicklungszusammenarbeit: Polio sei nahezu besiegt, Krankheiten wie Tuberkulose und Malaria würden zurückgedrängt, und HIV sei dank bezahlbarer Medikamente vielerorts kein Todesurteil mehr. Auch die weltweite Kindersterblichkeit habe sich mehr als halbiert.
Zum Video
„Diese Erfolge sind kein Zufall“, heißt es in dem Schreiben. Sie seien auch Ergebnis deutscher Entwicklungszusammenarbeit. Die Unterzeichner fordern daher, gerade in diesem Bereich nicht weiter zu sparen.
Kritik an geplanten Kürzungen
Hintergrund der Aktion sind die Haushaltspläne der Bundesregierung. Nach Angaben der Organisation ONE stehen im Bundeshaushalt erneut deutliche Einschnitte bei der Entwicklungszusammenarbeit zur Debatte – bereits zum fünften Mal in Folge. Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung habe sich bislang nicht ausreichend gegen diese Kürzungen gestellt, kritisiert die Organisation.
Mit ihrer Aktion wollen die sogenannten „Global Health Champions“ darauf aufmerksam machen, welche Fortschritte mit vergleichsweise geringen Mitteln erreicht werden können. Deutschland mache einen Unterschied, heißt es im Appell an die Ministerin: „Bitte halten Sie diesen Kurs und investieren Sie weiter in die Entwicklungszusammenarbeit.“



