Schwerin: Reinigungsbranche vor heißem Sommer?

Gewerkschaft der Gebäudereiniger (IG BAU) weist auf Tendenzen zur Verschlechterung der Arbeitsbedingungen auch in Schwerin hin.

Droht ein Arbeitskampf in der Gebäudereinigungs-Branche? Foto: IG BAU

Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) warnt auch Schweriner Reinigungskräfte vor Unterschriften unter neue Arbeitsverträge.

Mit dem Hinweis auf drohende Einbußen wendet sich die IG BAU in diesen Tagen an ihre Mitglieder. „Aktuell legen viele Chefs ihren Mitarbeitern neue Arbeitsverträge zu deutlich schlechteren Konditionen vor. Die sollte keiner unterschreiben“, warnt Jörg Reppin von der Gewerkschaft. Als Beispiel nennt er die Reduzierung der Urlaubstage von bisher 28-30 auf 20, die Kürzung und Streichung von Überstundenzuschlägen und Sonderzahlungen sowie die Änderung bislang fester Arbeitszeiten hin zu Abrufarbeit.

Droht ein Arbeitskampf?

Darüber hinaus geht die Arbeitnehmervertretung in ihrem Appell sogar noch einen Schritt weiter und warnt vor einem „heißen Sommer“. Auch in Schwerin könnten dann „Schulen, Büros und Krankenhäuser schmutzig bleiben“, wenn die Arbeitgeber weiterhin versuchen, bestehende Standards durch Neuverträge abzusenken.

Außerdem fordert die die IG BAU die Arbeitgeber der Region auf, sich in ihrem Verband für eine Rückkehr zu tariflichen Standards stark zu machen. Wie überall werden auch in dieser Branche Arbeitskräfte gesucht. Faire Arbeitsbedingungen, dies haben andere Branchen bereits gezeigt, sind jedoch ein erfolgreiches Mittel, Arbeitnehmer zu halten und neue zu gewinnen. Auch an die öffentliche Hand richtet die Gewerkschaft klare Worte: „Städte und Kommunen können die Regeln festlegen, nach denen Schulen, Rathäuser und Ämter gereinigt werden. Klar ist: Zu sauberen Gebäuden gehören auch saubere Arbeitsbedingungen“.

Hintergrund des schwelenden Konflikts

Hintergrund des Appells der Gewerkschaft ist die Aufkündigung des Rahmentarifvertrags durch den Bundesinnungsverband des Gebäudereiniger-Handwerks zum 31. Juli 2019. Zwar sind für den 15. August Verhandlungen über einen neuen Vertrag angesetzt, aber die Gewerkschaft beobachtet vielerorts, dass momentan die in der Vergangenheit erkämpften Standards durch Neuverträge abgesenkt werden sollen.

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