Renten steigen in diesen Wochen

So ganz nachvollziehbar bleibt für viele nicht, weshalb die Rentnerinnen und Rentner keine Unterstützung hinsichtlich der steigenden Energiekosten erhalten. Die FDP lehnt dies auch weiter ab und verweist auf die Rentenerhöhung, die dieser Tage stattfindet. Eine äußerst fragwürdige Begründung...

Derzeit findet die diesjährige Rentenanpassung statt. | Foto: privat / Alexa

Alles wird teurer. Dieser Aussage dürfte inzwischen wohl niemand mehr wiedersprechen. Umstritten sind dabei allerdings die Reaktionen. So fordern erste Gewerkschaften massive Lohnsprünge. Was auf den ersten Blick für die Arbeitnehmer toll erscheint, kann aber zum Boomerang werden. Denn Wirtschaftsexperten warnen vor einer Lohn-Preis-Spirale. Mit deutlich steigenden Löhnen würde die Inflation eher angeheizt als gebremst. Die Preise schießen dann weiter in die Höhe. Lohnzurückhaltung, so schmerzhaft sie auch ist, wäre das Gebot der Stunde.

 

Rentenbezieher bei Energiepauschale weiter außen vor

Gleichzeitig versucht die Ampel-Koalition im Bund mit verschiedenen – nicht minder umstrittenen – Maßnahmen, die Belastung der Menschen zumindest etwas einzudämmen. Allerdings bleibt der Blick dabei teilwese nur auf einzelne Bevölkerungsgruppen begrenzt. Und das mit durchaus fragwürdigen Begründungen. So sollen Rentnerinnen und Rentner in Deutschland nicht von der Energepauschale profitieren, die viele andere Bevölkerungsgruppen demnächst erhalten. 300 Euro mit dem Gehalt, so ist der Plan. Natürlich zu versteuern, damit auch ein nicht unwesentlicher Betrag schnell zurück ist beim Staat.

 

FDP gegen Unterstützung, da Renten ohnehin steigen

Unter anderem Rentnerinnen und Rentner aber sollen, wie gesagt, diese Hilfe nicht erhalten. Bis zuletzt wehrte sich unter anderem die FDP gegen eine Änderung dieses Vorhabens, die aus anderen politischen Richtungen bereits gefordert wurde. Der Grund aus FDP-Sicht. Die Renten steigen in diesem Jahr besonders stark. „Die Rentenerhöhung von über 5,3 Prozent im Westen und über 6,1 Prozent im Osten ab dem 1. Juli gilt dauerhaft und monatlich“, so FDP-Fraktionsvize Christoph Meyer gegenüber der Zeitung „Welt“. Daher sei „eine Ausdehnung der Energiepauschale nicht angemessen.“

 

Aber Löhne steigen doch auch…

Dass diese Erhöhung aber aus der Gesetzgebung heraus erfogt und rein gar nichts mit den Energiekosten zu tun hat, verschweigt die FDP. Auch wäre doch vor dem Hintergrund dieser Argumentation die einzige Logik dieser FDP-Argumentation, dass diejenigen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, deren Gehälter nun nach Tarifverhandlungen steigen, ebenfalls die Unterstützung nicht bekommen dürften. Denn auch diese Gehaltsanhebungen gelten in der Regel „dauerhaft und monatlich“. FDP und Rentenbezieher, das passt derzeit scheinbar nicht zusammen.

 

Rentenanpassung erfolgt in diesen Tagen und Wochen

Dass die Renten steigen, ist natürlich korrekt. Zum 1. Juli erhalten die Rentnerinnen und Rentner der Deutschen Rentenversicherung mehr Rente. Grund dafür ist eben die jährliche Rentenanpassung. Hierauf weist die Deutsche Rentenversicherung Nord mit Sitz in Lübeck hin. Rentnerinnen und Rentner in den alten Bundesländern erhalten ab dem 1. Juli monatlich 5,35 Prozent mehr Rente. In den neuen Bundesländern (Ost) steigen die Renten um 6,12 Prozent. Damit erhöht sich der aktuelle Rentenwert – also der Wert eines Entgeltpunktes in Euro – in den alten Bundesländern (West) von 34,19 Euro auf 36,02 Euro. In den neuen Bundesländern (Ost) steigt er von 33,47 Euro auf 35,52 Euro.

Wann das Rentenplus auf dem Konto ankommt, hängt vom Zeitpunkt des individuellen Rentenbeginns ab. Wer bis März 2004 Rentnerin oder Rentner wurde, dürfte die erhöhte Rente bereits erstmals in den vergangenen Tagen erhalten haben. Wenn die Rente im April 2004 oder später begonnen hat, trifft das Rentenplus erst ab Ende Juli auf dem Konto ein.

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