Richard Wagner und Mecklenburg

Richard Wagner 1842 in Napoleonpose. Erst gut dreißig Jahre spĂ€ter sollte er nach Schwerin kommen.
Richard Wagner 1842 in Napoleonpose. Erst gut dreißig Jahre spĂ€ter sollte er nach Schwerin kommen.

(us). Es wĂ€re kaum aufgefallen, aber wir haben dieses Jahr Wagnerjahr 😉 Der streitbare KĂŒnstler, der entweder geliebt oder gehasst wird, wurde vor 200 Jahren geboren. Das Schweriner Theater nimmt das JubilĂ€um, das auf der ganzen Welt begangen wird, zum Anlass, um ab morgen in einer Ausstellung auf den Musikdramatiker zu schauen. Dass Wagner 1873 sogar einmal in Schwerin weilte, so das Theater in einer Mitteilung, solle nur am Rande thematisiert werden: „Vielmehr werden die Schlaglichter aus 165 Jahren prĂ€sentiert, in denen Mecklenburgerinnen und Mecklenburger dem Menschen Richard Wagner und seinen Werken begegnet sind.“

Bereits 1848 erklang die Musik des Ausnahmekomponisten zum ersten Mal in Mecklenburg-Vorpommern bei einem populĂ€ren Konzert in Rostock. Wagner hat es zu Lebzeiten immer mit Fassung getragen, wenn seine Musik auch von einfachen Blaskapellen gespielt worden ist. 1852 wĂ€re der sich chronisch in Geldnöten befindende Tonsetzer sicher zufrieden gewesen. Das Schweriner Hoftheater war die dritte BĂŒhne ĂŒberhaupt, die den TannhĂ€user aufgefĂŒhrt hatte. Das Bayreuther Festspielhaus, spĂ€ter nach seiner Auffassung der einzig mögliche AuffĂŒhrungsort fĂŒr seine Musikdramen, war schließlich noch nicht gebaut. Und 1852 benötigte Wagner vor allem PopularitĂ€t, um ĂŒberleben zu können.

Die Ausstellung zeigt die vielfÀltigen Verbindungslinien zwischen Bayreuth und Mecklenburgs, die vor allem mit den Namen Carl Hill und Willibald Kaehler

Frau Dr. Lemm auf dem Rundgang in der Ausstellung. Bild: Jens-Uwe Rost.
Frau Dr. Lemm auf dem Rundgang in der Ausstellung. Bild: Jens-Uwe Rost.

verbunden sind. Letzterer war zunĂ€chst musikalischer Assistent bei den Bayreuther Festspielen, dann erster Kapellmeister in Rostock (1897-1899)und schließlich Generalmusikdirektor in Mannheim, bevor er 1906 fĂŒr 25 Jahre nach Schwerin zurĂŒckkehrt. 1917 dirigiert er den ersten „Parsifal“ in Rostock, 1923 die ErstauffĂŒhrung in Schwerin sowie 1924 und 1925 dasselbe Werk in Bayreuth.

Schließlich setzt sich die Ausstellung auch mit den Ideen Richard Wagners auseinander, die von Ideologen jeder Herkunft vereinnahmt wurden. Selbst fĂŒr Marketingzwecke musste das Werk herhalten. Die Ausstellung ist bis Ende November 2013 jeweils eine Stunde vor den Vorstellungen sowie in den Vorstellungspausen zu sehen.

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