Riesenotter zurück in Argentiniens Wildnis:
Zoo Schwerin ermöglicht Auswilderung
Nach Jahrzehnten der Abwesenheit leben erstmals wieder Riesenotter in Argentiniens Wildnis – dank internationaler Zusammenarbeit unter Leitung des Zoo Schwerin.
Ein großer Erfolg für den internationalen Artenschutz: Nach Jahrzehnten sind Riesenotter (Pteronura brasiliensis) erstmals seit ihrem Verschwinden wieder in der Wildnis Argentiniens zu beobachten. Die Auswilderung einer Otterfamilie im Iberá-Nationalpark gelang dank jahrelanger internationaler Zusammenarbeit, bei der der Zoo Schwerin eine zentrale Rolle innehat.
Die Elterntiere der vierköpfigen Familie, „Nima“ und „Coco“, stammen aus dem Europäischen Erhaltungszuchtprogramm (EEP), das vom Zoo Schwerin koordiniert wird. Zoodirektor Dr. Tim Schikora, der auch das Internationale Zuchtbuch der World Association of Zoos and Aquariums (WAZA) für Riesenotter führt, leitete die Auswahl und den Transport der Tiere nach Argentinien.

„Die Rückkehr der Riesenotter in die argentinische Wildnis ist ein historischer Erfolg für den Artenschutz und die internationale Zoogemeinschaft“, betont Dr. Schikora. Er erklärt, dass die Kombination aus Schutzmaßnahmen im natürlichen Lebensraum und gezielter Erhaltungszucht in Zoos („One Plan Approach“) diese Wiederansiedlung erst möglich gemacht habe.
Insgesamt wurden bisher acht Riesenotter aus europäischen Zoos sowie eines aus den USA nach Argentinien gebracht. Die Tiere werden wissenschaftlich begleitet, um ihre Anpassung an die Wildnis zu beobachten. Bei der Auswahl war es entscheidend, genetisch geeignete und gesunde Tiere auszuwählen, die in der Lage sind, sich erfolgreich fortzupflanzen.
Das Projekt ist das Ergebnis jahrelanger Vorbereitung und internationaler Zusammenarbeit. Neben finanzieller Unterstützung und Ausrüstung für Ranger wurde auch Umweltbildung betrieben und der Lebensraum renaturiert. Zusätzlich leisten Zoos weltweit Hilfe, etwa durch die Rettung von Tieren aus Konfliktsituationen in Brasilien oder die Aufnahme eines verwaisten Jungtiers im Zoo Halle.
Der Zoo Schwerin blickt zudem auf weitere Erfolge bei der Auswilderung ausgestorbener Arten zurück: 2024 wurden über 1000 Moorea-Baumschnecken nach Französisch-Polynesien gebracht, wo die Art zuvor als ausgestorben galt. Aufgrund der erfolgreichen Wiederansiedlung wurde der Bedrohungsstatus der Schnecken inzwischen von „in der Natur ausgestorben“ auf „stark bedroht“ herabgesetzt.
Dr. Schikora unterstreicht die Bedeutung von Zoos im modernen Artenschutz: „Nur durch globale Zusammenarbeit, geteiltes Wissen und langfristige Strategien lassen sich Arten für die Zukunft bewahren.“




