Saisoneröffnung mit Wagner im Großen Haus

Die Musiktheatersaison am Staatstheater Schwerin startet in wenigen Tagen. Den Auftakt macht am 16. September Wagners Tannhäuser.

Camila Ribero-Souza als Elisabeth und Heiko Börner als Tannhäuser | Foto: (c) Silke Winkler

Richard Wagners romantische Oper „Tannhäuser und der Sängerkrieg auf Wartburg“ gibt den Auftakt für die Musiktheatersaison am 16. September im Großen Haus des Mecklenburgischen Staatstheaters. Am Pult der Staatskapelle steht Generalmusikdirektor Mark Rohde. Operndirektor Martin G. Berger führt Regie und zeigt Wagners Oper in einer zeitgenössischen Interpretation.

Wagner in Schwerin hat Tradition

Das Musiktheater des Mecklenburgischen Staatstheater knüpft mit der Neuinszenierung des „Tannhäuser“ an die reiche Wagner-Tradition in Schwerin an. Schwerin war die dritte Bühne überhaupt, die 1852, sieben Jahre nach der Uraufführung in Dresden, Wagners fünfte Oper zur Aufführung brachte. Den Mecklenburgern hat es gefallen, so folgen auch Aufführungen anderer Wagner-Opern und Schwerin wurde zum „Bayreuth des Nordens“.

Wagner-Opern immer eine Herausforderung

„Es ist ein Auftakt der Superlative, denn die Opern Richard Wagners sind für jedes Theater eine Herausforderung: Großes Orchester, stimmgewaltige Chöre und Gesangspatien, die Solisten an ihre Grenzen bringen. Die Rolle des Tannhäusers ist vielleicht die herausforderndste Tenorpartie der Welt“, sagt Musiktheaterdramaturg Philipp Amelungsen.

Grenzgänger auf der Suche nach Heimat

Im „Tannhäuser“ bedient sich Richard Wagner, der nicht nur die Musik komponiert, sondern auch das Libretto geschrieben hat, recht frei verschiedener mittelalterlicher Sagenstoffe und fügt sie zu einer neuen Erzählung im Zeitgeist der deutschen Romantik zusammen. Aber Wagners Werk ist nicht nur ein mittelalterliches Ritterspektakel, sondern vielmehr eine philosophische Reflexion über Liebe und Begehren. Denn die Titelfigur Tannhäuser ist ein Grenzgänger, der keine Heimat findet, weder in der freien und lustvollen Welt von Frau Venus, noch in der bürgerlichen und behüteten Welt seiner geliebten Elisabeth.

Spiegel der Gegenwart

Dieses Spannungsverhältnis wurde von Regisseurinnen und Regisseuren immer wieder auf die jeweilige gesellschaftliche Situation neu befragt. So auch in der Neuinszenierung von Operndirektor Martin G. Berger. Der mit dem deutschen Theaterpreis DER FAUST ausgezeichneten Regisseur befragt im „Tannhäuser“ die Grenzen bürgerlicher Toleranz: Wie verhandeln Gemeinschaften unterschiedliche Lebens- und Identitätskonzepte? Kann gesellschaftliche Spaltung durch Empathie und Solidarität überwunden werden? Wagners Oper wird in der Schweriner Inszenierung zu einem Spiegel unserer unmittelbaren Gegenwart.

Wiedersehen mit alten Bekannten und neuen Schauspielern

Am Pult der Mecklenburgischen Staatskapelle Schwerin freut sich Generalmusikdirektor Mark Rohde mit sattem Wagner-Sound aufzuwarten. Getragen wird der Opernabend von einem erstklassigen Solistenensemble, das ein wahrhaftiges Sängerfest verspricht. In der Partie des Tannhäuser gibt es ein Wiedersehen mit Heiko Börner. Der deutschlandweit gefragte Heldentenor hat die Partie bereits 2012 in Schwerin gesungen.

Ebenfalls darf sich das Publikum auf ein Wiedersehen mit Renatus Mészár freuen, der seine Karriere als Ensemblemitglied am Mecklenburgischen Staatstheater begann und mittlerweile im schweren Wagner-Fach angelangt, nun den Landgraf von Thüringen gibt. Erstmals in Schwerin ist die brasilianische Sopranistin Camila Ribero-Souza in der Rolle der Elisabeth zu erleben.

Weitere Vorstellungen: 18. September um 17 Uhr, 23. September um 18.00 Uhr, 25. Oktober um 18.00 Uhr, 6. November um 15 Uhr, 11. November um 18 Uhr, 21. Dezember 2022, 27. Januar 2023 um 18.00 Uhr im Großen Haus

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