Sitzung der Schweriner Stadtvertretung -
Schauburg, Postfiliale und Bandenkriminalität am Marktplatz?
Über einige Themen wurde in der Sitzung am 11.05.2026 entschieden, einige wurden in die Ausschüsse verwiesen.

Am Montagabend tagte die Schweriner Stadtvertretung. Es ging, unter Anderem, um den Abriss der Schauburg in der Mecklenburgstraße, die Finanzplanung für die Feuerwehren und Rettungsdienste der Stadt und eine Analyse zur Sicherheit am Marktplatz und am Schlachtermarkt. Außerdem informierte der amtierende Oberbürgermeister Bernd Nottebaum (CDU) über die geplante Schließung der Postfiliale am Marienplatz.
Schauburg wegen akuter Gefährdung der Öffentlichkeit abgerissen
Als Antwort auf eine Bürgeranfrage erläuterte Nottebaum, wie es zum Abriss der Schauburg in der Mecklenburgstraße kam: Anfang 2025 soll klar gewesen sein, dass die Schauburg verkauft werden soll. Im Mai gab es dann erste Anfragen von Interessenten zu Bebauungsmöglichkeiten. Ende August wurde der Abriss beantragt, so Nottebaum weiter. Dieser Abriss wurde am 04.09.2025 angeordnet. Die Verwaltung beschäftigt zwei Statiker, erklärte Nottebaum, und beide hätten das Votum abgegeben, dass die Schauburg einsturzgefährdet war und eine Gefahr für die Öffentlichkeit darstellte. Für weitere Abrisse auf der Fläche soll es zur Zeit keine Aussicht auf Genehmigung geben. Auch für einen Neubau liegen noch keine Pläne vor. Sollte eine neue Bebauung geplant werden, müssten drei Entwürfe vorgelegt werden, die denkmalrechtlich, baurechtlich und in Bezug auf das Welterbe geprüft werden müssen. Außerdem beraten die Ausschüsse über einen Antrag, dass an die Schauburg als ältestes Kino Mecklenburgs erinnert werden soll. In welcher Form ist noch unklar.
Geld für neue Fahrzeuge und Gebäude für die Feuerwehren
Die Stadtvertretung hat für eine Finanzplanung für die Rettungsdienste und Feuerwehren der Stadt bis 2032 gestimmt. 14 Millionen Euro sollen für den Neubau von Gerätehäusern verwendet werden. Für die Freiwillige Feuerwehr in Wüstmark und für eine neue zusätzliche Freiwillige Feuerwehr sollen Gebäude entstehen. Außerdem sollen neue Fahrzeuge inklusive Ausstattung für 8,7 Millionen Euro beschafft werden. Mit dem Geld soll auch in den Bevölkerungsschutz investiert werden. Dort hat Schwerin die größte Lücke im CBRN-Bereich. CBRN ist eine englische Abkürzung und bedeutet chemical, biological, radioactive, nuclear. Es geht also um den Schutz der Bevölkerung, wenn es beispielsweise zu einem Unfall in einem Chemiewerk kommt. Von dem Geld soll für diesen Bereich mehr Ausrüstung angeschafft werden. Stadtpräsident Sebastian Ehlers (CDU) bedankte sich auch nochmal bei allen Freiwilligen Feuerwehrmännern und ‑frauen für ihren Dienst.
Bandenkriminalität am Markt und am Schlachtermarkt?
Wie steht es um die Sicherheitslage auf dem Marktplatz? Um diese Frage drehte sich ein Antrag der Grünen-Fraktion. Die Verwaltung soll eine Analyse über die Gefährdungs- und Sicherheitslage auf dem Marktplatz ausarbeiten. In der Begründung des Antrags wird von wiederholten Störungen und Vorfällen im Bereich des Marktplatzes gesprochen. Auch Stadtpräsident Ehlers verwies zu Beginn der Sitzung auf einen Vorfall, bei dem Stadtvertreter nach einer Sitzung wegen ihrer Entscheidungen angepöbelt worden sein sollen. Die AfD-Fraktion möchte diese Analyse noch um den Bahnhofsvorplatz, die Schwimmenden Wiesen und die Kepplerpassage erweitern. Die SPD möchte, dass diese Analyse vom Innenministerium durchgeführt wird, da dort die Zuständigkeit liegen soll. Martin Neuhaus (Grüne): “Ich selbst habe als Pächter des Säulengebäudes Dinge erlebt, die ich nicht erleben will. Dafür brauchen wir eine fundierte Analyse, was hier für Kriminalität stattfindet. Aus meiner Sicht ist das auch Banden- und Drogenkriminalität.” Die Stadtvertretung hat über den Antrag noch nicht entschieden. Erstmal sollen die Ausschüsse darüber beraten, dann befasst sich die Stadtvertretung wieder mit dem Thema.
Postfiliale am Marienplatz soll schließen
Die Deutsche Post informierte die Verwaltung, dass die Postfiliale am Marienplatz keine Postdienstleistungen mehr anbieten soll. Laut Nottebaum soll das Postgeschäft in Zukunft über einen Späti laufen. Am Marienplatz soll nur die Postbank bleiben. Das Schreiben ging Ende April bei der Verwaltung ein. Ab dem 16.06.2026 sollen dann am Marienplatz keine Briefe und Pakete mehr aufgegeben werden können. Die Stadtverwaltung teilte der Post mit, dass diese Entwicklung nicht im Sinne der Stadt sei. Ob ab Mitte Juni am Marienplatz dann nur noch die Postbank ihre Filiale besetzt oder ob weiter Briefe und Pakete bearbeitet werden, ist unklar.
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