Schimmern aus der Tiefe

aelst(am). Der Sommer kommt so ganz langsam aus seinem Versteck. Es ist wärmer geworden. Aber so richtig toll noch nicht. Wie wäre es da mit einem Ausstellungsbesuch? Seit dem 15. Juni schimmert es im Staatlichen Museum Schwerin nämlich unwirklich aus der Ferne. Im 16. und 18. Jahrhundert war es äußerst beliebt, Fundstücke aus dem Meer in Möbelstücke oder Schmuck einzusetzen. Und so wurden Muscheln und Schnecken an die europäischen Höfe herangeschafft, um einen exponierten Platz im Leben der Schönen und Reichen zu bekommen. Von dieser liebevollen Verarbeitung und dem ästhetischen Reiz der Arbeiten kann man sich in der Ausstellung »Schimmern aus der Tiefe« überzeugen.

Aber nicht nur die Schönheit steht im Mittelpunkt dieser sehenswerten Schau. Diese Kleinode sind auch ein Zeugnis von der damaligen Aufbruchsstimmung in Europa. Man hatte das Mittelalter hinter sich gelassen. Die Folgen des zehrenden Dreißigjährigen Krieges waren zwar noch nicht überwunden, die Wunden heilten jedoch zumindest ganz langsam. Und kaum konzentrierte sich die Menschheit wieder auf zivilere Dinge, da wurde plötzlich der Entdeckergeist wach. Man segelte über die Meere und suchte nach neuen Gestaden. So sind die kleinen Fundstücke Dokumente der Entdeckung und Erforschung der Welt durch die Europäer. Sie zeigen, was man von fernen Ländern wusste.

Diese Kunde kam bis nach Mecklenburg und Schwerin. Denn Herzog Christian Ludwig II. (1683 – 1756) sammelte gezielt Muscheln und Schnecken, die das Kunsthandwerk im Land ebenso beflügelten wie die Malerei. Die niederländischen Stilllebenmaler fingen die fragilen Lichtspiele dieser Kostbarkeiten ein. Der eigene Bestand wurde bei dieser Ausstellung durch Leihgaben aus verschiedenen Bibliotheken und Museen ergänzt. Wer heute etwas anderes vorhat, kann die sehenswerten Exponate noch bis zum 15. September bestaunen.

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