Stadt reagiert:
Mehr Sauberkeit am Schlachtermarkt – doch die Sicherheitsfrage bleibt
Die Stadt lässt die Papierkörbe am Schlachtermarkt nun täglich leeren und verlängert die Toilettenöffnungszeiten. Zugleich bleibt die Sicherheitslage rund um den Platz ein Thema.

In Kürze:
- Die Papierkörbe am Schlachtermarkt werden während der Sommersaison nun täglich geleert.
- Die öffentlichen Toiletten bleiben zunächst bis Oktober bis 22 Uhr geöffnet; ab der Saison 2027 soll dies erneut gelten.
- Nach mehreren Polizeieinsätzen hält zugleich die Diskussion über die Sicherheitslage am Markt und Schlachtermarkt an.
Die Stadt Schwerin reagiert auf Beschwerden von Anliegern und Besuchern über die Situation am Schlachtermarkt. Seit Anfang August werden die Papierkörbe dort auch am Wochenende geleert. Zudem bleiben die öffentlichen Toiletten bis 22 Uhr geöffnet.
Ausgangspunkt waren Gespräche, die Oberbürgermeister Sebastian Ehlers Mitte Juli mit Anliegern vor Ort geführt hatte. Anschließend prüfte der Eigenbetrieb Stadtwirtschaftliche Dienstleistungen Schwerin (SDS), ob zusätzliche Papierkörbe benötigt werden und wie häufig diese geleert werden. Nach Einschätzung des Eigenbetriebs reicht die vorhandene Zahl der Behälter aus, sinnvoll sei jedoch eine zusätzliche Leerung am Wochenende.
„Mir war wichtig, die Hinweise aus den Gesprächen vor Ort aufzunehmen und miteinander zu schauen, wo wir als Stadt konkret helfen können“, erklärte Ehlers. Die Stadt habe deshalb geprüft, welche Maßnahmen kurzfristig umgesetzt werden könnten.
Die Diskussion am Schlachtermarkt geht inzwischen allerdings über Fragen von Müll und öffentlichen Toiletten hinaus. In den vergangenen Wochen rückten der Schlachtermarkt und der benachbarte Markt wiederholt wegen Polizeieinsätzen und Auseinandersetzungen in den Mittelpunkt einer Debatte über die Sicherheit in der Schweriner Innenstadt.
Papierkörbe am Schlachtermarkt werden täglich geleert
Die zusätzliche Wochenendleerung hat die Schweriner Abfallentsorgungs- und Straßenreinigungsgesellschaft (SAS) nach Angaben der Stadt Anfang August aufgenommen. Bis zum Ende der Sommersaison sollen die Behälter damit an allen sieben Tagen der Woche geleert werden.
Anschließend will die Stadt auswerten, ob sich der zusätzliche Aufwand bewährt hat. Weitere Papierkörbe sind derzeit nicht vorgesehen.
Auch bei den öffentlichen Toiletten gibt es eine Änderung. Die verlängerten Öffnungszeiten bis 22 Uhr gelten zunächst bis Oktober 2026. Mit Beginn der Saison 2027 soll diese Regelung erneut gelten.
Sicherheitslage bleibt Thema
Parallel dazu beschäftigt die Stadt weiterhin die Sicherheitslage rund um Markt und Schlachtermarkt. Anfang August waren bei einer Auseinandersetzung am Schlachtermarkt drei junge Männer im Alter von 18, 21 und 22 Jahren durch Schnitt- beziehungsweise Stichverletzungen verletzt worden.
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Am Freitagabend, 21. August, wurde die Polizei erneut wegen einer gemeldeten Auseinandersetzung zwischen Jugendlichen zum Schlachtermarkt gerufen. Ein Augenzeuge berichtete von einer größeren körperlichen Auseinandersetzung. Nach Angaben der Polizei konnten die Beamten beim Eintreffen jedoch keine Beteiligten einer Schlägerei und auch keine Verletzten mehr feststellen. Befragungen vor Ort ergaben Hinweise darauf, dass es sich möglicherweise lediglich um einen verbalen Streit gehandelt haben könnte.
Damit stehen unterschiedliche Schilderungen des Geschehens nebeneinander. Die Polizei blieb nach dem Einsatz noch längere Zeit mit einer Streife vor Ort, um mögliche weitere Auseinandersetzungen zu verhindern.
Von Januar bis Ende Juli hatte die Polizei nach bislang veröffentlichten Angaben insgesamt 163 Einsätze im Bereich von Markt und Schlachtermarkt registriert. Die Zahl allein sagt allerdings noch nichts darüber aus, wie viele dieser Einsätze auf Gewaltdelikte entfielen oder welche konkreten Anlässe ihnen zugrunde lagen.
Politik diskutiert über Sicherheit
Die Entwicklung ist inzwischen auch Thema in der Schweriner Kommunalpolitik. Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen/Die Partei hat eine Sicherheits- und Gefährdungsanalyse für Markt und Schlachtermarkt beantragt. Dabei sollen unter anderem Art, Häufigkeit und zeitliche Verteilung von Vorfällen untersucht und mögliche Konsequenzen geprüft werden.
Die jetzt umgesetzten Änderungen bei Müllentsorgung und Toiletten sind davon zu unterscheiden. Sie gehen auf die Gespräche mit Anliegern zurück und sind keine unmittelbaren Sicherheitsmaßnahmen.
Während die Stadt damit kurzfristig auf Beschwerden über die Sauberkeit und Nutzung des Platzes reagiert, bleibt die grundsätzliche Frage nach der Sicherheitslage offen. Weitere Erkenntnisse könnten die Auswertung der Polizeieinsätze und die politische Beratung über die beantragte Analyse liefern.




