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Sicherheit in Schwerin:
Wie sicher ist der Schlachtermarkt nachts? Das sagen die Polizeizahlen

Nach mehreren Gewalttaten am Wochenende steht der Schlachtermarkt in Schwerin im Fokus. Polizeizahlen zeigen viele Einsätze. Bei Körperverletzungen sieht die Polizei bislang aber keinen Schwerpunkt.

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  • Veröffentlicht August 12, 2026
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Schlachtermarkt Schwerin – Sicherheitslage und Polizeieinsätze in der Innenstadt
Der Schlachter­markt in der Schw­er­iner Alt­stadt ste­ht nach mehreren Polizeiein­sätzen am ver­gan­genen Woch­enende erneut im Fokus der Sicher­heits­de­bat­te. Foto: LHS/Denise Malenke

 


In Kürze:

  • Am Markt und Schlachter­markt reg­istri­erte die Polizei von Jan­u­ar bis Juli 2026 ins­ge­samt 163 Ein­sätze. Sieben Anzeigen betrafen Kör­per­ver­let­zun­gen oder gefährliche Kör­per­ver­let­zun­gen.
  • Einen beson­deren Schw­er­punkt bei Kör­per­ver­let­zungs­de­lik­ten sieht die Polizei bis­lang nicht. Auf­fäl­lig sind dage­gen unter anderem zahlre­iche Ein­sätze wegen Lärms.
  • Die Sicher­heit­slage beschäftigt bere­its die Schw­er­iner Stadt­poli­tik. Eine genauere Analyse soll unter anderem Art und zeitliche Verteilung der Vor­fälle unter­suchen.

 

Am Schlachter­markt in Schw­erin ist es am ver­gan­genen Woch­enende inner­halb weniger Stun­den zu mehreren Polizeiein­sätzen wegen kör­per­lich­er Auseinan­der­set­zun­gen gekom­men. Beson­ders schw­er war ein Vor­fall am Sam­stagabend gegen 23 Uhr: Drei Män­ner erlit­ten Schnitt- beziehungsweise Stichver­let­zun­gen und mussten im Klinikum behan­delt wer­den. Die Ereignisse wer­fen erneut die Frage auf, wie sich­er der Schlachter­markt nachts ist.

Zwis­chen 23 und 3 Uhr reg­istri­erte die Polizei in der Innen­stadt, ins­beson­dere am Schlachter­markt und am benach­barten Mark­t­platz, mehrere kör­per­liche Über­griffe. Ins­ge­samt nahm sie vier Strafanzeigen und eine Ord­nungswidrigkei­t­e­nanzeige auf. Die beteiligten Tatverdächti­gen und Geschädigten waren nach Polizeiangaben zwis­chen 18 und 31 Jahre alt und algerisch­er, tune­sis­ch­er beziehungsweise syrisch­er Staat­sange­hörigkeit.

Die Polizei warnt allerd­ings davor, aus den Ereignis­sen des Woch­enen­des auf einen generellen Schw­er­punkt bei Gewalt­de­lik­ten zu schließen. Zwar seien Mark­t­platz und Schlachter­markt wegen wiederkehren­der Ord­nungswidrigkeit­en als polizeilich­er Schw­er­punkt anzuse­hen. „Ein entsprechen­der Schw­er­punkt bei Kör­per­ver­let­zungs­de­lik­ten lässt sich anhand der vor­liegen­den Ein­satz- und Fal­lzahlen bis­lang nicht fest­stellen“, teilte die Polizei auf Anfrage von SNO mit.

Die Zahlen zeigen den­noch, dass die Polizei regelmäßig in dem Bere­ich tätig wird. Von Jan­u­ar bis ein­schließlich Juli 2026 wur­den am Markt und Schlachter­markt ins­ge­samt 163 Polizeiein­sätze reg­istri­ert. In 54 Fällen nahm die Polizei Straftat­en auf. Sieben Anzeigen betrafen Kör­per­ver­let­zun­gen oder gefährliche Kör­per­ver­let­zun­gen.

Schlachtermarkt: 163 Polizeieinsätze bis Juli

Der größte Teil der Ein­sätze hat­te andere Ursachen. 109 der ins­ge­samt 163 Ein­sätze ent­fie­len nach Angaben der Polizei auf Gefahren­ab­wehr, Verkehrsun­fälle oder die Ver­fol­gung von Ord­nungswidrigkeit­en. Allein wegen unzuläs­si­gen Lärms rück­te die Polizei in diesem Jahr bis Ende Juli 45-mal aus.

Auch die Zahlen der bei­den Vor­jahre zeigen, dass Markt und Schlachter­markt regelmäßig Ein­sat­zort der Polizei sind. 2024 wur­den dort ins­ge­samt 215 Ein­sätze reg­istri­ert. Dabei nahm die Polizei 95 Straftat­en auf, darunter sechs Kör­per­ver­let­zungs­de­lik­te. 102 Ein­sätze ent­fie­len auf Gefahren­ab­wehr.

2025 stieg die Gesamtzahl der Ein­sätze auf 250. Die Polizei reg­istri­erte 107 Straftat­en, darunter 13 Kör­per­ver­let­zungs­de­lik­te. Hinzu kamen 119 Ein­sätze aus dem Bere­ich der Gefahren­ab­wehr.

Ein unmit­tel­bar­er Ver­gle­ich mit 2026 ist allerd­ings nur eingeschränkt möglich. Während für 2024 und 2025 jew­eils voll­ständi­ge Jahreszahlen vor­liegen, umfassen die aktuellen Angaben lediglich die ersten sieben Monate. Aus­sagen darüber, ob die Zahl der Ein­sätze oder Straftat­en im laufend­en Jahr ins­ge­samt steigt oder sinkt, sind deshalb noch nicht belast­bar.

Sicherheitslage beschäftigt die Stadtpolitik

Die Frage nach der Sicher­heit auf Markt und Schlachter­markt beschäftigt die Schw­er­iner Kom­mu­nalpoli­tik bere­its seit mehreren Monat­en. Ende April beantragte die Frak­tion Bünd­nis 90/Die Grünen/Die PARTEI eine umfassende Analyse der Sicher­heits- und Gefährdungslage. Gemein­sam mit der Polizei sollte die Stadt unter anderem unter­suchen, welche Vor­fälle auftreten, wann sie sich ereignen und ob sich ins­beson­dere an Woch­enen­den Auf­fäl­ligkeit­en zeigen.

Als Begrün­dung ver­wies die Frak­tion auf wieder­holte Störun­gen und Vor­fälle im Bere­ich von Markt und Schlachter­markt sowie auf ein dadurch ent­standenes Unsicher­heits­ge­fühl bei Anwohn­ern, Gewer­be­treiben­den und Besuch­ern. Zugle­ich machte der Antrag deut­lich, dass einzelne Vor­fälle allein noch keine Grund­lage für weitre­ichende Maß­nah­men darstellen. Gefordert wurde deshalb eine belast­bare Bew­er­tung der tat­säch­lichen Sicher­heit­slage, bevor beispiel­sweise zusät­zliche Überwachungs­maß­nah­men geprüft wer­den.
Die Stadtver­wal­tung hielt eine solche Unter­suchung grund­sät­zlich für zuläs­sig und emp­fahl Zus­tim­mung. Sie ver­wies allerd­ings auf die Kom­plex­ität und die notwendi­ge Beteili­gung weit­er­er Stellen. Statt der ursprünglich vorge­se­henen Vor­lage der Ergeb­nisse bis Sep­tem­ber hielt die Ver­wal­tung einen Abschluss im Dezem­ber 2026 für real­is­tisch.

Parteien wollten den Auftrag verändern

In der poli­tis­chen Beratung ent­standen unter­schiedliche Vorstel­lun­gen darüber, wie weit die Unter­suchung reichen sollte. Die AfD-Frak­tion beantragte, neben Markt und Schlachter­markt auch den Bahn­hofsvor­platz, die Schwim­menden Wiesen sowie den Bere­ich Keplerpassage/Am Stein in die Sicher­heit­s­analyse einzubeziehen. Auch dort soll­ten unter anderem Häu­figkeit, Art und zeitliche Verteilung von Vor­fällen unter­sucht wer­den.

Die Ver­wal­tung sah für eine solche Ausweitung allerd­ings nicht über­all einen konkreten Anlass. Nach Rück­sprache mit der Polizei­in­spek­tion Schw­erin und eigen­er Ein­schätzung des Fach­di­en­stes Ord­nung seien Bahn­hofsvor­platz und Schwim­mende Wiesen ord­nungsrechtlich und polizeilich unauf­fäl­lig. Für den Bere­ich Am Stein/Keplerpassage liege dage­gen bere­its eine polizeiliche Analyse vor.

Die SPD schlug einen anderen Weg vor. Sie wollte den Ober­bürg­er­meis­ter damit beauf­tra­gen, den Innen­min­is­ter Meck­len­burg-Vor­pom­merns um eine Sicher­heits- und Gefährdungs­analyse für den Schw­er­iner Mark­t­platz zu bit­ten. Die Frak­tion begrün­dete dies mit der Zuständigkeit des Lan­des für Polizeian­gele­gen­heit­en und sicher­heit­srechtliche Bew­er­tun­gen.

Die Stadtver­wal­tung unter­stützte auch diesen Ansatz grund­sät­zlich, emp­fahl allerd­ings eine Zusam­me­nar­beit mit der Lan­despolizei. Gemein­sam soll­ten Sicher­heit und Ord­nung am Schw­er­iner Mark­t­platz analysiert und daraus gegebe­nen­falls notwendi­ge Maß­nah­men abgeleit­et wer­den.

Polizei sieht keinen Gewaltschwerpunkt

Die inzwis­chen vor­liegen­den Ein­satz­dat­en liefern eine erste sta­tis­tis­che Einord­nung der Debat­te. Bei den Kör­per­ver­let­zungs­de­lik­ten ergibt sich bis­lang kein ein­deutiger Trend. Sechs Fälle wur­den für das gesamte Jahr 2024 genan­nt, 13 für 2025 und sieben zwis­chen Jan­u­ar und Juli 2026. Ob sich daraus bis zum Jahre­sende eine Zunahme entwick­elt, bleibt offen.

Anders fällt die Bew­er­tung der all­ge­meinen Ein­sat­zlage aus. Die Polizei beze­ich­net Markt und Schlachter­markt aus­drück­lich als Schw­er­punkt, allerd­ings vor allem wegen wiederkehren­der Ord­nungswidrigkeit­en wie Lärm­beläs­ti­gun­gen. Der Bere­ich wird zudem im Rah­men des bere­its beste­hen­den Präsen­zkonzeptes rund um den Marien­platz beson­ders berück­sichtigt. Auch der Kom­mu­nale Ord­nungs­di­enst hat ihn im Blick.

Damit ergibt sich ein dif­feren­ziertes Bild: Markt und Schlachter­markt gehören zu den Bere­ichen der Innen­stadt, in denen Polizei und Ord­nungs­di­enst regelmäßig tätig wer­den. Die hohe Zahl der Ein­sätze allein bedeutet jedoch nicht, dass dort entsprechend häu­fig Gewalt­tat­en stat­tfind­en. Ein erhe­blich­er Teil bet­rifft Gefahren­ab­wehr, Ord­nungswidrigkeit­en und ins­beson­dere Lärm.

Ger­ade deshalb dürfte die geplante Sicher­heit­s­analyse zusät­zliche Bedeu­tung bekom­men. Die bish­eri­gen Zahlen beant­worten beispiel­sweise noch nicht, zu welchen Tageszeit­en sich Straftat­en und andere Ein­sätze häufen. Genau die zeitliche Verteilung – ins­beson­dere an Woch­enen­den – gehört zu den Punk­ten, die bere­its im ursprünglichen Antrag für eine genauere Unter­suchung vorge­se­hen waren.

Drei Männer bei Auseinandersetzung verletzt

Der schw­er­ste Vor­fall des ver­gan­genen Woch­enen­des beschäftigt inzwis­chen die Krim­i­nalpolizei. Nach bish­eri­gen Erken­nt­nis­sen kam es am Sam­stag gegen 23 Uhr am Schlachter­markt zu ein­er Auseinan­der­set­zung, bei der drei Män­ner im Alter von 18, 21 und 22 Jahren ver­let­zt wur­den. Nach Polizeiangaben han­delt es sich um zwei tune­sis­che und einen algerischen Staat­sange­höri­gen.

Die Män­ner hat­ten Schnitt- beziehungsweise Stichver­let­zun­gen und wur­den durch Ret­tungskräfte ins Klinikum gebracht. Zwei bis­lang unbekan­nte Tatverdächtige sollen sich nach der Auseinan­der­set­zung vom Tatort ent­fer­nt haben. Zu den Hin­ter­grün­den und zum genauen Ablauf der Tat liegen bis­lang keine abschließen­den Erken­nt­nisse vor.

Zum Tatzeit­punkt hiel­ten sich nach Angaben der Polizei zahlre­iche Men­schen auf dem Schlachter­markt auf. Die Ermit­tler suchen deshalb weit­er­hin Zeu­gen. Hin­weise zum Tat­geschehen oder zu den unbekan­nten Tatverdächti­gen nimmt das Polizei­haup­tre­vi­er Schw­erin unter 0385 5180–2224 sowie jede andere Polizei­di­en­st­stelle ent­ge­gen.