Tödliche Messerattacke am Schlosspark Center:
Geständnis im Totschlagsprozess – Strafmaß steht bereits fest
Im Prozess um den tödlichen Messerangriff am Schweriner Schlosspark Center hat der 25-jährige Angeklagte gestanden. Eine Verständigung sieht dafür eine Strafe zwischen fünfeinhalb und sieben Jahren vor.

Im Prozess um den tödlichen Messerangriff am Seiteneingang des Schlosspark Centers hat der 25-jährige Angeklagte am Donnerstag ein umfassendes Geständnis abgelegt. Damit reagierte er auf die zuvor erzielte Verständigung zwischen Staatsanwaltschaft, Gericht und Verteidigung, wonach ihm bei einem glaubhaften Geständnis eine Freiheitsstrafe zwischen fünf Jahren und sechs Monaten und maximal sieben Jahren in Aussicht gestellt wurde. Das bestätigte ein Sprecher des Landgerichts Schwerin.
Sechs Stich- und zwei Schnittwunden
Der Mann muss sich wegen Totschlags verantworten. Er und das Opfer, ein 17-Jähriger, stammen beide aus Afghanistan. Der Tat am 4. Februar 2025 war nach Angaben der Staatsanwaltschaft ein Streit vorausgegangen. Der Angeklagte habe den Jugendlichen aufgefordert, gemeinsam das Einkaufszentrum zu verlassen. Unmittelbar nachdem beide den Seiteneingang passiert hatten, soll der 25-Jährige mit einem Messer auf den Jüngeren eingestochen haben – „in schneller Abfolge und mit hoher Intensität“, wie es in der Anklage heißt.
Die Klinge des Messers war demnach 13 Zentimeter lang. Insgesamt erlitt der 17-Jährige sechs Stich- sowie zwei Schnittverletzungen, darunter drei Stiche in den Rücken. Der tödliche Stich traf die Brust. Trotz schneller medizinischer Versorgung verblutete der Jugendliche wenig später in der Notaufnahme.
Urteil könnte schneller kommen
Nach der Tat setzte sich der mutmaßliche Täter ab und floh zunächst quer durch Deutschland. Seine Route führte ihn über Hamburg und Köln nach Paris und schließlich weiter nach Großbritannien. Dort wurde er im April 2025 aufgrund eines Europäischen Haftbefehls festgenommen und im Mai nach Deutschland ausgeliefert.
Mit dem Geständnis richtet sich der Blick nun auf die Strafhöhe. Ursprünglich war der Prozess bis Ende Januar angesetzt. Durch das Geständnis wird nun ein früheres Urteil erwartet.



