Schlüsselübergabe an Stadtpräsident Ehlers im Stadthaus

Am vergangenen Montag nahm Stadtpräsident Sebastian Ehlers aus der Hand seines Vorgängers Stephan Nolte den Schlüssel zu seinem neuen Büro in Empfang. Damit ist die Amtsübergabe nun auch offiziell erfolgt. Unparteiisch, aber nicht unpolitisch möchte der neue Stadtpräsident sein.

Stephan Nolte (re.) überreicht dem neuen Stadtpräsidenten Sebastian Ehlers den Büroschlüssel.
Foto: Dario Rochow

Seit zehn Tagen ist Sebastian Ehlers nun Schwerins Stadtpräsident. Am vergangenen Montag zog er in sein Büro im Stadthaus ein. Der bisherige Hausherr Stephan Nolte überreichte ihm dafür den Schlüssel. Zwei Herzen schlagen an diesem Tag in der Brust des vorherigen Amtsinhabers. „Ich war immer sehr gerne Stadtpräsident.“, sagt Stephan Nolte. 

Das ihm ein Büro im Stadthaus zur Verfügung gestellt wurde, das habe er immer als sehr angenehm empfunden. Das Amt des Stadtpräsidenten ist eine ehrenamtliche Tätigkeit. Sein Amtsvorgänger Andreas Lange habe sich damals mit dem Vorschlag durchsetzen können. Zuvor habe es dieses Büro in der Stadtverwaltung nicht gegeben. 

Neben der Leitung der Sitzungen der Stadtvertretung, waren es auch viele repräsentative Aufgaben, die Stephan Nolte in den vergangenen fast elf Jahren in der Stadt wahrgenommen hat. In besonderer Erinnerung sind ihm hierbei immer die Pflege von Schwerins Städtepartnerschaften geblieben. Das ist eine der Aufgaben, die beim Stadtpräsidenten angesiedelt ist. „Die intensivsten Kontakte haben wir in meiner Zeit vor allem nach Wuppertal, Pila und Tallin gehabt.“, so Nolte. Immer wieder sei er gerne dort gewesen. Der neue Stadtpräsident Ehlers möchte hier ansetzen. „Die Städtepartnerschaften empfinde ich ebenfalls als sehr wichtig.“, sagt Sebastian Ehlers. Hierbei gehe es ihm nicht nur um die Begegnung mit den Stadtverwaltungen. Vor allem die Begegnung auf gesellschaftlicher Ebene ist ihm dabei wichtig. 

 

 Voneinander Lernen

 

Große Sprünge lasse das Budget allerdings nicht zu, sagt Stephan Nolte. Im laufenden Haushalt seien 10.000 Euro für die Pflege der insgesamt sieben Städtepartnerschaften vorgesehen. Über das Budget müsse man sicherlich noch einmal reden, glaubt Schwerins neues Stadtpräsident. Die jetzt bestehenden Städtepartnerschaften haben für ihn Priorität vor dem Abschluss neuer Partnerschaften. Stephan Nolte ergänzt, dass der Austausch zwischen den Partnerstädten eine wichtige Sache sei. So habe ihn eine seiner letzten Reisen als Stadtpräsident nach Tallin geführt. Vor Ort habe man sich dort über den Stand der Digitalisierung in der Verwaltung und dem kostenlosen Nahverkehr informiert. „Man kann auf solchen Reisen viel voneinander lernen und nimmt auch immer wieder gute Ideen mit.“, sagt Stephan Nolte. 

 

Viele Erinnerungen, vor allem aus den Städtepartnerschaften, haben sich in den über 15 Jahren angesammelt.
Foto: Dario Rochow

Sebastian Ehlers und Stephan Nolte verbindet nicht nur, dass beide das Amt des Stadtpräsidenten inne haben oder hatten. 2004 sind beide für die CDU in die Stadtvertretung eingezogen. Beide saßen zusammen im Kultur- und im Jugendhilfeausschuss. 2008 wird Stephan Nolte nach dem Rücktritt des damaligen Stadtpräsidenten Andreas Lange von der Schweriner Stadtvertretung als Stadtpräsident gewählt. 2009 wird Sebastian Ehlers Fraktionsvorsitzender der CDU. In diesem Jahr, und noch einmal 2014, sorgt er dafür, dass für den Stadtpräsidenten letztlich die zur Wahl erforderlichen Mehrheiten auch standen.

 

Unparteiisch, nicht unpolitisch

 

 Mit der Wahl vor zehn Tagen hat sich auch die Perspektive für das Amt für Sebastian Ehlers geändert. „Der Stadtpräsident muss zwar unparteiisch sein, aber nicht unpolitisch.“, betont Sebastian Ehlers. 

So sei Ehlers, obwohl nun schon seit 15 Jahren in der Stadtvertretung, der drittjüngste Stadtvertreter. „Das gibt mir zu denken.“, so Ehlers. Für ihn als Stadtpräsident sei es daher wichtig junge Menschen für die Stadtpolitik zu interessieren. „Wir müssen uns ernsthaft bemühen, vor allem junge Menschen für die Kommunalpolitik zu gewinnen.“ Dazu müsse man auch einmal über andere Ansatzpunkte nachdenken, wie man Kommunalpolitik schmackhaft machen könne. „Junge Menschen zu beteiligen. Das bleibt für mich eine ganz wichtige Sache.“, betont Ehlers. 

 

 

Der alte und der neue Stadtpräsident bei der Amtsübergabe.
Foto: Dario Rochow

Auch hier gibt es an diesem Tag wieder eine spannende Parallele: Stephan Nolte besuchte als letzter Besuch in seinem Amt als Stadtpräsident den Kinder- und Jugendrat der Stadt. Nach über 15 Jahren als Stadtpräsident war für Stephan Nolte nun der Zeitpunkt gekommen, sich auch einmal wieder stärker auf das Privatleben zu konzentrieren. So war hatte er zur letzten Kommunalwahl auch nicht mehr kandidiert. Am Montag nun die Schlüsselübergabe an den neuen Stadtpräsidenten. Ob ihm in dieser Situation der Abschied schwerfalle?  „Alles hat seine Zeit. Ich habe das Amt gerne bekleidet. Nun freue ich mich aber auch auf die Freiheit.“, sagt Stephan Nolte. 

Stefan Rochow

Journalist, Unternehmer und Gründer der digitalen Tageszeitung Schwerin-Lokal.de. Sie erreichen mich per E-Mail unter redaktion@schwerinlokal.de

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