Umfrage zeigt Defizite:
Schüler fordern mehr KI-Kompetenz im Unterricht
Viele Schüler in Mecklenburg-Vorpommern fühlen sich laut Umfrage unzureichend auf den Umgang mit Künstlicher Intelligenz vorbereitet – obwohl sie KI-Tools bereits regelmäßig nutzen.

Viele Schülerinnen und Schüler in Mecklenburg-Vorpommern fühlen sich einer Umfrage zufolge nicht ausreichend auf den Umgang mit Künstlicher Intelligenz vorbereitet. Nach Angaben des Landesschülerrates gaben 56 Prozent der Befragten an, sich durch die Schule kaum oder gar nicht auf die Nutzung entsprechender Technologien vorbereitet zu fühlen.
Gleichzeitig nutzen KI-Anwendungen bereits eine große Mehrheit im Schulalltag. Vier von fünf Schülerinnen und Schülern erklärten, solche Tools zumindest gelegentlich für schulische Zwecke einzusetzen. Nur 15 Prozent gaben an, Künstliche Intelligenz bislang nicht zu nutzen. Nach Einschätzung des Landesschülerrates geschieht die Nutzung häufig im Verborgenen, da viele Lernende Nachteile bei der Bewertung befürchten.
An der Befragung nahmen Ende 2025 rund 1.200 Schülerinnen und Schüler ab der siebten Klasse teil. Der Landesschülerrat fordert angesichts der Ergebnisse eine stärkere Verankerung von Künstlicher Intelligenz im Unterricht. KI dürfe nicht nur ein Randthema sein, sondern müsse als Querschnittskompetenz in allen Fächern berücksichtigt werden.
Zudem sprechen sich die Schülervertreter für eine Weiterentwicklung des Informatikunterrichts aus. Neben der praktischen Anwendung sollten dort auch Funktionsweise, Chancen und Risiken von KI vermittelt werden. Mehr als die Hälfte der Befragten äußerte Bedenken hinsichtlich des Umgangs mit persönlichen Daten.
Bildungsministerin Simone Oldenburg (Linke) betonte, dass das Land bereits Maßnahmen ergriffen habe. KI werde im Unterricht unter anderem zur individuellen Förderung eingesetzt und könne auch Lehrkräfte bei der Erstellung von Materialien unterstützen. Für Lehrerinnen und Lehrer stünden Fortbildungen sowie eine Handreichung zum Umgang mit KI zur Verfügung.
Der Landesschülerrat bewertet diese Angebote jedoch als unzureichend. Aus Sicht der Schülervertretung ist ein grundlegender Kurswechsel notwendig, um junge Menschen besser auf den Umgang mit Künstlicher Intelligenz vorzubereiten.



