Schwerin: AfD spricht sich gegen Gendersprache aus

Eine Umfrage des renommierten Meinungsforschungsinstituts Infratest Dimap ergab vor einigen Wochen, dass sich die Mehrheit der Deutschen gegen die sich entwickelnden Formen der Gendersprache ausspricht. Bemerkenswert dabei: Selbst bei den Grünen gab es zum Umfragezeitpunkt es keine Mehrheit dafür. Die AfD in Schwerin möchte nun mit einem Antrag verhindern, dass mehr Gendersprache in das "Leitbild Schwerin 2030" einzieht. Geht man nach der Umfrage und den Mehrheiten der Parteianhänger müsste der Antrag eine Mehrheit finden. Man wird sehen...

Eine Mehrheit der Deutschen spricht sich gegen die Gendersprache aus. In Schwerin soll sie nun verstärkt Einzug halten.

Unter Bezugnahme auf einen Artikel der Schweriner Volkszeitung vom 09. Juli meldet sich die AfD Schwerin in Fragen der gendergerechten Sprache zu Wort. Die regionale Zeitung hatte über den Plan der Verwaltung der Landeshauptstadt berichtet, ihren Leitfaden zur Nutzung der gendergerechten Sprache zu überarbeiten.

 

AfD spricht sich gegen Gendersprache in Schwerin aus

„Hier zeigt sich wieder einmal ganz deutlich der Widerspruch zwischen politischem Willen und Lebensrealität. Anstatt die mehrheitliche Auffassung in der Bevölkerung zu respektieren, versuchen die Anhänger dieser ideologisch geprägten ‚Sprachverschandelung‘ ihre Meinung mit Gewalt durchzusetzen. Dabei haben Studien zur Gendersprache gezeigt, dass Sprachregulierungen nicht zu einem Bewusstseinswandel führen“, so die Schweriner AfD-Fraktionsvorsitzende Petra Federau.

Sie bezieht sich in ihrer Darstellung unter anderem auf eine in diesem Jahr veröffentlichte Umfrage des renommierten Meinungsforschungsinstituts Infratest Dimap. Für die „Welt am Sonntag“ hatte dieses herausgefunden, wie die Bundesbevölkerung zur gendergerechten Sprache steht. Das Ergebnis war dabei mehr als eindeutig: „65 Prozent der Bevölkerung halten nichts von einer stärkeren Berücksichtigung unterschiedlicher Geschlechter“, fasste im Mai die FAZ zusammen. Ein sogar deutlicher Anstieg gegenüber 2020. Da waren es noch 56 Prozent. „Die Mehrheit der Deutschen lehnt damit Formulierungen wie ‚Zuhörende‘ statt ‚Zuhörer‘ und die Nutzung des großen Binnen-I (‚WählerInnen‘) in der Schriftsprache ebenso ab wie eine Pause vor der zweiten Worthälfte (‚Pendler_innen‘) in der gesprochenen Sprache“, so die FAZ. Bemerkenswert dabei: Auch 59 Prozent der Frauen sprechen sich gegen diese Form der Sprache aus. Die AfD-Fraktion in der Stadtvertretung Schwerin fordert daher in einem Änderungsantrag zum „Leitbild Schwerin 2030“ eine Rückkehr zur gewohnten Schreibweise. 

 

Umfrage bestätigt: Ablehnung der Gendersprache über Parteigrenzen hinweg

Dass dieses Thema nun gerade von der AfD aufgegriffen wird und diese Forderung aus ihren Reihen kommt, verwundert bei einem Blick darauf, wie Zustimmung und Ablehnung zur gendergerechten Sprache innerhalb der Parteien verteilt sind, auf den ersten Blick nicht. Denn die Umfrage ergab, dass 83 Prozent der AfD-Anhänger gegen die sich neu herausbildenden, als gendergerecht geltenden Sprachvarianten sind. Interessant allerdings ist, dass selbst im eher linken und auch grünen Spektrum keine Mehrheiten für die neuen Formen festgestellt wurden – wenngleich auch weniger deutlich. So sind 72 Prozent der Anhänger der Partei DIE LINKE und 57 Prozent der SPD dagegen. Und selbst bei den Grünen fand sich keine Mehrheit dafür (47 Prozent dafür, 48 Prozent dagegen). 

 

Ein Kommentar "Schwerin: AfD spricht sich gegen Gendersprache aus"

  1. Susanne Herweg   15. Juli 2021 at 12:43

    Mit diesem Antrag tourt die AfD durch die gesamte Republik und beschäftigt so die Kommunalparlamente völlig überflüssigerweise. Mit dem Thema lässt sich halt pressewirksam arbeiten.
    Fest steht aber auch, dass Leitfäden für die Arbeit in den Verwaltungen in den Zuständigkeitsbereich der (Ober-)Bürgermeisterpersonen fallen. Ratsentscheidungen sind deshalb nicht zu treffen, Anträge zu dem Thema also obsolet.
    Und die Verwendung der gendergerechten Sprache ist spätestens seit der Entscheidung des BVerfG von 2017 zum 3. Geschlecht ein aktuelles Thema. Da kann die AfD dagegen sein wie sie will, eine Berücksichtigung dieser Entscheidung ist zwingend erforderlich.

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