Schwerin: Am Montag geht die Schule los

Ohne große Einschulungsfeiern, dafür mit besonderem Hygienekonzept und kostenlosem Nahverkehr nur für einige startet Montag in Schwerin das neue Schuljahr.

An den Schulen in Schwerin startet am Montag wieder der Schulalltag

Nun rückst der Start des neuen Schuljahres immer näher. Am bereits kommenden Montag beginnt für die 8.000 Schülerinnen und Schüler in der Landeshauptstadt Schwerin wieder der Unterricht – während Baden-Württemberg heute erst in die Ferienzeit startet. Damit ist Mecklenburg-Vorpommern das erste Bundesland, das nun zeigen muss, dass Schule unter Corona-Bedingungen möglich ist. In Schwerin heißt es nun für die Eltern, an alles zu denken.

Knapp 900 Erstklässler starten am Montag

Wenn am Montag die Schulklingeln oder Gongs ertönen, dann heißt es also für viele Kinder und Jugendliche in Schwerin: „Wieder Schule.“ Für knapp 900 junge Schulkinder aber ist es ein besonderer Tag. Denn es wir ihr erster richtiger Schultag sein. 704 Erstklässler starten dabei in den zehn kommunalen Grundschulen. 180 Schülerinnen und Schüler beginnen ihre Schullaufbahn in einer der sieben Schulen in freier Trägerschaft. 25 weitere ABC-Schützen, so zeigt die Statistik der Stadtverwaltung, besuchen dann die Förderschulen.

Dr. Rico Badenschier | Foto: SIS/Christoph Müller

Besonderer Schulstart für alle Schülerinnen und Schüler in Schwerin

„Dieser erste Schultag steht unter besonderen Vorzeichen, denn für alle rund 8.000 Schülerinnen und Schüler in der Landeshauptstadt bringt die Wiederaufnahme des geregelten Unterrichts an den Schulen nach der langen Corona-Pause Neues und vielleicht auch Gewöhnungsbedürftiges mit sich. Ich wünsche allen Erstklässlern trotz der coronabedingten Einschränkungen eine tolle Einschulung und einen spannenden Start in die Schule. Habt viel Spaß beim Lesen, Schreiben und Rechnen lernen“, so Oberbürgermeister Dr. Rico Badenschier motivierend. Inwieweit es letztlich mit dem „geregelten Unterricht“ klappt, wird die Zeit zeigen. Zumindest gibt es entsprechende Konzepte und Vorgaben des Landes, auf die die Schulen sich so gut es ging vorbereitet haben. Allerdings zeigte die durchaus nicht leise Kritik der vergangenen Tage und Wochen an eben diesen Regelungen, dass nicht jeder wirklich überzeugt ist. Und blickt man auch all das, was da nun gelten soll,  ist „Geregelt“ ohnehin ein äußerst ambitioniertes Wort.

Keine großen Einschulungsfeiern –
Start in sanierter Heine-Schule steht bevor

Schon der Start in das Schulleben ist nämlich für die jüngsten Schüler alles andere als regulär. Die zentralen Einschulungsfeiern an den Grund- und Förderschulen entfallen in diesem Jahr aufgrund der Corona-Situation. „Jede Schule hat dabei nun für sich entschieden, in welchem Rahmen die für die Schulanfänger und ihre Eltern wichtige Feier stattfinden kann“, sagt die Leiterin des Fachdienstes Schule Manuela Gabriel. In ein ganz frisch saniertes Schulgebäude ziehen dabei die Heine-Schüler in der Werderstraße / Ecke Amtsstraße ein. Denn vorbei ist es mit der Übergangslösung einer Beschulung im gegenüberliegenden Hort oder in den Räumen der „Nordlichter“ am Ziegelsee. Mit doch ziemlicher Verspätung und einer deutlichen Überschreitung der einstmals vorgesehenen finanziellen Mittel ist es dem Zentralen Gebäudemanagement (ZGM) der Stadt letztlich doch noch gelungen, das Schulgebäude wieder für den eigentlichen Zweck zur Verfügung zu stellen. Nur die Turnhalle braucht noch etwas. Voraussichtlich bis zu den Herbstferien, heißt es aktuell.

Kostenloser Schülerverkehr in Schwerin weiter nicht für alle – aber mit Mund-Nase-Schutz.

Weiterhin kostenloser Schülerverkehr nur unter diversen Bedingungen und Voraussetzungen

Während die Jüngsten in der Regel noch eher kürzere Wege zu absolvieren haben – und dennoch sind wieder unzählige „Eltern-Taxis“ am frühen Morgen vor den Schulen zu erwarten – müssen die Älteren oftmals schon weitere Wege in Kauf nehmen. Viele nutzen dabei auch die Busse und Bahnen des Nahverkehrs Schwerin. Wohl denen, deren Weg zur örtlich zuständigen Schule bis zur Klassenstufe 6 länger als zwei Kilometer und ab Klassenstufe 7 länger als vier Kilometer ist. Denn diese Schülerinnen und Schüler kommen in den Genuss eines kostenlosen Schülertickets. Immer wieder kam aus der Kommunalpolitik in der Vergangenheit die Forderung nach einem für alle Schülerinnen und Schüler kostenfreien Nahverkehr – ohne irgendwelche, meist schwer nachvollziehbare und teilweise wenig logische Vorgaben und Einschränkungen. Vorerst aber gilt die bisherige Regelung. Allerdings muss das Ticket im Vorfeld beantragt werden. Dies ist auch weiterhin noch über ein Online-Formular auf den Seiten der Stadt Schwerin möglich. Wer allerdings erst jetzt den Antrag stellt, hat das Ticket nicht bis zum 3. August in der Hand. Dann heißt es erst einmal: Bezahlen. Eine rückwirkende Erstattung ist übrigens auch nicht möglich.

Das Schülerticket lässt sich sogar aufwerten

Der Sonderfahrausweis berechtigt dann während der Schulzeit von Montag bis Freitag, von vorbestimmten Haltestellen zur örtlich zuständigen Schule und zurück zu fahren. Das Schülerticket kann am Schalter oder an den Fahrkartenautomaten des Nahverkehr Schwerin mit zusätzlichen zehn Euro zu einer vollwertigen Monatskarte aufgewertet werten. Mit dem zusätzlichen Azubi-Freizeit-Ticket können Schülerinnen und Schüler Busse und Bahnen des Nahverkehrs außerhalb des Schulweges auch an den Wochenenden und in den Ferien nutzen. Gültig ist das Upgrade-Ticket weiterhin nur in Verbindung mit dem von der Landeshauptstadt Schwerin erstellten Sonderfahrausweis und dem Schülerausweis. Bei all der Bürokratie weiß man doch gleich, weshalb man zur Schule geht…

Stephan Haring

Stephan Haring ist freier Mitarbeiter unserer digitalen Tageszeitung. Er hat ein Bachelor-Studium der Kommunikationswissenschaften an der Universität Erfurt mit den Nebenfächern Sozialwissenschaften & Politik absolviert. Im Nachhinein arbeitete er in leitenden Funktionen der Presse- & Öffentlichkeitsarbeit, im Leitungsbereich eines Unternehmens sowie als Rektor einer privat geführten Hochschule. Über mehrere Jahre organisierte und realisierte er mit der durch ihn entwickelten LOOK das größte Schweriner Fashionevent. Er arbeitet er freiberuflich als Texter, Pressesprecher, Textkorrektor und Ghostwriter sowie als Berater in verschiedenen Projekten. Im größten Schweriner Ortsbeirat ist er als Vorsitzender kommunalpolitisch aktiv.

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