Schwerin: Bauernprotest verlief störungsfrei

Am Freitag rollten 133 Traktoren zwischen Schwerin und Wismar. Erneut protestierten die Bauern u.a. gegen strengere Auflagen bei Düngung und Tierhaltung.

Ein Protest-Konvoi aus 133 Traktoren rollte zwischen Schwerin und Wismar. | Foto: Polizei Schwerin

Deutschlandweit kam es in den vergangenen Monaten verstärkt zu öffentlichen Protesten der Bauern. Auch in Schwerin fanden entsprechende Aktionen statt. Mit verschiedenen Aktionen machten sie dabei auf aus ihrer Sicht negative Entwicklungen im Bereich der Landwirtschaft aufmerksam. Die Themen sind dabei vielschichtig. So fühlen sich die Bauern zum Teil zu stark zum Sündenbock von Umweltproblemen gemacht. Darüber hinaus sehen sie sich in diesem Kontext mit Forderungen konfrontiert, die einer wirtschaftliche Arbeit mehr als nur in Frage stellen. Nicht zuletzt steht ihr Protest auch in engem Zusammenhang mit vergleichsweise geringen Preisen für landwirtschaftliche Erzeugnisse in Deutschland.

Bauernproteste im Dezember zogen Ermittlungen nach sich

Auch in diesem Jahr nun setzen sich die beschriebenen Proteste weiter fort. Nicht nur in Berlin machen Bauern aber auch Klimaschützer am Rand der Grünen Woche die Landwirtschaft zum Thema. Auch in Mecklenburg-Vorpommern gehen die Proteste weiter. Während es dabei Ende 2019 noch zu nicht angemeldeten Überraschungs-Aktionen kam, finden die Proteste nun wieder in einem „geregelten Rahmen“ statt. Damit nehmen sich die Protestierenden selbst auch wieder aus dem „Schussfeld“ der Polizei. Denn diese hatte, so berichtete u.a. die Ostsee Zeitung, bereits gegen knapp 80 Bauern wegen des Verstoßes gegen das Versammlungsrecht ermittelt. Konkret ging es um Traktorenkonvois, die unangemeldet den Straßenverkehr behinderten oder gar zum Erliegen brachten. Inzwischen aber ist ein größerer Teil der Ermittlungen eingestellt. Schwerin war übrigens von diesen konkreten Protesten nicht betroffen.

Konvoi aus 133 Traktoren fuhr am Freitag von Schwerin nach Wismar

Anders gestaltete es sich in der Landeshauptstadt am vergangenen Freitag. Dort startete am frühen Nachmittag ein angekündigter Konvoi mit Ziel Wismar (wir berichteten im Vorfeld). Die zuständigen Polizeiinspktionen Schwerin und Wismar hatten im Vorfeld öffentlich auf die Aktion und die zweifelsfrei zu erwartenden Verkehrsbehinderungen hingewiesen. Zudem begleiteten sie die Aktion über ihre Twitterkanäle @Polizei_SN bzw. @Polizei_NWM sowie auf der Facebookseite „Polizei Westmecklenburg“. Und wie vorhergesagt gestaltete sich der Abschnitt zwischen den beiden Städten für den Normalverkehr zum zu erwartenden Geduldsspiel.

Denn der Konvoi, der sich auf die Rundtour von Schwerin nach Wismar – über Ventschow und Leezen zurück nach Schwerin – machte, bestand aus der stattlichen Anzahl von 133 Traktoren. Auf der Route erreichte er eine Länge von bis zu drei Kilometern; an Überholen war da nicht einmal zu denken. Daher kam es insbesondere auf der B 106 zu erheblichen Verkehrsbehinderungen. Die Polizei begleitete die Protestaktion, die 15 Uhr begann und erst 20 Uhr in Schwerin endete während der gesamten Zeit. Zu Störungen kam es dabei nicht. Die Einsatzkräfte bedankten sich im Nachhinein bei den Organisatoren und Teilnehmern für den kooperativen Verlauf.

Stefan Rochow

Journalist, Unternehmer und Gründer der digitalen Tageszeitung Schwerin-Lokal.de. Sie erreichen mich per E-Mail unter redaktion@schwerinlokal.de

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