Schwerin: Behinderte Minderjährige in der DDR

Eine aktuell veröffentlichte Studie befasst sich detaillierter mit der Thematik Minderjähriger mit Behinderungen in der einstigen DDR.

Kinder und Jugendliche in sonderpädagogischen, psychiatrischen und Behinderteneinrichtungen der ehemaligen DDR sind das Thema einer Studie, die in Schwerin erschienen ist. | Foto: Symbolbild

Ist es auch manchmal schwierig, so geht die Aufarbeitung der DDR dreißig Jahre nach dem Ende der zweiten Diktatur auf deutschem Boden weiter. Während die einen mit durchaus erahnbaren Hintergedanken unter dem argumentativen Deckmantel, „Lebensleistungen nicht zerstören zu wollen“, diese wichtige Arbeit zumindest nicht erkennbar nachhaltig fördern, arbeiten andere intensiv an dieser so wichtigen Aufgabe. Zu ihnen gehört sicherlich ohne Frage auch die Landesbeauftragte für Mecklenburg-Vorpommern für die Aufarbeitung der SED-Diktatur.

 

Studie zu Minderjährigen mit Behinderungen in der DDR veröffentlicht

Dabei widmete sich diese so wichtige Institution nun auch einem eher weniger bekannten Thema. Dem Umgang nämlich mit Kindern und Jugendlichen mit Behinderungen in der einstigen DDR. In diesem Rahmen erschien nun in diesen Tagen eine Studie von Falk Bersch unter dem Titel „Kinder und Jugendliche in sonderpädagogischen, psychiatrischen und Behinderteneinrichtungen in den DDR-Nordbezirken“. Darin nimmt Bersch die historische Entwicklung der Unterbringung, Betreuung und Förderung der Kinder und Jugendlichen mit Behinderungen in den Bezirken Neubrandenburg, Rostock und Schwerin in den Blick.Konkret im Fokus der Betrachtungen standen dabei auch die sich wandelnden rechtlichen und gesundheitspolitischen Rahmenbedingungen in der DDR. Ein zweiter Teil der auf zwei Bände angelegten Studie wird sich mit einzelnen Einrichtungen befassen.

 

Wichtige Erkenntnisse auch für Stiftung „Anerkennung und Hilfe“

Von Bedeutung sind die aus dieser Studie resultierenden Erkenntnisse auch für die Anlauf- und Beratungsstelle der Stiftung „Anerkennung und Hilfe“. An diese haben sich inzwischen 1.275 Betroffene gewandt. Sie waren als Minderjährige in der DDR in Nervenkliniken und deren Außenstellen, in kirchlichen und staatlichen Behinderteneinrichtungen oder in Internaten von Hilfs- bzw. Sonderschulen untergebracht. Für dabei heute noch fortwirkende Folgen ihrer Unterbringung können diese Menschen einen Ausgleich der Stiftung erhalten. Anmeldungen dafür sind übrigens noch bis Jahresende 2020 möglich.

 

Publikation der Studie ist nun erhältlich

Die Publikation von Falk Bersch in der Schriftenreihe der Landesbeauftragten wurde aus Mitteln des Strategiefonds des Landes Mecklenburg-Vorpommern gefördert.

Das Buch ist nun online bestellbar unter:
www.landesbeauftragter.de/publikationen/aktuelle-publikationen/
Es ist zudem in der Geschäftsstelle der Landesbeauftragten erhältlich. Die Kontaktdaten: Tel.: 0385-734006, Fax: 0385-734007, Mail: post@lamv.mv-regierung.de.

Falk Bersch: „Kinder und Jugendliche in sonderpädagogischen, psychiatrischen und Behinderteneinrichtungen in den DDR-Nordbezirken. Teil 1: Die historische Entwicklung.“ ISBN 9783933255594.
Die Schutzgebühr beträgt  6 Euro.

Redaktion

der digitalen Tageszeitung Schwerin-Lokal.de. Tel: (0385) 480 739 77 | E-Mail: redaktion@schwerinlokal.de

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