77.000 Schweriner werden Abstimmen:
Schwerin bestätigt Bürgerentscheid zum Lankower Park
Am 25. Januar 2026 entscheiden die Schwerinerinnen und Schweriner im ersten Bürgerentscheid der Stadt über die Zukunft des Lankower Stadtteilparks.

Die Bürgerinnen und Bürger entscheiden in einem Bürgerentscheid über die Zukunft des Stadtteilparks in Lankow. Die Stadtvertretung hat am gestrigen Montagabend den 29.09.2025 den Weg dafür offiziell freigemacht und den Termin auf den 25. Januar 2026 festgelegt.
Über 4.000 Unterschriften – Initiative erfolgreich
Die von der Wählerliste Aktion Stadt- und Kulturschutz (ASK) unterstützte Bürgerinitiative konnte 4.359 gültige Unterschriften vorlegen. Damit wurde das erforderliche Quorum erreicht. Die Stadtverwaltung bestätigte offiziell, dass das Bürgerbegehren zulässig ist.
Damit haben erstmals die Bürgerinnen und Bürger Schwerins die Möglichkeit, direkt über ein Sachthema abzustimmen. Für die Landeshauptstadt ist das eine Premiere – der letzte Bürgerentscheid fand 2008 statt, betraf jedoch die Abwahl eines Oberbürgermeisters.
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Streit um den Termin
Einigkeit herrschte in der Stadtvertretung darüber, dass das erfolgreiche Bürgerbegehren ein positives Signal für Demokratie und Bürgerbeteiligung ist. Uneinigkeit gab es hingegen bei der Frage des Termins. Die Verwaltung schlug vor, den Bürgerentscheid Mitte März 2026 gemeinsam mit der anstehenden Oberbürgermeisterwahl abzuhalten. Die CDU brachte dagegen den 25. Januar 2026 als Einzeltermin ins Spiel. Unterstützt von AfD und Linken, setzte sich dieser Vorschlag schließlich durch.
Mitglieder der Stadtfraktion der SPD wie Mandy Pfeifer, und Einzelmandatsträger wie Stephan Martini forderten, den Verkaufsbeschluss direkt zurückzunehmen und damit ein kostenintensives Verfahren zu vermeiden.
Mehrkosten für die Stadtkasse
Die Entscheidung für einen eigenständigen Termin hat finanzielle Folgen: Laut Stadtverwaltung entstehen dadurch Mehrkosten von mindestens 100.000 Euro. Dennoch entschied die Mehrheit der Stadtvertretung für den Sondertermin im Januar.
Im Kern des Konflikts steht ein knapp 5.000 Quadratmeter großes Grundstück in Lankow, das im Juli 2025 von der Stadtvertretung zum Verkauf an die Quarta GmbH & Co. KG freigegeben wurde. Geplant ist der Bau eines Wohn- und Geschäftsgebäudes mit Arztpraxen.
Der derzeit parkähnliche Spielplatz gilt jedoch als wichtiger Treffpunkt im Stadtteil. Anwohner und die Bürgerinitiative sehen den Verkauf daher kritisch. Unterstützung erhielten sie auch vom Deutschen Kinderhilfswerk, das den Entscheidungsprozess der Stadt wegen mangelnder Beteiligung von Kindern und Jugendlichen scharf kritisierte.
Damit ist klar: Am 25. Januar 2026 entscheiden die rund 77.000 Wahlberechtigten in Schwerin über die Zukunft des Lankower Stadtteilparks. Entweder bleibt die Fläche dauerhaft erhalten, oder der Weg für das geplante Bauprojekt wird frei.




