Schwerin: Bundestagsabgeordneter sucht Gespräch mit Center-Mietern

Nach einem Besuch des Schnelltestzentrums am Schlosspark-Center in Schwerin ging der Bundestagsabgeordnete Dietrich Monstadt (CDU) auch in die Shopping-Mall und kam mit verschiedenen Geschäftsleuten über die aktuelle Situation im dritten Corona-Lockdown ins Gespräch.

Dietrich Monstadt besuchte auch das Schnelltest-Zentrum am Schlossparkcenter in Schwerin. | Foto: Carolin Schultz

Im Schlossparkcenter in Schwerin war es zwischenzeitlich schon wieder etwas lebendiger. Denn in Mecklenburg-Vorpommern war – nach dem landeseigenen Stufenplan und nach den Absprachen zwischen Bund und Ländern – die Öffnung des Einzelhandels wieder möglich. In Schwerin zwar nur mit Termin und Kundendokumentation, aber immerhin lief es wieder an. Seit Mitte April allerdings ist beinahe alles wieder zu. Nur einige wenige dürfen auf den drei Etagen öffnen. Und nur wenige Kunden verirren sich im größten innerstädtischen Einkaufscenter von Schwerin.

 

Bundestagsabgeordneter Dietrich Monstadt besucht Schlosspark-Center

Längst ist das Licht wieder heruntergefahren, sind zahlreiche Geschäfte im Innenbereich wieder ganz ohne Beleuchtung. In Einzelfällen hängen noch Unternehmensschilder – aber innen ist leider schon alles leer. Sicherlich ein beklemmendes Gefühl auch für den Bundestagsabgeordneten Dietrich Monstadt (CDU) als dieser kürzlich auf Einladung des neuen Managers des Schlossparkcenters Schwerin, Klaus-Peter Regler, die Shopping-Mall am Marienplatz besuchte. 

 

Zuerst ins anliegende Testzentrum und dann hinein in die beklemmende Ruhe

Dietrich Monstadt im Gespräch mit Norman Warias von Koltzer Herrenmoden Schwerin. | Foto: Carolin Schultz

Vorab noch schnell ein Test – ein Schnelltest also. Und zwar im direkt zum Schlossparkcenter gehörenden Schnelltest-Zentrum am Seiteneingang von der Wittenburger Straße – im einstigen „Spielemax“. „Die Nachfrage ist total eingebrochen“, so Betreiber Frank Dencker, Chef der Schlosspark-Apotheke. Etwa eine Woche hatte das Zentrum noch geöffnet, da zog die Landesregierung die Notbremse. „Keine 40 Unternehmen in unserem Haus sind noch geöffnet. Zwischenzeitlich waren es bereits wieder zwischen 100 und 120“, erläutert Centermanager Regler dem auch an Details interessierten Bundestagsabgeordneten die Situation. Für das Schnelltestzentrum natürlich ein herber Rückschlag. Dennoch soll es geöffnet bleiben. Denn die Menschen sollen die Möglichkeit haben, sich jederzeit testen lassen zu können. 

 

Monstadt hat berechtigte Hoffnung dabei: „Exponentielles Wachstum scheint gestoppt“

Mit der Bestätigung eines negativen Corona-Tests in der Tasche geht es dann in das sonst so lebendige Schlosspark-Center. Vorbei am geöffneten Supermarkt an der einen oder anderen Take-Away-Gastronomie. Vor allem aber vorbei an geschlossenen Türen und dunklen Läden. Monstadt weiß, die meisten Unternehmer haben ein grundsätzliches Verständnis dafür, dass die Menschen geschützt sein müssen. Aber die Fragezeichen hinsichtlich der Maßnahmen wachsen mit der Dauer der Schließungen. Und doch gilt es jetzt, weiter durchzuhalten. Jetzt, da das exponentielle Wachstum offenbar gestoppt ist, Experten gar schon von einem bevorstehenden Abebben der dritten Welle sprechen. „Wenn die Bevölkerung, so schwer es sicherlich mit jedem zusätzlichen Tag auch fällt, weiter vernünftig bleibt und sich weiterhin an die Regeln – vor allem auch an den Abstand – hält, werden wir ganz sicher sehr bald aus dieser schweren Phase herausfinden“, ist sich Monstadt, der regelmäßig mit Kunden wie auch Unternehmern und deren Angestellten im Gespräch ist, gewiss. 

 

Durchhalten, auch wenn es noch so schwer fällt

Dietrich Monstadt im Gespräch mit Media Markt-Chef Boehm. | Foto: Carolin Schultz

Viele werden sagen, diesen Satz hätten sie von der Politik schon häufiger gehört. Das stimmt auch. Das weiß auch Dietrich Monstadt.  Aber letzten Endes ist es auch genau das, was zählt. Durchhalten und die Regeln einhalten und umsetzen, die einem vielleicht auf die Nerven gehen, oder die man auch mal nicht ganz nachvollziehen kann. Letztlich greifen die Einzelmaßnahmen auf ganz verschiedenen Ebenen – erkennbar oder aber eben auch rein psychologisch – ineinander. Einzelne herauszubrechen – so unsinnig sie manchmal auch erscheinen, kann schon den gesamten Erfolg gefährden. Und auch Dietrich Monstadt lässt natürlich keinen Zweifel daran, dass er lieber heute als übermorgen den Menschen die frohe Botschaft bringen würde, alles sei geschafft.

Aber als Freund manchmal zwar harter Realitäten ist er ebnen auch kein Freund davon, Menschen etwas zu versprechen, was nicht zu halten wäre. „Daher gilt es jetzt, die Inzidenzwerte noch einmal deutlich zu senken, um dann auch wirklich nachhaltig langfristig lockern und öffnen zu können. Sicherlich weiterhin unter Schutzmaßnahmen. Ein Rauf und Runter der Maßnahmen und ein Öffnen und Schließen von Unternehmen im Wochenrhythmus nützt niemandem“.

 

Unternehmen wollen endlich wieder öffnen

Eine Sichtweise, die die Unternehmer, mit denen der Bundestagsabgeordnete im Schlossparkcenter in Schwerin sicherlich nachvollziehen können. So trifft er beispielsweise auf Frank Boehm, Geschäftsführer bei Media Markt, auf Jürgen Rupnow von der gleichnamigen Fleischerei oder auch auf Jürgen Warias vom Herrenausstatter Koltzer. Ohne Frage, niemand von ihnen will oder würde die Gesundheit der eigenen Kundschaft aufs Spiel setzen. Und dennoch brennen sie darauf, endlich wieder öffnen zu können. Vor allem, weil sie wieder für ihre Kunden da sein möchten. Und weil in vielen Fällen die Existenz auf dem Spiel steht.

 

„Warum darf der Discounter, was wir nicht dürfen?“

Dietrich Monstadt im Gespräch mit Jürgen Rupnow in Schwerin. | Foto: Carolin Schultz

Aber eben auch, weil sie manche Regel nicht ganz nachvollziehen können. „Wie kann es sein, dass wir, als wir noch öffnen konnten, nur ein Minimum an Kunden in das Geschäft lassen durften und von ihnen noch Negativtests verlangen mussten, während die Menschen in den Supermärkten ohne jeden Test dicht gedrängt einkaufen können“? Und gerade die derzeit geschlossenen Unternehmen der Bekleidungs- und Elektrobranche sehen mit wenig bis gar keinem Verständnis, wie Fernseher, Radiogeräte und Kleidung in Discountern und Supermärkten über den Tisch gehen. Zwar sind inzwischen auch aktuelle Hilfsgeldzahlungen eingegangen. Aber einerseits reicht das in vielen Fällen kaum bis gar nicht. Und andererseits bleibt da das Unverständnis einer so ungleichen Behandlung. Und natürlich kommt auch den Reihen der Händler und Gastronomen im Schlosspark-Center Schwerin eine Frage, die Dietrich Monstadt in diesen Tagen und Wochen aus vermutlich beinahe allen Branchen hört: „Warum sind wir nicht schnell geimpft worden?“

 

Die Richtung stimmt

Letztlich wissen alle an diesem Tag, dass auch Monstadt nicht binnen Tagesfrist die ganze Sache drehen kann. Im Gegenteil. Immer wieder ist die verzweifelte Frage zu hören, wie wir aus der ganzen Situation überhaupt herauskommen können. Hier bleibt dem Bundestagsabgeordneten, an den Unternehmergeist und das Vertrauen in eine baldige Rückkehr in Öffnungen und Freiheiten zu appellieren. Denn er hat die Informationen im Gepäck, „dass die Anzahl der Impfungen nun doch deutlich steigen, die Neuinfektionszahlen offenbar sinken“ und wir so schon in einer greifbaren Zeit auch wieder von Öffnungen sprechen können. Wenn, ja wenn nun alle auch auf der vielleicht schwersten Etappe noch einmal durchhalten.  

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