Schwerin: Couragierter Bürger angefahren

Bereits Ende vergangener Woche stoppte ein aufmerksamer Autofahrer in Schwerin eine Alkoholfahrt. Nun kam es zu einer ähnlichen Szene mit einem Verletzten.

 

Alkohol am Steuer gefährdet die Fahrer selbst und vor allem auch andere Verkehrsteilnehmer. Und doch erwischt die Polizei auch in Schwerin immer wieder alkoholisierte Fahrzeugführer. | Foto: Symbolbild

Bereits vor wenigen Tagen verhinderte ein aufmerksamer Autofahrer die Fortsetzung einer bis dahin schon gefährlichen Alkoholfahrt. Am Sonntagabend hatte ein Betrunkener sich auf den Weg nach Schwerin gemacht. Er fuhr Schlangenlinien, kam in den Gegenverkehr und landete schließlich auf dem Parkplatz eines Fitneßstudios. Damit er von dort nicht weiterfahren konnte, blockierte ein weiterer Fahrer die Ausfahrt mit seinem Pkw. Zum Glück geschah dabei letztlich niemandem etwas. Am Donnerstagabend versuchte erneut ein Augenzeuge, eine Alkoholfahrt zu verhindern.

37-jähriger versucht alkoholisierte Frau an Autofahrt zu hindern

Dieses Mal aber ging es nicht ganz so glimpflich aus, als ein 37-jähriger Schweriner am Donnerstag gegen 20 Uhr couragiert agierte. Ein Mitarbeiter eines Einkaufsmarktes in der Edgar-Bennert-Straße in Schwerin hatte ihn gebeten, die Polizei zu informieren. Eine offensichtlich alkoholisierte Frau wollte erkennbar versuchen, in ihr Auto zu steigen und von dannen zu fahren. Der 37-jährige bat seinerseits einen Freund, die Polizei zu informieren, denn ihm war offenbar bewusst, dass diese nicht rechtzeitig vor Ort sein kann. Daher stellte er sich selbst vor das anfahrende Fahrzeug der Frau.

Fahrerin flieht vom Unfallort, beleidigt später die Polizei und äußert selbstgefährdende Gedanken

Diese aber schien wenig beeindruckt von dem menschlichen Hindernis, denn sie setzte ihren Anfahrvorgang fort und wollte los. Dem Mann blieb nichts anderes übrig, als auszuweichen. Der Außenspiegel des Fahrzeugs aber traf ihn noch. Die Frau rammte dafür mit ihrem Wagen einen Pfeiler, machte sich dann aber von dannen. Letztlich gelang es einer Streifenwagenbesatzung in der Gadebuscher Straße die alkoholisierte Fahrt, die nun auch eine Unfallflucht war, zu stoppen. Da den Beamten sofort eine Alkoholfahne entgegen schlug, blieb der entsprechende Atemalkoholtest nicht aus. Dieser ergab stattliche 2,23 Promille. Die 48-jährige Deutsche kam nun zur Blutprobenentnahme ins Hauptrevier Schwerin. Dort beleidigte sie dann noch die Beamten und droht, sich selbst etwas antun zu wollen. Wegen der akuten Eigengefährdung und des hohen Alkoholisierungsgrades, verbrachte die 48-Jährige mehrere Stunden in der Ausnüchterungszelle.

Mehrstündiger Aufenthalt in Ausnüchterungszelle und einige weitere Folgen

Die Polizei Schwerin ermittelt jetzt wegen des Verdachts der Straßenverkehrsgefährdung, des unerlaubten Entfernens vom Unfallort und Beleidigung. Der Führerschein ist natürlich beschlagnahmt und ein Fahrverbot ist ausgesprochen.

 

Redaktion

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