Sa, 18. April 2026
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Ehrliche Finderin bringt 700 Euro zurück:
Bargeld im Schweriner Fundbüro keine Seltenheit

700 Euro in einem Umschlag auf dem Marienplatz: Eine 17-jährige Auszubildende aus Schwerin gibt den Fund ehrlich bei der Polizei ab. Dafür wird sie nun von der Stadt gewürdigt.

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  • Veröffentlicht März 11, 2026
Verwaltungschef Bernd Nottebaum danke der ehrlichen Finderin Hannah Heidemann, Foto: maxpress
Ver­wal­tungschef Bernd Not­te­baum danke der ehrlichen Find­erin Han­nah Hei­de­mann. Foto: max­press

 

Eine ehrliche Find­erin hat Ende Feb­ru­ar in Schw­erin für große Erle­ichterung gesorgt. Die 17-jährige Auszu­bildende Han­nah Hei­de­mann ent­deck­te auf dem Marien­platz einen Briefum­schlag mit 700 Euro und gab den Fund bei Polizei und Fund­büro ab. Der Umschlag kon­nte schließlich ein­er Senior­in aus Schw­erin zurück­gegeben wer­den. Für ihr vor­bildlich­es Ver­hal­ten wurde die Auszu­bildende der Stadtver­wal­tung jet­zt offiziell gewürdigt. Der stel­lvertre­tende Ober­bürg­er­meis­ter Bernd Not­te­baum bedank­te sich per­sön­lich bei der jun­gen Find­erin. „Es ist ein gutes Gefühl, dass wir in Schw­erin in ein­er Stadt leben, in der man so viel Geld ver­lieren kann und es zurück­bekommt“, sagte er. Nicht jed­er hätte eine so hohe Summe abgegeben, betonte Not­te­baum.

Bargeld taucht häufiger unter den Fundsachen auf

Der ungewöhn­liche Fund ist zwar beson­ders, aber Bargeld gehört im Schw­er­iner Fund­büro dur­chaus zu den regelmäßig abgegebe­nen Din­gen. Wie die Lei­t­erin des Bürg­er­büros, Kat­ja Dan­nen­berg, berichtet, befind­et sich Geld meist in gefun­de­nen Geld­börsen, Taschen oder Kof­fern. Neben Geld­börsen gehören vor allem Doku­mente, Schlüs­sel, Fahrräder, Handys, Note­books, Tablets sowie Taschen, Klei­dung und Schmuck zu den häu­fig­sten Fund­sachen. Gele­gentlich wer­den auch Musikin­stru­mente oder medi­zinis­che Hil­f­s­mit­tel wie Rol­la­toren, Blut­druckmess­geräte oder Insulin­pens abgegeben. Im Jahr 2025 wur­den im Bürg­erser­vice ins­ge­samt 1.368 Fun­danzeigen reg­istri­ert. Darunter befind­en sich auch Gegen­stände, die in Bussen und Straßen­bah­nen des Nahverkehrs Schw­erin liegen geblieben sind. Diese wer­den vom Verkehrs­be­trieb jew­eils am fol­gen­den Werk­tag ins Fund­büro gebracht.

Nur etwa ein Drittel der Gegenstände wird abgeholt

Trotz der großen Zahl an abgegebe­nen Fund­sachen find­et ein Großteil nicht mehr zu seinen Besitzern zurück. Lediglich rund 30 Prozent der Gegen­stände wer­den von den Eigen­tümerin­nen und Eigen­tümern tat­säch­lich wieder abge­holt. Die geset­zliche Auf­be­wahrungs­frist beträgt sechs Monate. Danach wer­den ver­w­ert­bare Gegen­stände ver­steigert oder an soziale Ein­rich­tun­gen wie Car­i­tas oder AWO weit­ergegeben. Find­er kön­nen zudem angeben, ob sie Anspruch auf den Fund erheben möcht­en, falls dieser nicht abge­holt wird. Allerd­ings gibt es auch Dinge, die wed­er weit­ergegeben noch ver­steigert wer­den dür­fen. Geräte mit Daten­spe­ich­ern – etwa Handys, Tablets oder Note­books – müssen aus Daten­schutz­grün­den nach Ablauf der Frist fachgerecht ver­nichtet wer­den. Die meis­ten Fund­sachen im Jahr 2025 waren Taschen und Kof­fer mit einem Anteil von 20 Prozent, dicht gefol­gt von Schlüs­seln mit 19 Prozent. Klei­dungsstücke macht­en 15 Prozent aus, Handys 13 Prozent. Doku­mente und Karten lagen bei sieben Prozent.

Suche nach verlorenen Sachen auch online möglich

Wer etwas ver­loren hat, kann inzwis­chen auch online nach seinem Eigen­tum suchen. Über das Por­tal „Fund­büro Deutsch­land“ lassen sich Ver­lust­mel­dun­gen aufgeben oder abgegebene Gegen­stände durch­suchen. Öffentliche Präsen­zver­steigerun­gen gehören dage­gen der Ver­gan­gen­heit an. Nicht abge­holte Gegen­stände wer­den heute auss­chließlich online über die Plat­tform Zol­lauk­tion ver­steigert. Kleinere Artikel wer­den ver­schickt, größere – etwa Fahrräder – kön­nen anschließend im Bürg­er­büro abge­holt wer­den.