Schwerin: Ein wundervoller Ort zum Feiern

Auch mit Abstand ist der Strandpavillon eine der schönsten Locations in Schwerin. Anita Bötefür steht in den Startlöchern für wieder viele schöne Feiern.

Der Strandpavillon in Schwerin ist ein beliebter Ort für Hochzeiten und andere Feiern. | Foto: privat

Seit dem 8. März herrschen fast durchgehend Ruhe und Stille am Strandpavillon in Schwerin Zippendorf. Die gerade bei Brautpaaren aber auch für Familien- und Firmenfeiern beliebte Location mit Blick über den Schweriner See auf die Silhouette der Landeshauptstadt verharrt ungewollt im Ruhemodus. Ohne ein großartiges Entgegenkommen der Vermieter, wären wohl die Lichter inzwischen aus. Betreiberin Anita Bötefür ist dennoch beschäftigt. Nur leider nicht mit ihren eigentlichen Haupt- und Wunschtätigkeiten. Denn die Corona-Regeln des Landes Mecklenburg-Vorpommern machten ihr Geschäft bis zuletzt fast unmöglich. Aber es gibt doch Hoffnung.

Anita Bötefür lebt, was sie tut. | Foto: privat

Anita Bötefür lebt ihren Job mit ganzer Seele

Wer denkt, Anita Bötefür säße jetzt verzweifelt zu Hause und bangt um ihre Existenz, der täuscht sich allerdings. Natürlich macht sie sich Gedanken, wie es weitergehen kann. Allerdings geht es ihr dabei weniger um ihre eigene Situation, als vielmehr um die der verbliebenen Hochzeiten und Feiern in diesem Jahr. Denn sie ist Veranstalterin mit ganzer Seele. Sie fiebert immer mit ihren Gästen mit. Vor allem Hochzeiten haben es ihr dabei angetan. Als sie vor zehn Jahren, am 1. Mai 2010, im Strandpavillon startete, war das erste Event eine Hochzeit. „Das Ehepaar Hückstädt hat damals hier bei uns gefeiert. Es war einfach richtig schön – für beide Seiten. Seither sind Hochzeiten mein persönliches Steckenpferd.“

Rund um die Uhr erreichbar und Full-Service, damit die Feier ganz besonders wird

Anita Bötefür hat seither unzähligen Paaren eine rauschende Feier in der traumhaft gelegenen Location ermöglicht. Und irgendwie war sie dabei immer irgendwie ein Teil der Feier. Denn sie bietet „ihren“ Brautpaaren ein echtes „Rundum-Sorglos-Paket“. Denn sie nimmt dem werdenden bzw. dann frisch vermählten Paar auf Wunsch alle organisatorischen Fragen ab. „Die werdenden Eheleute haben so viel um die Ohren und die Aufregung ist oft so groß, da ist es für die meisten eine riesengroße Erleichterung, dass mein Team und ich ihnen vieles abnehmen.“ Vom detaillierten Zeitplan über die Dekoration, das Essen, die Buchung von Künstlern und DJ bis hinzu vielen anderen Ideen ist sie für ihre Gäste da. 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche ist die Vollblut-Gastgeberin dabei telefonisch erreichbar.

Wenngleich auch erst einmal die Abstände größer sein müssen: So schön kann man in Schwerin feiern. | Foto: Strandpavillon Schwerin

Gegenseitig Mut machen

Obwohl in den vergangenen Wochen keine Veranstaltungen möglich waren, stand das Telefon doch nicht still. „Gerade in den Wochen, seit Anfang Mai die Gastronomie wieder starten durfte, haben die Brautpaare und Familien auf Lockerungen gehofft, die auch das Feiern wieder ermöglichten. Da gab es oft Tränen am Telefon, und wir haben uns gegenseitig gestärkt und Mut gemacht.“ Leider letztlich mussten zahlreiche Feiern doch abgesagt werden. „Es ist aber richtig toll, dass viele ihre Feiern ‚nur‘ verschoben haben – teilweise ins kommende Jahr. Das zeigt mir, wie eng die Verbindung zwischen uns und unseren Gästen ist“, sagt Anita Bötefür sichtlich bewegt.

Interview der Ministerpräsidentin ließ Korken knallen, dann kam die Realität

Am letzten Wochenende knallten dann die Korken bei ihr und ihrem Mann. „Ich trinke sonst nie Champagner. Da aber war es soweit.“ Man könnte meinen, die zwei stießen auf das 10-jährige Jubiläum im Strandpavillon an, das sich Anita zweifelsfrei auch anders vorgestellt hatte. Das aber war nicht der Grund. Die Landesregierung hatte vielmehr die Anzahl der erlaubten Gäste auf Familienfeiern deutlich auf 75 angehoben. Und Ministerpräsidentin Manuela Schwesig hatte darüber hinaus in einem Radiointerview erklärt, dass gerade auch bei Hochzeiten das Gefühl des Feierns wieder möglich sein müsse. Dazu gehörten, so die Ministerpräsidentin, auch DJ,  Tanz und gegenseitige Umarmungen. Das war eine sehr klare Richtung und klang absolut wie ein versprechen an Familien und Veranstaltungsorte wie den Strandpavillon.

Selbst die DEHOGA rechnete, wie deren Präsident Lars Schwarz gegenüber unserer Redaktion erklärte, nun mit entsprechenden Lockerungen auch im Eventbereich. Schon am folgenden Tag kam dann aber die knallharte Ernüchterung. Die neue Verordnung sah nun zwar, wie angekündigt, bis zu 75 Personen für Familienfeiern vor. Aber weiterhin blieben auch gastronomische Buffets verboten. Das Spezielle dabei: „Während bei der Begrenzung auf 30 Feiernde Tanzen noch erlaubt war“, so Lars Schwarz, „ist es jetzt plötzlich verboten.“

Auch die DEHOGA MV hält die Zeit reif dafür, wieder Buffets zuzulassen. | Foto: Strandpavillon Schwerin

Auch DEHOGA MV sieht dringenden Bedarf für Detailjustierung

Sowohl Anita Bötefür als auch Lars Schwarz waren irritiert. „Das passte schlichtweg nicht zur Aussage von Frau Schwesig“, so die Betreiberin des Strandpavillons. „Zwar dürfen jetzt mehr Personen feiern, aber letztlich sind die Vorgaben deutlich verschärft.“ Ebenso wie Lars Schwarz hofft sie, dass die Komplettregelung so letztlich von der Landesregierung nicht gewollt war, und es für Familienfeiern in gastronomischen Locations zeitnah doch wieder die Tanzerlaubnis gibt.

Die Hoffnungen der beiden gehen sogar noch etwas weiter. Denn es gibt noch weitere Widersprüche. „Weshalb zum Beispiel dürfen die Lebensmittelketten offene Salatbuffets anbieten, deren hygienische Situation deutlich kritischer zu bewerten ist“, fragt Anita Bötefür. Auch Lars Schwarz sieht hier ein Problem, das es zu lösen gelte. „Das Buffetverbot bei Familienfeiern in geschlossenen Räumen ist aus seiner Sicht absolut nicht nachvollziehbar. Gerade auch im Vergleich zu den erlaubten Buffetvarianten anderer Branchen. Hygiene ist das Tagesgeschäft der Gastronomie. Hier sind ganz sicher sofort umsetzbare Konzepte möglich, die diese Buffets wieder ermöglichen.“

Ein traumhafter Ausblick für private Feiern und mehr. | Foto: Strandpavillon Schwerin

Im Strandpavillon wird optimistisch nach vorn geschaut

Anita Bötefür baut daher ganz fest darauf, dass es schon bald die erforderlichen Lockerungen für Feiern geben kann und wird. Daher ermutigt sie ihre Braupaare und die weiteren Gäste ihrer Location, optimistisch nach vorn zu blicken. Ihren Teil zumindest erledigt sie – wie gewohnt mit ganzem Engagement. „Wir tun hier alles, damit alle geplanten Feiern nicht nur stattfinden können, sondern wirklich zu richtig schönen Erinnerungen für alle Beteiligten werden.“ Für den Strandpavillon ist sie dabei in einem engen Kontakt mit dem städtischen Hygieneamt, um ihren Hygieneplan für entsprechend größere Veranstaltungen abschließend fertigzustellen. „Da ist die Zusammenarbeit wirklich super“, so die Veranstalterin aus Leidenschaft. Und auch für alle anderen Klippen, die es noch zu meistern gilt, will und wird sie Lösungen finden. Da ist sich Anita Bötefür sicher. „Wir haben ein fertiges Konzept für die Buffet-Strecke, wir können die Tische mit maximal zehn Personen stellen und auch die erforderlichen Abstände gewährleisten. Die Belüftung ist stets sichergestellt und auch alle anderen Vorgaben können wir einhalten.“

Nun gilt es, tatsächlich die unbeschwerte Familienfeier möglich zu machen, die die Ministerpräsidentin angekündigt hatte. „Die Menschen brauchen so schnell wie möglich wieder Sicherheit – und die Chance auf wundervolle Feiern.“ Zum Beispiel im Strandpavillon in Schwerin Zippendorf.

Stephan Haring

Stephan Haring ist freier Mitarbeiter unserer digitalen Tageszeitung. Er hat ein Bachelor-Studium der Kommunikationswissenschaften an der Universität Erfurt mit den Nebenfächern Sozialwissenschaften & Politik absolviert. Im Nachhinein arbeitete er in leitenden Funktionen der Presse- & Öffentlichkeitsarbeit, im Leitungsbereich eines Unternehmens sowie als Rektor einer privat geführten Hochschule. Über mehrere Jahre organisierte und realisierte er mit der durch ihn entwickelten LOOK das größte Schweriner Fashionevent. Er arbeitet er freiberuflich als Texter, Pressesprecher, Textkorrektor und Ghostwriter sowie als Berater in verschiedenen Projekten. Im größten Schweriner Ortsbeirat ist er als Vorsitzender kommunalpolitisch aktiv.

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