Schwerin erhält Preis für Intgrationsarbeit

Schwerin zählt zu den Preisträgern des Bundeswettbewerbs „Zusammen leben Hand in Hand – Kommunen gestalten“. Die am Montag in Berlin verliehene Auszeichnung ist mit einem Preisgeld von 10.000 € verbunden.

Archivbild: Ministerin Drese übergibt Förderbescheid für Jugend-Integrationsmobil. FOTO: © Sozialministerium MV

Entgegengenommen hat den Preis der Schweriner Sozialdezernent Andreas Ruhl, der auf Einladung des Ministeriums im Rahmen der Veranstaltung auch einen Vortrag zu Integration und Jugendarbeit hielt.

Die Landeshauptstadt hatte sich mit einem Leuchtturmprojekt beworben, dem Jugend-Integrationsmobil, kurz: JIM. Dabei handelt es sich um ein mobiles Bildungs-, Beratungs- und Hilfeangebot des Trägers Evangelische Jugend, mit dem geschulte Fachkräfte junge Flüchtlinge gezielt aufsuchen. Eingebettet ist das JIM in ein Netzwerk von Behörden, Schulen, anderen Trägern und weiteren Anlaufstellen.

 

Projekt wurde nach Auseinandersetzungen am Marienplatz konzepiert

 

„Das Jugend-Integrationsmobil hilft jungen Migrantinnen und Migranten vor Ort ganz konkret durch eine mobile Beratung und Angeboten zur Bewältigung von Problemen im Alltag. Damit hat das JIM im letzten Jahr merklich zur Deeskalation in der Landeshauptstadt Schwerin beigetragen“, betonte die Integrationsbeauftragte der Landesregierung, Dagmar Kaselitz, heute bei einem Besuch in Schwerin.

In Schwerin kam es in der Vergangenheit an einzelnen Standorten vermehrt zu Auseinandersetzungen zwischen Gruppen von Jugendlichen mit Migrationshintergrund, sowie zwischen einheimischen Jugendlichen und Zugewanderten. Mit dem Mobil werden die Jugendlichen von Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeitern in der Innenstadt oder auf dem Dreesch direkt aufgesucht und erhalten Unterstützung zur Orientierung im neuen Lebensumfeld. So können Wissen und Verständnis in Bezug auf die hiesige Gesellschaft aufgebaut und Konflikte präventiv entschärft werden.

„Ich freue mich sehr über diese Auszeichnung. Mein Glückwunsch geht an die Landeshauptstadt Schwerin, die Stiftung Sozial-Diakonischen Arbeit – Evangelische Jugend des Kirchenkreises Mecklenburg und die Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter des JIM.“, sagt Kaselitz.

 

Projekt wird seit letztem Jahr aus Landesmitteln unterstützt

 

Für Andreas Ruhl bestätigt der Preis auch die Arbeit der anerkannten Träger der Jugendhilfe in Schwerin. Stadtverwaltung und die Evangelische Jugend – Sozialdiakonische Arbeit hatten Ende vergangenen Jahres die umfangreichen Bewerbungsunterlagen zusammengestellt.

Der Schweriner Träger und die Stadtverwaltung hatten bereits vor zwei Jahren die Weichen für das Projekt gestellt. Das Ministerium für Soziales, Integration und Gleichstellung fördert das Projekt seit 2017. Seitdem ist der leuchtend orange Kleinbus regelmäßig an belebten Plätzen zu finden „Pro Woche sprechen wir mit Dutzenden Menschen, die zu uns kommen“, so Sozialarbeiter Sebastian Schubert, eines der Gesichter des JIM. „Die Themen reichen von Familienproblemen, über das Verstehen des deutschen Behördensystems bis hin zu Schule und Berufswünschen“, ergänzt sein Kollege Christoph Fleischer.

Das Preisgeld soll für ein innovatives Kulturprojekt im Mueßer Holz verwendet werden, so Andreas Ruhl.

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