Schwerin: Erleichterungen in Gastronomie und Hotellerie

Am letzten Montag beschloss die Stadtvertretung in Schwerin mit großer Mehrheit Hilfen für Hotellerie und Gastronomie. Nun ist der Weg abschließend frei.

Hotels in Schwerin tun derzeit alles, um wieder Gäste in die Stadt und ihre Häuser zu bekommen. | Foto: Symbolbild

Die Maßnahmen im Kampf gegen das Corona-Virus waren zweifelsfrei historisch. Nie zuvor in der Geschichte der Bundesrepublik mussten Bund und Länder das öffentliche und wirtschaftliche Leben derart herunterfahren. Dabei stets im Blick den Schutz der Gesundheit der Bevölkerung. Es gelang, den eindeutig begonnenen starken Anstieg der Infektionszahlen zu bremsen und auf ein Minimum zu reduzieren. Aktuelle Entwicklungen allerdings lassen aufhorchen – das Virus ist keinesfalls besiegt. Für eine Vielzahl an Unternehmen aber wurde der Lockdown zu einer echten Belastungsprobe. Auch in Schwerin traf es dabei Hotels und Gastronomien hart. Nun hilft die Stadt.

Übernachtungssteuer für ein Jahr ausgesetzt

Auf ihrer Sitzung am vergangenen Montag beschlossen die Stadtvertreter eine rückwirkende Aussetzung der Übernachtungssteuer rückwirkend zum 1. April 2020. Zwölf Monate soll sie nun nicht mehr erhoben werden. Nach intensiven Beratungen mit der Verwaltungsspitze hat Oberbürgermeister Dr. Rico Badenschier nun die dafür notwendige Satzung unterzeichnet: „Die Aussetzung der Übernachtungssteuer für ein Jahr ist ein wichtiges Zeichen für die Hotellerie in unserer Stadt. Wir wissen, dass die Unternehmen große Herausforderungen zu bewältigen haben. Mit der jetzigen Lösung werden die finanziellen Sorgen etwas gemildert.“ Die Hotellerie verspricht sich mit dem Aussetzen der Steuer mehr Buchungen und eine höhere Auslastung der Häuser.

Keine Gebühren für Außengastronomie auf städtischen Flächen

Auch die Gastronomie in Schwerin profitiert dabei von den Beschlüssen der Stadtvertretung. Die Gebühren für die Sondernutzung auf öffentlichen Flächen für die Außengastronomie sind für dieses und nächstes Jahr ausgesetzt. Damit wird die Gastronomie entlastet. „Die neuen Beschlüsse geben die Hoffnung, dass viele Hotels und gastronomische Einrichtungen weiterhin am Markt bestehen können. Wir sind Urlaubsland Nr. 1. Eine gute Gastronomie und Hotellerie ist dabei entscheidend, dass Touristen kommen und sich hier wohlfühlen. Darüber hinaus arbeiten viele Schwerinerinnen und Schweriner im Hotel- und Gastronomiegewerbe“, so Badenschier.

100.000 euro für den Sport – offenbar kein Widerspruch des Oberbürgermeisters

Darüber hinaus hat die Stadtvertretung beschlossen, den Sportvereinen der „Interessengemeinschaft Teamsport“ Liquiditätsbeihilfen von insgesamt 100.00 Euro zur Verfügung zu stellen. Über die Verteilung der Mittel wird die Verwaltungsspitze am kommenden Dienstag im Hauptausschuss berichten. Damit scheint klar, dass der Oberbürgermeister seine Drohung, gegen den umfangreichen Hilfspaket-Beschluss der Stadtvertretung nicht in Widerspruch geht. Als die angesprochenen 100.000 Euro noch kurzfristig in das Paket aufgenommen wurden, kündigte der Verwaltungschef diesen Schritt an. Dies hatte in der Sitzung der Stadtvertreter zu fraktionsübergreifend deutlich kritischen Worten der Stadtvertreter geführt.

Stephan Haring

Stephan Haring ist freier Mitarbeiter unserer digitalen Tageszeitung. Er hat ein Bachelor-Studium der Kommunikationswissenschaften an der Universität Erfurt mit den Nebenfächern Sozialwissenschaften & Politik absolviert. Im Nachhinein arbeitete er in leitenden Funktionen der Presse- & Öffentlichkeitsarbeit, im Leitungsbereich eines Unternehmens sowie als Rektor einer privat geführten Hochschule. Über mehrere Jahre organisierte und realisierte er mit der durch ihn entwickelten LOOK das größte Schweriner Fashionevent. Er arbeitet er freiberuflich als Texter, Pressesprecher, Textkorrektor und Ghostwriter sowie als Berater in verschiedenen Projekten. Im größten Schweriner Ortsbeirat ist er als Vorsitzender kommunalpolitisch aktiv.

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