Schwerin: Fahrradfreundliche Stadtverwaltung

In der vergangenen Woche erhielt die Stadtverwaltung Schwerin nach einem zweijährigen Zertifizierungsprozess den Titel "Fahrradfreundlicher Arbeitgeber".

Als erste im Land erhielt die Stadtverwaltung Schwerin die Auszeichnung „Fahrradfreundlicher Arbeitgeber“. | Foto: LHS / J. Saß

Der heutige Montag steht ganz im Zeichen des Radfahrens in der Landeshauptstadt. Dabei könnten die scheinbaren Widersprüche kaum größer sein. Einerseits startet das alljährliche Stadtradeln, bei dem sich Schwerin als Radfahrstadt mit anderen Kommunen misst. Andererseits startet heute die Unterschriftensammlung des Radentscheids mit dem Ziel, Schwerin deutlich fahrradfreundlicher zu gestalten. Bislang sei diesbezüglich aus Sicht der Initiatoren viel zu wenig geschehen. Seit vergangener Woche reiht sich in diesen Kanon der durchaus erkennbaren Widersprüche nun noch eine Auszeichnung für die Stadtverwaltung.

 

Auszeichnung „Fahrradfreundlicher Arbeitgeber“ in Silber

Am vergangenen Mittwoch nämlich übergab ADFC-Berater Renè Tober die Auszeichnung „Fahrradfreundlicher Arbeitgeber“ in Silber an Oberbürgermeister und Verwaltungschef Dr. Rico Badenschier. Damit ist die Verwaltung der Landeshauptstadt die erste in ganz MV, die eine solche Würdigung erhält. So punktete die Verwaltung unter anderem im bereich der Infrastruktur mit abschließbaren, barrierefreien Fahrradstellplätzen in der Tiefgarage des Stadthauses. Diese stehen konkret den Mitarbeitern zur Verfügung. Zudem fand eine Erneuerung der Abstellanlagen auf dem Hof  sowie auch der Besucherstellplätze vor dem Stadthaus statt. Fahrradbezogene Aktionen für die Mitarbeiter ziehen sich ferner durch das gesamte Jahr. Darunter sind beispielsweise Möglichkeiten zur Fahrradcodierung durch den ADFC.

 

Oberbürgermeister stolz auf Zertifizierung

Entsprechend froh und auch stolz zeigte sich daher der Verwaltungschef, der selbst begeisterter Radfahrer ist. „Ich freue mich sehr über die Zertifizierung und die damit verbundene Auszeichnung. Mit unseren Angeboten und Aktionen rund um das Fahrrad stärken wir nicht nur die Gesundheit unserer Mitarbeiter. Zudem schonen wir auch die Umwelt durch eine nachhaltige Mobilität“, so Dr. Rico Badenschier. Und auch Renè Tober, der in den vergangenen zwei Jahren die Zertifizierung begleitete, zeigt sich zufrieden. „Die Stadtverwaltung Schwerin hat den Nutzen der Radverkehrsförderung erkannt. Die Fahrradkultur am Arbeitsplatz vereint gleich mehrere Vorteile: Sie ist modern, zukunftsorientiert und fördert das Teamgefühl.“

 

Verwaltungsintern großes Engagement

Neben Tober, der für den ADFC dabei war, begleitete auch eine Mitarbeiterin innerhalb der Verwaltung neben ihren dienstlichen Aufgaben als Radverkehrskoordinatorin den Zertifizierungsprozess. Sie agiert auch weiterhin als Ansprechpartnerin in allen Fragen rund um das Fahrrad, hält den engen Kontakt zum ADFC, plant und organisiert Aktionstage und regt zudem konkrete Verbesserungen an. Dabei wirkt sie auch an der aktuellen Entwicklung einer betrieblichen Mobilitätsstrategie für die Stadtverwaltung mit. Als eine der ersten daraus entstandenen Maßnahmen gilt die Einführung eines Jobtickets. Und auch für radfahrende Besucher des Stadthauses ist ein neuer Service entstanden: Im Foyer des Stadthauses gibt es ab sofort einen Werkzeugkasten, um eventuelle Kleinreparaturen fix selbst auszuführen. Ist man einmal vor Ort, kann man sich auch einen Flyer mitnehmen, der die besten Anfahrtswege mit dem Rad zum Stadthaus, Servicetipps bei kleinen Pannen und Vorschläge für Radtouren in Schwerin beinhaltet.

 

Verwaltungschef hofft auf „Nachahmer“

„Als Stadtverwaltung wollen wir mit der Zertifizierung „Fahrradfreundlicher Arbeitgeber“ Vorbild sein und hoffen, dass uns viele weitere öffentliche Einrichtungen, Betriebe und Unternehmen in Schwerin folgen und wie gemeinsam die nachhaltige Mobilität in Schwerin weiter ausbauen, so Dr. Badenschier zur Bedeutung des Prozesses.

 

Redaktion

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