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Kranzniederlegung am Demmlerplatz:
Schwerin gedenkt der Opfer kommunistischer Gewaltherrschaft

Am Jahrestag des Mauerbaus versammelten sich Stadtvertreter und Bürger am Demmlerplatz, um der Opfer politischer Unterdrückung zu gedenken.

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  • Veröffentlicht August 13, 2025
Cordula Manow, stellvertretende Stadtpräsidentin (l.) legte gemeinsam mit Jochen Schmidt, dem Leiter der Bundes zentrale für politische BIldung bei der Kranzniederlegung, Foto: maxpress
Cor­du­la Manow, stel­lvertre­tende Stadt­präsi­dentin (l.) legte gemein­sam mit Jochen Schmidt (r.), dem Leit­er der Bun­deszen­trale für poli­tis­che Bil­dung bei der Kranznieder­legung, Foto: max­press

Am Mittwochvor­mit­tag legte die 2. Stel­lvertre­tende Stadt­präsi­dentin Cor­du­la Manow am Demm­ler­platz in Schw­erin einen Kranz nieder. Anlass war der 13. August, der Tag des Baus der Berlin­er Mauer im Jahr 1961. Seit vie­len Jahren dient dieses Datum in Schw­erin als Gedenk­tag für die Opfer der kom­mu­nis­tis­chen Gewaltherrschaft und der innerdeutschen Gren­ze. Die Stadt und ver­schiedene Insti­tu­tio­nen erin­nern an Men­schen, die bei Fluchtver­suchen ums Leben kamen oder inhaftiert wur­den – auch hier in Schw­erin. „Deshalb ist es wichtig, an diesem Ort daran zu erin­nern, dass man für Demokratie kämpfen und jed­erzeit ein­ste­hen muss. Frei­heit und Demokratie sind das Beste, was wir heute haben und das soll­ten wir bewahren“, erk­lärte Cor­du­la Manow am Rand der Kranznieder­legung. In ihrer Begrüßungsrede zur Kranznieder­legung schilderte sie in per­sön­lichen Worten, wie die deutsch-deutsche Tren­nung vom 13. August 1961 auch die Men­schen in ihrem Heima­tort in der Nähe der Elbe entzweit, zur Flucht gezwun­gen oder auch in den Suizid getrieben hat.

Cordula Manow bei ihrer emotionalen Ansprache zum Tag des Mauerbaus, Foto: maxpress
Cor­du­la Manow bei ihrer emo­tionalen Ansprache zum Tag des Mauer­baus, Foto: max­press

 

Ein Gebäude mit dunkler Vergangenheit

Die Tafel am Eingang des heutigen Landgerichtsgebäudes am Demmlerplatz erinnert an die Geschichte des Hauses, Foto: maxpress
Die Tafel am Ein­gang des heuti­gen Landgerichts­ge­bäudes am Demm­ler­platz erin­nert an die Geschichte des Haus­es, Foto: max­press

Der markante Gerichts- und Gefäng­niskom­plex am Demm­ler­platz blickt auf eine bewegte Geschichte zurück. 1916 fer­tiggestellt, diente er zunächst der Jus­tiz im Kaiser­re­ich und in der Weimar­er Repub­lik. Ab 1933 nutzten ihn die Nation­al­sozial­is­ten für Son­der- und Erbge­sund­heits­gerichte, bevor ihn nach dem Krieg 1945 die Sow­je­tu­nion über­nahm. Das sow­jetis­che Mil­itär­tri­bunal und das NKWD richteten hier Haftzellen ein, führten poli­tis­che Prozesse und verurteil­ten viele Men­schen unter willkür­lichen Vor­wür­fen – nicht sel­ten zu Depor­ta­tio­nen in den Gulag.

Vom Stasi-Gefängnis zum Dokumentationszentrum

 

Blick in den Zelllentrakt des ehemaligen Gefängnisses und heutigen Dokumentationszentrums, Foto: maxpress
Blick in den Zel­len­trakt des ehe­ma­li­gen Gefäng­niss­es und heuti­gen Doku­men­ta­tion­szen­trums, Foto: max­press

Ab 1954 wurde das Gebäude zur Unter­suchung­shaf­tanstalt der Staatssicher­heit. Bis 1989 blieb es ein Zen­trum poli­tis­ch­er Ver­fol­gung. Nach der Wiedervere­ini­gung ent­stand hier das Doku­men­ta­tion­szen­trum des Lan­des für die Opfer der Dik­taturen, das seit 2001 mit Ausstel­lun­gen und Ver­anstal­tun­gen an die Schick­sale der Inhaftierten erin­nert. Heute ist der Demm­ler­platz nicht nur ein his­torisch­er Ort, son­dern auch ein Sym­bol für die Bedeu­tung des Erin­nerns und das Engage­ment gegen das Vergessen.