Kranzniederlegung am Demmlerplatz:
Schwerin gedenkt der Opfer kommunistischer Gewaltherrschaft
Am Jahrestag des Mauerbaus versammelten sich Stadtvertreter und Bürger am Demmlerplatz, um der Opfer politischer Unterdrückung zu gedenken.

Am Mittwochvormittag legte die 2. Stellvertretende Stadtpräsidentin Cordula Manow am Demmlerplatz in Schwerin einen Kranz nieder. Anlass war der 13. August, der Tag des Baus der Berliner Mauer im Jahr 1961. Seit vielen Jahren dient dieses Datum in Schwerin als Gedenktag für die Opfer der kommunistischen Gewaltherrschaft und der innerdeutschen Grenze. Die Stadt und verschiedene Institutionen erinnern an Menschen, die bei Fluchtversuchen ums Leben kamen oder inhaftiert wurden – auch hier in Schwerin. „Deshalb ist es wichtig, an diesem Ort daran zu erinnern, dass man für Demokratie kämpfen und jederzeit einstehen muss. Freiheit und Demokratie sind das Beste, was wir heute haben und das sollten wir bewahren“, erklärte Cordula Manow am Rand der Kranzniederlegung. In ihrer Begrüßungsrede zur Kranzniederlegung schilderte sie in persönlichen Worten, wie die deutsch-deutsche Trennung vom 13. August 1961 auch die Menschen in ihrem Heimatort in der Nähe der Elbe entzweit, zur Flucht gezwungen oder auch in den Suizid getrieben hat.

Ein Gebäude mit dunkler Vergangenheit

Der markante Gerichts- und Gefängniskomplex am Demmlerplatz blickt auf eine bewegte Geschichte zurück. 1916 fertiggestellt, diente er zunächst der Justiz im Kaiserreich und in der Weimarer Republik. Ab 1933 nutzten ihn die Nationalsozialisten für Sonder- und Erbgesundheitsgerichte, bevor ihn nach dem Krieg 1945 die Sowjetunion übernahm. Das sowjetische Militärtribunal und das NKWD richteten hier Haftzellen ein, führten politische Prozesse und verurteilten viele Menschen unter willkürlichen Vorwürfen – nicht selten zu Deportationen in den Gulag.
Vom Stasi-Gefängnis zum Dokumentationszentrum

Ab 1954 wurde das Gebäude zur Untersuchungshaftanstalt der Staatssicherheit. Bis 1989 blieb es ein Zentrum politischer Verfolgung. Nach der Wiedervereinigung entstand hier das Dokumentationszentrum des Landes für die Opfer der Diktaturen, das seit 2001 mit Ausstellungen und Veranstaltungen an die Schicksale der Inhaftierten erinnert. Heute ist der Demmlerplatz nicht nur ein historischer Ort, sondern auch ein Symbol für die Bedeutung des Erinnerns und das Engagement gegen das Vergessen.




