Schwerin: Gedenktafel für das Grüne Tal

Im Grünen Tal erinnert seit dieser Woche eine neue Gedenktafel an eine dunkle Zeit der Schweriner Geschichte. Hier befindet sich eine Kriegsgräberstätte.

Oberbürgermeister Dr. Rico Badenschier enthüllte gemeinsam mit Stadtpolitik, der Botschaft der Russischen Föderation sowie dem Volksbund Deutscher Kriegsgräberfürsorge die neue Gedenktafel in Schwerin | Foto: maxpress

Das am Rand des Großen Dreesch gelegene „Grüne Tal“ ist für viele Schweriner vor allem ein schöner grüner Raum. Hier trifft man daher häufig auf Spaziergänger, Radfahrer und Jogger. Was vielen allerdings gar nicht so bewusst ist: Das Grüne Tal ist auch ein Ort mit Geschichte.

Ort einer traurigen Episode der Stadt

Die neue Gedenktafel im Grünen Tal in Schwerin | Foto: maxpress

Denn eben dort befindet sich seit inzwischen 75 Jahren eine Kriegsgräberstätte. Zwischen 1941 und 1945 mussten im nahe gelegenen Lager Stalag II E etwa 15.000  überwiegend sowjetische aber auch französische, polnische und serbische Kriegsgefangene unter absolut menschenunwürdigen Zuständen leben. Unzählige von ihnen starben aufgrund von Hunger und Kälte – oder durch Hinrichtung. Im Grünen Tal entstand seinerzeit der Lagerfriedhof für die vielen Toten, deren tatsächliche Zahl auf etwa 1.000 geschätzt wird.

Neue Gedenktafel eingeweiht

An diese grausame Zeit der Geschichte Schwerins in unmittelbarer Nähe der Massengräber erinnert seit vergangenem Dienstag eine neue Gedenktafel. Spendengelder machten deren Realisierung durch die Stadtwirtschaftlichen Dienstleistungen Schwerin (SDS) möglich. Auf der Tafel ist zudem ein zusätzlicher QR-Code aufgebracht. Über diesen können Interessierte u.a. alle Informationen sowohl zu dieser aber auch zu weiteren Gedenkstätten im Stadtgebiet von Schwerin erhalten.

„Es ist wichtig, das Andenken an diese Menschen zu bewahren“

(Dr. Rico Badenschier, Oberbürgermeister Schwerin)

Dr. Rico Badenschier | Foto: SIS/Christoph Müller

„Schwerin gehört nach der Kriegsgräberstätte in Golm und der Stadt Neubrandenburg zu den Orten in Mecklenburg-Vorpommern, an denen die meisten Kriegstoten begraben sind. Es ist wichtig, das Andenken an diese Menschen zu bewahren. Dieser Verpflichtung kommt die Stadt mit der Pflege und Wiederherstellung von Kriegsgräbern nach und mit Nachforschungen in den eigenen Archiven, um Lücken in der Geschichte der Schweriner Kriegsgräberstätten zu schließen“, so Oberbürgermeister Dr. Rico Badenschier im Rahmen der Einweihung am 12. November, an der neben Vertretern der Kommunalpolitik auch eine Abordnung aus der Botschaft der Russischen Föderation, die Pastorin für Flüchtlingsarbeit im Kirchenkreis und der
Volksbund Deutscher Kriegsgräber teilnahmen.

„Solche Initiativen zeigen den Triumph der Menschlichkeit“

(Olga Titkova, Botschaft der Russischen Föderation)

„Wir möchten uns bei allen Beteiligten bedanken. Solche Initiativen bilden eine Brücke zwischen Deutschland und Russland. Sie können die Vergangenheit zwar nicht auslöschen, aber sie zeigen den Triumph der Menschlichkeit”, so Olga Titkova von der Botschaft der Russischen Föderation und legte einen Gedenkkranz an der neuen Tafel nieder.

 

 

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