Schwerin: Gewerkschaft fordert mehr Forstpersonal

Die für den Forst zuständige Gewerkschaft IG BAU fordert von der Landesregierung in Schwerin mehr Personal und eine Umgestaltung der Wälder.

Die IG BAU fordert von der Landesregierung in Schwerin mehr Personal für den klimagerechten Umbau der Wälder.

Klimabedingte Gefahren auch für die Wälder in und um Schwerin: Immer mehr heimische Bäume könnten Dürren, Stürmen und Schädlingen zum Opfer fallen. Zumindest dann, wenn der klimagerechte Umbau der Wälder nicht deutlich mehr Aufmerksamkeit erfährt. Davor warnt nun die Gewerkschaft Industriegewerkschaft bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) und fordert zusätzliches Forstpersonal in Mecklenburg-Vorpommern.

Gewerkschaft kritisiert Personalpolitik der Landesregierung in Schwerin

Nach Angaben des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft dürften in Mecklenburg-Vorpommern 2018 bis 2020 insgesamt rund 1,5 Millionen Kubikmeter Schadholz anfallen. Extreme Wetterlagen und Schädlinge wie der Borkenkäfer dürften demnach bis Jahresende eine Waldfläche von 675 Hektar vernichtet haben. „Die Schweriner Landesregierung plant zwar, 29 neue Stellen für den Landesforst zu schaffen. Die sind aber befristet und kompensieren lediglich die altersbedingten Abgänge in den nächsten Jahren. Unterm Strich gibt es keine personelle Verstärkung“, so Jörg Reppin, Bezirksvorsitzender der IG BAU Mecklenburg. Außerdem lasse die Landesregierung die Forsten von privaten Subunternehmen bewirtschaften, die ihre Beschäftigten meist schlecht bezahlten, kritisiert der Gewerkschafter.

Klimatische Situation erfordert Umgestaltung der Wälder

Auch wenn zuletzt mehr Niederschlag als in den Vorjahren zu verzeichnen war,  bleibe die Lage für die Bäume dramatisch. Als besonders anfällig gelten dabei Monokulturen aus Fichten und
Kiefern. „Aber mittlerweile trifft es sogar die Buche“, so Reppin. Diese seit Jahrtausenden in
Deutschland heimische Art leidet zunehmend unter ausgetrockneten Böden und Pilzbefall. Um die Wälder für den Klimawandel zu wappnen, gilt es, zusätzliche Mischwälder anzulegen und resistente Baumarten anzupflanzen. „Das aber ist eine Mammutaufgabe, für die es viel mehr Forstwirte braucht als bislang. Betriebe sollten deshalb auch mehr ausbilden und Azubis übernehmen“, betont der Gewerkschafter.

30 neue Azubis sind Schritt in die richtige Richtung

Die IG BAU fordert daher für den Forst im Nordosten eine langfristige Bedarfsanalyse, um dem Fachkräftemangel in den kommenden Jahren vorzubeugen. Bislang halte die Landesregierung in Schwerin am Ziel von 388 Forstwirtstellen fest. Das ist aus Sicht der Gewerkschaft eindeutig zu wenig. Die Einstellung von 30 neuen Auszubildenden in diesem Jahr bezeichnet Reppin dabei als einen „wichtigen Schritt in die richtige Richtung.“

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