Schwerin: Grüne kritisieren Baugebiet in Wickendorf

Grüne kritisieren weiterhin das geplante Baugebiet in Schwerin-Wickendorf. Dezernent Bernd Nottebaum verweist auf großen Bedarf und rechtskonforme Planung.

Grüner Protest gegen das Baugebiet Schwerin-Wickendorf. (Foto: Grüne Schwerin)

Die Schweriner Stadtfraktion von Bündnis 90/Die Grünen kritisiert mit harten Worten das vorgesehene Baugebiet in Schwerin-Wickendorf als „Stadtentwicklung von gestern“. Im Rahmen eines Ortstermins hatten sich die ehrenamtlichen Kommunalpolitiker in der vergangenen Woche mit Bürgerinnen und Bürgern ausgetauscht.

Harte Vorwürfe gegen Wohngebiet

Fraktionsmitglied Arndt Müller wird in seiner Kritik sehr deutlich. „Das, was hier in Wickendorf geplant ist, verstößt gegen alle umwelt-, klima- und siedlungspolitischen Leitlinien, die sich Bund, Land und Kommune gegeben haben. Das Vorhaben versiegelt wertvollen Ackerboden, führt wegen der Lage am Rand der Stadt zu deutlich mehr Individualverkehr und liegt weit entfernt von jeglicher Infrastruktur, wie Schule, Kita, Behörden, Nahversorger und so weiter. Zudem ist es unsozial, denn es bietet nur Wohnraum zu sehr hohen Preisen“, so Müller. Er fordert, die Stadt nicht weiter in die Breite zu ziehen, sondern eine innerstädtische Verdichtung zu präferieren. Im Innenbereich verfüge die Stadt noch über zahlreiche Freiräume, die entsprechende Entwicklungen zulassen würden.

Dezernent begrüßt Baubeginn nach intensiven Diskussionen

Der zuständige Dezernent Bernd Nottebaum verweist auf Anfrage unserer Redaktion darauf, dass die Fläche bereits seit vielen Jahren im Flächennutzungsplan als Wohnbaufläche dargestellt ist. Alle notwendigen baurechtlichen Abwägungen haben die Sinnhaftigkeit des Baugebietes bestätigt. Nicht zuletzt aus den laufenden Projekten weiß die Bauverwaltung, dass es hunderte Schweriner Familien gibt, die aktuell ein Eigenheim errichten möchten. Mit Lankow, Friedrichsthal und Wickendorf gibt es ein attraktives Angebot. „Die hohe Nachfrage macht deutlich, dass es wichtig ist, dass die Stadt kurzfristig weitere Wohnbaugebiete ausweist. Ich freue mich für die bauinteressierten Schweriner Familien, dass die Erschließungsarbeiten in Wickendorf jetzt endlich beginnen.“, so Nottebaum.

Bereits seit Monaten melden sich immer wieder Skeptiker und Kritiker zu Wort, die das in Vorbereitung befindliche Baugebiet in Schwerin-Wickendorf kritisieren. Aufgrund des anfänglich großen Widerstandes vor Ort hatte der Investor bereits Zugeständnisse gemacht und war den Anliegern entgegengekommen. Auch die Verwaltung hatte in vergleichsweise vielen Veranstaltungen mit Ortsbeirat und Bürgern informiert und diskutiert.

Stephan Haring

Stephan Haring ist freier Mitarbeiter unserer digitalen Tageszeitung. Er hat ein Bachelor-Studium der Kommunikationswissenschaften an der Universität Erfurt mit den Nebenfächern Sozialwissenschaften & Politik absolviert. Im Nachhinein arbeitete er in leitenden Funktionen der Presse- & Öffentlichkeitsarbeit, im Leitungsbereich eines Unternehmens sowie als Rektor einer privat geführten Hochschule. Über mehrere Jahre organisierte und realisierte er mit der durch ihn entwickelten LOOK das größte Schweriner Fashionevent. Er arbeitet er freiberuflich als Texter, Pressesprecher, Textkorrektor und Ghostwriter sowie als Berater in verschiedenen Projekten. Im größten Schweriner Ortsbeirat ist er als Vorsitzender kommunalpolitisch aktiv.

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